Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Santi, Antonio - Schoute, Jan
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1790505
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1791675
Schaepkens , 
Theodor. 
Schaerer, 
105 
mehr der deutschen Schule an, deren tiefe Auffassung er sich an- 
zueignen suchte. Schon seine früheren Gemälde, ein Cosackenriick- 
zug, eine Scene aus der Einnahme von Maestricht 1579, die gast- 
liche Aufnahme des Columbus in einem Kloster u. a. gaben treff- 
liche Eigenschaften zu erkennen, und ein eigenthiimliches, grus- 
ses Verdienst der Färbung. Diese Bilder waren 1835 ausgestellt, 
und bewundert; nur nach Form und Zeichnung sollte der Künst- 
ler noch ein Augenmerk richten. Man erwartete. dass seine nach 
Deutschland und Italien unternommene Reise ihm hierin förderlich 
seyn werde, allein seiu 183Ö in Brüssel ausgestelltes grosses Bild: 
Everardt Sterclaes, zeigte keine Fortschritte in der Form, wohl 
einen Rückschritt in der Farbe. Seine Freunde hofften indessen, 
dass er sich zur nächsten Anstellung wieder mit Glanz erheben 
werde. So berichtet Graf Raczynski (Gesch. der deutsch. liunst 
III. 487). In wie weit der Iiiinstler den Erwartungen entsprochen 
habe, ist uns unbekannt, da im Hunstblatte seiner nicht erwähnt 
wurde. 
Folgende radirte Blätter sind von seiner Hand: 
1) Scene aus dem alt-niederländischen Iiriege mit Feldherrnmord, fol. 
2) Türke in Extase bei Sirenen, s. auch Shaepken. 
Sßhüefßf, H. L-, Iiupferstecher, ein nach seinen Lebensverhältnis- 
sen unbekannter Iiiinstler, oder vielleicht zwei Meister, wovon der 
eine H. L. eder A. L. Schaerer heisst, der andere ein Monogram- 
mist H. L. S. so genannt wird. Der erstere war wahrscheinlich in 
Augsburg ansässig, da seine drei Copien daselbst bei Lukas Iiilian 
erschienen. Dieser erscheint als trelflicher Cupist von Grabstichel- 
blättern, der Monogrammist als solcher von radirten Blättern nach 
Saftleven. Der Zeit nach stimmen beide überein, d. h. beide wa- 
ren schon vor 1637, dem Tudesjahr des L. Iiilian, thätig, der Land- 
schafts-Iiadirer bereits 1612. und noch 1627, wenn er nämlich mit 
dem Copisten von fünf Blättern Sat'tleven's Eine-Person ist. R. Wei- 
gel (Suppl. au P. gr. I. 36), glaubt nämlich, jenes Blatt von 1612, 
welches Brulliot (Dict. I. 2405) als sechstes Blatt hinzufügt, sei 
von einem anderen deutschen Meister. 
1-5) Copien nach dreien der trefflichsten Blättern von J. Saen- 
redam. Nr. 65-67. Bacchus, Venus und Ceres, halbe Fi- 
guren mit Attributen, in schönen Landschaften. Die In- 
schritten der Originale, welche irrig das Monogramm des 
H. Goltzius tragen, gaben wir im Artikel Saenredanfs. Nr. l. 
der Copien ist bezeichnet: C. Cornelij inv. L. Iiülian) ex- 
cudit. H. (oder A?) L. Schürer sculp., und Nr. 5. ist ohne 
Namen und Zeichen, im lateinischen Verse steht aber trugi- 
fere statt frugifere. 
4) Die heil. Jungfrau mit dem Iiinde von zwei Engeln angebe- 
tet, Copie nach J. Matham. Mit dem Monogramm L. S. 
5) Einige Copien nach Egid Sadeler. 
Ö  10) Eine Folge von 5 Landschaften nach H. Saftleven, 
dem anderwärts diese Blätter selbst zugeschrieben werden. 
Auf dem ersten dieser 1 _5 numerirten Blätter steht in der 
Mitte oben am Himmel H. S. L. excudit. Den Inhalt diese? 
Blätter haben wir im Artikelqi. Saftleven B. XIV. S. 191 
angegeben. 
11) Die Ansicht eines Städtchens, von Brulliot als sechstes Blatt 
zu den Qlligcn gezählt, mit dem Zeichen II. S. L. und der 
Jahrzahl 1612- Näher beschrieben im Artikel Saftleveds BJQIV. 
S. 192- Nr. 2.
        

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