Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Santi, Antonio - Schoute, Jan
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1790505
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1791594
Schadow, 
Friedrich 
Wfilhehn, 
Bitter. 
97 
phälische Kunstverein in die Pfarrkirche zu Dülmen. Um diese 
Zeit führte Schadow auch die Zeichnung zum Prachtexeniplare des 
Oratoriums: Paulus, von Mendelsohn-Bartholdi aus. Dieser Com- 
position liegt der Vers: Siehe, wir preisen selig, die erduldet etc. 
zu Grunde. In der Sammlung des Grafen Raczynslsi ist eine Dur- 
stellung der Tochter der Herodias, wie sie das Haupt des Täufers 
Johannes empfängt, drei lebensgrosse halbe Figuren, 1858 vollendet. 
Nun trat auch für unsern Iiünstler eine Zeit des körperlichen 
Leidens ein, und er ging daher 1840 zur Herstellung seiner Ge 
snndheit nach Italien, wo sich bald die Genesung einstellte. Er 
malte in Rom auch ein Bild, welches sich durch Eigenthümlich- 
keit der Auffassung auszeichnet. Es stellt die himmlische und die 
irdische Liebe dar. Im Juli des genannten Jahres begab sich Scha- 
dow von Rom nach Neapel, und im Oktober kehrte er nach Düs- 
seldorf zurück, wo wie immer Kunst und Religion sein Heilig. 
thum ist. lm Jahre 1841 malte er die Pietas und Vanitas in ihren 
Beziehungen zur Religion, welche unter der Gestalt des Heilandes 
das dritte Feld einnimmt, ebenfalls in einer höchst geistreichen 
und eigenthütnlichen Auffassung. Dieses Gemälde ist im Besitze 
des Grafen von Fürstenberg. Ein drittes Bild aus dieser Zeit ist 
jenes einer heil. Veronilta, von hoher Schönheit in dem schmerz- 
lichen Antlitze des Heilandes auf dem Schweisstuche. 
Schadow schritt bis auf die neueste Zeit in ernstem Streben 
auf der Bahn der Kunst fort, hatte aber zuletzt das lYIissvergnü- 
gen durch mehrfache Anfechtung die unter ihxn so frenndlichge- 
Stalteten Verhältnisse getrübt zu sehen. Allein der Düsseldorfer 
Iiunsthimmel klärte sich in neuester Zeit wieder auf, und so feiert 
die liunst daselbst wieder ungestört ihre Triumphe. Schadow's Le- 
ben ist wie von jeher, so noch immer dem Unterrichte. durch Wort 
undThat der Iiunst geweiht. Wie bestimmt derselbe dieVerhaltnisse 
erfasst, unter Welchen die Iiunst geworden, was sie jetzt ist, be- 
weiset seine Rede, welche er in dem wissenschaftlichen Congress, 
der sich im September 1842 zu Strassbtirg versammelte, gehalten 
hat. Der Congress warf in seinem Programme die Frage nach 
dem Einflüsse des Christenthnms auf die bildende Kunst, und nach 
dem Unterschiede zwischen den Kunstschulen von München und 
von Düsseldorf auf. Deutsche Gelehrte und Künstler wurden zur 
Beantwortung dieser Frage eingeladen, und Schadow" übernahm 
es, dem an Deutschland gerichteten Vertrauen von dieser Seite zu 
entsprechen. Er hielt zu Strassburg seine Vorlesung in franziisi. 
scher Sprache, die auch in Uebersetzung erschien: Ueber den Ein- 
fluss des Christenthums auf die bildende Kunst, von W. Schadow, 
Direhtor der Akademie zu Düsseldorf etc. Düsseldorf 18ft2. bei 
Buddeus. In demselben Jahre ernannte ihn die Universität zu Bonn 
zum Doktor der Philosophie. Dann ist Schadovrauch Mitglied 
mehrerer Akademien, Bitter des rothen Adler-Ordens, und als 13.12 
Gottfried Schadow der Vater unsers Künstlers, den Orden npour 
le meriteu erhielt, wurde ihm die Anwartschaft auf die Stelle des- 
selben in Berlin versichert. Im Jahre 1845 wurde Wilhelm Scha- 
doW in den Adelsstand des Königreichs Preussen erhoben, und 
ihm gestatlfih den Namen des ihm zugehürendcn Rittergutes Go- 
denhaus seinem Familiennamen hinzuzufügen. 
Mehrere Werke dieses berühmten Meisters sind auch durch 
Nachbildungen in Kupfer und auf Stein bekannt. Lehmann litho- 
graphirte das Bildniss des Dichters C. Immermann. Das Bild der 
Mignon wurde von Selb, und dann von H. Sennefelder nach ei- 
nem Gemälde von Huxol auf Stein gezeichnet. Die Madonna mit 
lYaglefs Iiüitstler-Lex. Bd. XV.  7 t
        

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