Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Santi, Antonio - Schoute, Jan
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1790505
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1791991
Schallcr , 
Johann. 
137 
Figur des Philoktet, der sich den Pfeil auszieht, welche bei Gau- 
cig solchen Beifall tand, dass er Schaller dem Curattxr der Akade- 
mie, Graizn Cobenzl, empfahl, worauf ihm die Pensionärstelle in 
Iinm nach liiesling zugesichert wurde, zu welcher cr aber erst 
1311 gelangte. 
Ende 1807 übertrug ihm der Direktor der Porzellanmanufalt- 
tur, der nochmalige Ilufrath Niedermayer, die durch Grassfs Tod. 
erledigte Stelle eines ersten tYIodelleurs der Manufaktur; allein 
Schaller lehnte im Vorgefühle seiner höheren künstlerischen Lauf- 
bahn diese Stelle dankbar ab, und seit dieser Zeit blieb Nieder- 
mnyer sein wärmster Freund und Gönner. Durch die Unterstützung 
des Direktors entstand der Guss des Philolstet in weichem Metall, 
und eine Büste Hofer's ausTirolermarmor. Es beschäftigte ihn schon 
frühetler Entwurf zu einem Monumente des Andreas Hofer, welchen 
er 1809 bekannt machte, zur Ausführung der Statue liatn es aber 
erst später. Diese Arbeiten hatten sich des Beifalls des Curators 
zu erfreuen, und Schaller erhielt den Auftrag für das Piedestal zu 
liieslingk Gruppe nVenus und Amors im Belvedere ein Basrelief 
in Marmor auszuführen, die Venus vorstellend, wie sie von Dio- 
med verwundet zu Mars ltommt. jetzt im Ilondelc des Belvedere 
zu sehen. Dieses Basrelief ttmpfahl den Künstler auch dem nach- 
folgenden Curator, dem Fürsten Metternich, und 1812 erhielt der- 
selbe die Pensioniirstelle in Rom. wo er jetzt über zehn Jahre 
verweilte, und mit uubezwingbarein Muthe und unermüdetetn Eifer 
sich seinem Berufe weihte. Als er zu höherer Leistung sich be- 
fähigt fühlte, ward ihm auf sein Ansuchen die allerhöchste Bewil- 
ligung ein grösseres Werk auf Kosten des Staates auszuführen. 
Dieses nun ist die berühmte Marmorgruppe des Bellerophon die 
Chimära erlegend, im Salon des Glashauses im Iiaisergarten auf- 
gestellt. Denn fertigte er in llom auch den schönen Genius des 
Todes am Grabe der Freiin von l'illersrlort' in Hietzing. den Amor, 
wie er einen Pfeil aus dem Itiißeher nimmt, eine aus dem Bade 
steigende Venus, höchst anmuthsvolle Figur, und die colossale Bü- 
ste des Fürsten Carl von Schwarzenberg, für die Walhalla des 
liönigs von Bayern. 
Bei seiner Itüclshehr aus Rom wurde ihm 1823 die eben offene 
Professur der Bildhauerei an der k. k. Akademie verliehen; später 
wurde er zum Hathe derselben ernannt, und von mehreren Aka- 
demien zum Mitgliede erwählt. Unter die früheren Werke nach 
seiner ltiiclskehr gehört die colossale Büste des Grafen Friedrich 
von 'l'rautn1annsdorff, Bevollmächtigten beim westphälischen Frie- 
denschlusse und Gesandten zu hliinchen, für die VVnlhalla des Kü- 
nigs von Bayern bestimmt; das Modell der Madonna für die Säule 
im Burgglacts; die Büste des Grafen Anton von Apponyi und des 
Erzbischofs Ladislaus Pyrlter. Spätere Werke sind die Statue des 
Axidreas Hofer in der Hofltirche zu Innsbruck von 1851  53 aus- 
geführt; die heil. iVIargarctlia in Metall aut dem Brunnen des Vor- 
stadtgruniles St. Margarethen (15336); die Erzstatue Iiaiscrs Franz 1., 
Denkmal in Stanislawow in Gallizien (1857); Zwei COlOSSQle Che- 
rubim aus Holz für die Duminicaner liirche in Wien , und zwei 
lilßinß m der liirche zu Altmannstlorf (1353); die Gruppe der Vin- 
dollunß und des Danubius im Maschinengebäude der Kaiser FC?" 
diuandsQVasserleitung, und das fvlotlell einer Brunnennymplle 
(18,42), d"? Slilülellß des Dichters Raimund in MÄetall, und jellß des 
Marschalls uarmonh beide vori 1841. 'lu diese Zeit gehört auch 
eine unvollendete Venus in carrarischem Marmor. An diese Werhü 
reihen sich dann die meist culossalen Büsten des Kaisers Franz I., 
für Rothschild 1826i für die liuiserin Nlutter und für die Stadt
        

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