Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rubens, A. - Santi, Rafael
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1784434
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1785130
Rupert, 
Prinz. 
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und da beide gleiches Interesse für die Kunst beseelte, so War der 
Herzog bald Mitwisser des von Siegen bisher bewahrten Geheim- 
nisses. Sie stellten beide miteinander Versuche an, allein die Tech- 
nik und die Zubereitung war dem Prinzen bald zu mühsam, und 
es scheint demnach die durch Sandrart, Vertue und Descamps er- 
haltene Tradition, dass Rupert sich einen Gehiilfen genommen, 
Grund zu haben. Dieser Gehiilfe, irelchem der Prinz unter dem 
Siegel der Verschwiegenheit das Geheixnniss rnittheilte, war der 
Maler Wallerant Vaillant, der von 1656 an in gleicher Manier 
Blätter lieferte, und durch welchen dieselbe in Holland "und 
in Deutschland bekannt wurde, Auch Prinz Robert machte unter 
dessen Mitwirkung grosse Fortschritte, so wie er denn überhaupt 
ein Mann von entschiedencin Iiunsttalente war. Dieses beweisen 
nicht nur seine Radirungen und die Arbeiten in Mezzotitito, son- 
dern namentlich auch die Correktheit der Zeichnung in denselben. 
Der Zeitpunkt, in welchem durch den Prinzen diese Kunst in 
England bekannt wurde. fällt in das Jahr 1661, indem er nach 
der 1660 erfolgten Rückkehr Carl II. ebenfalls wieder nach Lon- 
don zurücltliehrte, wo ihn jetzt der König auf das gnädigste be- 
handelte und mit Ehrenstellen überhäufte. Doch vcrgass der Prinz 
in seiner glänzenden Lage keineswegs seiner" Kunst, sondern fuhr 
im Gegentheile fort, diesselbe auf eine noch höhere Stufe zu brin- 
gen. Jetzt theilte er sein Gebeinmiss dem J. Evelyn mit, der da- 
mals an einer Geschichte der Iitipterste-cherltunst in England ar- 
beitete, welche unter folgendem Titel erschien: Sculptura or the 
history and art of chalcography and engraving in copper. To wich 
is annexed a new manner of engraving, ur Mezzo-'l'into, com- 
municated by his Hyghnes Prince Rupert to the Author of his trea- 
tise. London 1662, 8. Der Prinz zeigte ihm seine Blätter, und 
machte ihn den 15. März 1661 mit der ganzen Behandlung prak- 
tisch bekannt, wahrscheinlich durch das Blatt mit dem Kopfe des 
Henkers, welches in dem genannten Werke vorkommt. Evelyn 
war davon bis zur Bewunderung überrascht, und seine Lobeserhtr 
bungen machten ganz England auf die Kunst des Prinzen aufmerk- 
sam, der gmviihnlich als der Erfinder derselben angesehen wurde. 
Sein Erfindungstalent war aber auch wirklich gross, und sein 
Streben ging stets auf neue Entdeckungen. Nachdem einmal die 
Mezzutinto-Matiier bekannt geworden und im Gange war, scheint 
er sich wenig mehr um dieselbe bckünntiert zu haben, den sein 
letztes Blatt ist von 166.1. Dagegen aber machte er in der Hydrau- 
lik, in der Verfertigung astronomischer Instrumente, in der Pul- 
vertabrilsation, im Schmelzen der Metalle, in der Canonengiesserei, 
in der Glasfabrikation etc., die glücklichsten Versuche. Die Her- 
zogin von Orleans sagt in ihren wMemuires et Fragmens historiqueßßs 
wovon mehrere Ausgaben bekannt sind, und die letzte von 1852 
ist, sie habe in London gehört, man habe ihren verstorbenen On- 
kel, den Pfalzgrafen Rupert. für einen Zauberer, und seinen gros- 
sen, schwarzen Hund für den Teufel gehalten, und es seyen alle 
Regimenter geflohen, wenn er vor dem Feinde erschien. Dieser 
berühmte und edle Zauberer, dessen Leben im liriege wie im 
Frieden gleich berühmt war, starb 1682 in seinem Hause in Spring- 
garden. 
 Das Bildniss dieses berühmten Prinzen ist oft gestochen wor- 
den, die merkwürdigsten unter diesen Portraiteti sind aber ]8l'l9 
von W. Vaillant und Faitlturne, wovon das des ersteren untßß 
(Wtvlibntvtvird Faithorne stach scin Bildniss nach Dubson, kl. fol- 
S. Bcrnard stach?! es als liniestücls, mit dem Commandostnbe, 
ein ausdrucksvolle: Bild, fol.
        

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