Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rubens, A. - Santi, Rafael
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1784434
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1785044
Bange, 
Dtto 
P h ililpp. 
lingslsind, Franz SternbalcPs Wanderungen. welche ihn im Inner- 
sten der Seele ergriffen, den Comptoirs-Na,ehmittag unerträglich 
und er dankte es dem Vater innigst, als er ihm im August 1793 
erlaubte sich 'auf die Malerei zu verlegen, da er bisher nur in der 
Kunst Fortschritte gemacht hatte, im Anderen den gewöhnlichen 
Weg gegangen war. Ueber seinen Entschluss bllalcr zu werden, 
und iiber das, was er bei seiner Wahl dachte, gibt ein llrief an 
seinen Vater vom 2-1. August 1798 Aufschluss. Runge lag jetzt 
unter HardorPs Anleitung unermiiilet der liunst ob, und somit war 
er schon tüchtig vorbereitet, als er im Olitohei- 1799 mich (Lupen. 
hagen sich begab, um an der Aliatleiuie tlaselbst Seine Studien i'm-g- 
zusetzen. Hier zeichnete er anfangs unter Ahiltlgaai-(Ps Leitung nach 
der Antike, und zwar in dem Zimmer des Meisters. da dieser eine 
besondere Vorliebe fiir liunge gewonnen hatte_ Nebenbei übte m; 
sich auch im Zeichnen nach der ligtur und in der Compositionj mit 
dem Malen aber war er 1800 se st noch sehr unzufrieden, ob- 
gleich Juel, der nach Runaäs Ansicht eine Manier hatte, die ausser 
aller lYIuuier lag, sehr mit ihm zufrieden war, und andere Sie), 
iiber seine Arbeit freuten. Er selbst konnte indessen inßopenhagen 
mit sich noch nicht ins Reine kommen, und da ihm die akademi- 
sche [ieitune eben so weni zusagte, als die Manier Joel's, so 
dachte er eriistlieh an die Abiäise nach Dresden. Hier kam er 1391 
an, und da fanclsein Geist und seine Liebe zur liunst volle Nah. 
rung. Anfangs hatten die Schätze der Gallerie seine ganze Auf- 
merksamkeit in Anspruch genommen; namentlich war es Pia- 
fael's Nlarlonna, die ihn ins Innerste der Seele erschüttert hatte. 
S0 habe ich mir, sant er in einem Briefe vom 17. Juli des cnann- 
ten Jahres, einen l-iiafael wahrlich nicht gedacht. Dieses i-ilimmli- 
sehe ist so nahe an dem Menschlichen weggeschnitten, dass eine 
Copie sehr menschlich werden könnte. Endlich dachte der Iiiinst- 
ler daran, selbst etwas zu liefern, und das Erste war eine Compu- 
sition aus der alten griechischen Geschichte, die er nach Vveimar 
sendete, wo damals Gütlie eine Preisautgabe gestellt hatte. Achill im 
Iiampfe mit Sliaruaiider hatte Klinge gezeichnet, und diessinal glaubte 
er auch ins Reine gekommen zu seyn. Dazu be eisterte ihn Hart- 
mann's Tod des Rhesus, welchen er bisher nur iiach der Beschrei- 
bung in den Propyläen kannte, jetzt aber fand er fast ganz seine 
eigenen Gedanken darin. Hartinann selbst war Rungds Führer, 
mehr als je einer, und der junge Mann schloss sich mit ganzer 
Seele an denselben an. Den Vorsatz, welchen er damals gefasst 
hatte, drückt er in einem Briefe vom Ö. Oktober 180i aus. Dieser 
Brief ist zugleich der Beweis fiir das redliclic Streben, welches den 
Künstler beseelte. In Dresden übte er sichjauch llcissig im Drlzilcn, 
da der Inspektor Pechwell verschiedene Bilder durch ihn CUPllEIl 
liess, iin Praktischen hatte er es aber immer noch zu keiner gros- 
sen Vollkommenheit gebracht. Seine Zeichnungen aber fanden all- 
gemeinen Beifall. Besonders sprach SlCh Tieck über Qjnige mit ßß- 
geisterung aus,  iibelrlrlen Tlfliänlpll des iämor, welchen Runge 
zuletzt auc in e aus irte, un zwar naci Art eines Basrelicfs. 
Selbst Schlegel sprach sich schon 180i mit Beifall über die Werke 
dieses Künstlers sus, während er es mit andern uft ziemlich streng 
nahm. Runge entwickelte von dieser Zeit an immer grössere Voll- 
kommenheit im Technischen. so wie er auch in der Theorie zu 
immer lilarerer Einsicht gelangte. Besonders waren es die Farben, 
denen er ein genaues Studium weihte; Ei- tmm darüber auch mit 
Göthe in Berührung, so wie denn dieser liiinstler überhaupt das 
Interesse der bedeutendster: Männer seiner Zeit erregte. Seine tiricfe 
geben über diese Verhältnisse merkwürdige Aufschlüsse, so wie sich
        

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