Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Santi, Antonio - Schoute, Jan
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1790505
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1791585
Schadovv, 
Friedrich 
XVilhelm, 
Bitter. 
ser Begeisterung entworfen, und auch mit voller Freiheit des Gßi_ 
stes ausgeführt. Es beginnt jetzt die Zeit, in welcher sich Scl,a_ 
duw der hemmenden Fesseln entledigte, und mit raschen Schritte" 
dem Ziele sich näherte, welches er nicht mehr zu erreichen wiihnte_ 
Schadow äusserte sich mehrmals, von ihm und seinen Altcrsgu, 
nossen sei es ungerecht, das zu fordern, was man erst von sei_ 
nen und deren Schülern erwarten diirte. Geboren in einer Zeit. 
wo das Licht des Geistes nicht in die Iiunst leuchtete, wo man 
vom Maler keine innere Beleuchtung, keine gläubige Anschauung, 
wo man nichts verlangte, als ein Cunterfey der erscheinenden Nfh 
tur, wo die Lehrer auf nichts anders sahen, als auf currelite Zeielh 
nung. Licht und Schatten, Cunsealuenz und Beobachtung der Peu 
sliel-itive, Schüler aus einer solchen Zeit, auch wenn ein Inneres 
ihnen aufging, auch wenn ihnen später die ganze Herrlichkeit der 
alten Italiener leuchtete, könnten nicht gleich wie jene Nleistul. 
schaden, die in der goldenen Zeit der Iiunst und des kiinstlei-L 
scheu Glaubens mit lßiihnein, freyeni Pinsel ihre ewigen VVerlte aus 
Licht riefen. Das Leben derer, die, vom Strahl der neuen Sonne 
erweckt, sich hinausrangen aus dem Schlendrian alltäglicher Din-l_ 
tiglteit, sei dem Iianipfe geweiht, Die Lebcnsader sei durchdrnlh 
gen von jener Polemik, und der Geist könne noch ilicht zu der 
Ruhe, Freiheit und Fröhlichkeit durchdringen, in der das lIiiCltste 
der liunst gedeiht. Ihren Schülern bleibe es vorhehulten, die 
Früchte ihres lianililcs zu erndteti. Anti dem errungenen Felde 
würden diese erst ungehindert die jugendlichen Iiriilte entfalten 
und das schauend ergreilei-i, was ihre Lehrer noch iu neltelhaltv; 
Ferne erhlicltt! Doch schon die tYIi-gnon beweiset, dass der Allah 
ster in Zeit von wenigen Jahren der Neliellertic niiher geriicht, als 
seine Bescheidenheit ltolltc. Dieses Bild gehört schon zu den scltüu, 
sten Erzeugnissen der neueren deutschen Malerei. Graf Riitllyltglii 
hält aber unter den früheren von Schaduvv in Düsseldorf üusp;e_ 
führten Bildern dasjenige liir das gelungenste, welches das Gleiiulh 
niss von den klugen und thiirichtenJungfrauen darstellt. liaczyna-[ii 
sah es nur in einer grossten Zeichnung, licss aber dieselben als 
ein Werk des vollhqittniensten Einltlnnges liir seine Geschichte der 
deutschen liutisl; stechen. Dieses Gentuldc enthiilt t? beinahe 1e_ 
henSgt-nsse Figuren. lin Jaltre 1857 brachte der liiinstlcr C10" (Ihr- 
tun und eine Farbenskizze zur Ausstellung, und dann begann er 
die Ausliihrting in Oel liir das StiidePsche Institut zu Frunhlurt 
a. M. Von jeder der Figuren cxistiren ausgeführte Studien. 
Im Jahre 1830 malte Schudnw tiir den Rheinisch-VVestlJhiili_ 
sehen ßlJllSlVßTOlH eine Charitas, eine Mutter mit ihren Iiintlqrn 
in lehensgrosseti Figuren. Dieses liild erliliirt (irat llalzzynslti als 
eine Eingebung des edelsten und licbenswiirdigstizu Geniüths, der 
reinsten Liebe und Gliicltselighcit im Wesen der h'ran. Doch auch 
anderiviirts lesen ivir, dass in tliegßnl Bilde alle Vorzüge des liitti5t_ 
let's in ltulteu] Grade vereiniget seien. Schadow hielt es selbst l,u_ 
her Achtung werth, und kautte es dcsswegen nach der vGVlUU5lHla- 
wieder zuriiclt. Ein anderes grosses Gcllliildß Stellt Cllfiällli airf 
dem Oelberge dar. Auch dieses Bild trägt das Siegel eines erustn" 
Gedankens, und vor allein eint-s religiösen Gßltiltls, welches die 
Seele dieses liiinstlers ganz durchdringt. Wie immer, so ist auch 
(liest-s Gemälde mit Sorgtult ausgearbeitet. Eine zweite Darstellung 
aus dem Leben Jesu. 1850 vollendet, Zeigt den göttlichen Erliisgil. 
bei den Jüngern in Emaus. Dieses erhabene Bild gib! llüclynski 
in seinem Prachtwerltc im llulzsvlthille. Ein drittes Gemälde n": 
dem Lcichnamc des Heilandes ltlt Schuusse der lYlutter von Engeln 
umgehen, ein ergreifcndes Llild, stiftete 1856 der 1iItl3iDlSCll'VvßSt_
        

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