Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Santi, Antonio - Schoute, Jan
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1790505
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1791891
Schaffner , 
Martin. 
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Enthauptung des Johannes, das andere ein Ecce homo vorstellt, 
beide auf Goldgrund gemalt. Früher_ wurden sie dem M. Schon- 
gauer zugeschrieben, an welchen sie aber nicht erinnern. Andere 
erkennen darin M. Schaifncfs Arbeit, und im liunstblatte 1841 
Nr. 14. wird jenes Monograrnm M. S. als ein noch unentziffertes 
erklärt.  
Eine ziemlich grosse Anzahl von echten Gemälden Schaffner? 
bewahren die k. bayerischen Sammlungen, welchen die Bilder der 
Wallersteinischen Gallerie einverleibt sind. ln der k. Pinakothek 
zu München sind jene im 1.3803 nach Schleissheim gebrachte vier 
ausgezeichneten Gemälde aus der Abtei Wettenhausen: der engli- 
sche Gruss, die Darstellung des liindes im Tempel, die Sendung 
des heil. Geistes und der Tod der Maria, ganze lebensgrosse Fi- 
guren auf Holz. Zwei dieser Bilder führen das Monogi-ainm M. S. 
(Das S. in der Mitte des  was den Direktor von Mannlich ver- 
leitete, die Gemälde dem Martin Schongaucr zuzuschreiben, ohne 
zu bedenken . dass die Jahi-zahl 15211 auf der Darstellung im Tem- 
pel nicht auf diesen Meister passe. Wenn auf Strixnefs Litho- 
graphie des Todes der Maria die Jahrzahl 14?g steht, ist die" 
nur willkührlicli hiuzugesetzt. Dass diese Bi der wirklich von 
Schaffner herrühren, bestättigten zunächst mehrere Bilder der fürst- 
lich Wallersteinischen Sammlung, die das nämliche Monograinm, 
nur theils noch ausgeführter (M. S. Z.  und theils gänzlich 
aufgelöst in nMartin Schaffner zu Ulme tragen. Aus der 
genannten Gallerie stammt das in der Pinakothek zu München be- 
findliche Bildniss des Grafen Wolfgang von Oettingen in halber Fi- 
gur, mit Versen über dem Gemä de, von welchen der letzte den 
Namen des Malers enthält: Martinus Schaffner inira de- 
pinxcrnt arte 1508. Ein zweites Bildniss von Schaffner in der 
enannten Pinakothek ist jenes des Mathematikers Peter Apian mit 
dem Zirkel in der Rechten und die Linke auf den Tisch gelehnt, 
ebenfalls halbe Figur. 
Früher ebenfalls in München, jetzt aber in der k. Gallerie zu 
Schleissheim sind 3 Gemälde, welche von Mannlich ebenfalls dem 
M. Schongauer zugeschrieben wurden, aus gleichen Gründen, wie 
die Bilder in der Münchner Pinakothek. Sie schildern Begeben- 
heiten aus dem Leben und Leiden Christi: seinen Einzug in Jeru- 
salem, Christus vor Pilatus, vor liaiphas, von Petrus verläugnet, 
das Abendmahl, die Gefangennehiiiung, den Abschied von der 
Mutter und die Fusswaschung. Auf den Gemälden der Fiisswzi- 
schung und des Abenrlmahls steht die Jalirzahl 1515. H. 5 F. 7Z., 
Br. 4 F. i Z. In der Ausführung sind diese Bilder geringer, als 
jene in München, und auch nicht so gut erhalten. Ferner sieht 
man in Schleissheim eine Madonna mit dem liinde, gF. 8Z. hoch, 
und eine heil. Dreifaltigkeit auf zwei Tafeln, jede 5 F. 2 Z. hoch, 
welche Mannlicli ebenfalls dem Schonguuer zuschrieb. 
In der St. Moriz-Capelle zu Nürnberg ist ein ausgezeichne- 
tes Bild aus der Gallerie Wallerstein: die Anbetung der Könige, 
mit M. S. Z. U. bezeichnet. Dieses schöne Bild ist mit ungemei- 
nem Fleisse gemalt, der sich bis auf's Einzelne erstreckt. Es gilt 
aber erst seit 1822 für Schaffner? Werk, seit es der Prälat Schmid 
diesem Meßtßr. so wie andere vindicirte. Früher galt es für Schon- 
gauefs Werk.  
In der Gallerie des Belverlere zu Wien wird diesem Meister 
eine heil. Familie zugeschrieben, welche das älteste bekannte Bild 
seyn müsste, weil_es mit dem Monogramm und der Jahrzahl 14,90 
bezeichnet ist. Die gekrönte Madonna sitzt auf dem Throne und
        

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