Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rubens, A. - Santi, Rafael
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1784434
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1785017
Bumohr , 
Friedrich , 
Carl 
Baron 
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Diess ist die letzte Arbeit im Gebiete der Kunstgeschichte und 
seine letzte Reise nach Italien unternahm er im Herbste 1840. Sie 
war kurz; Bumohr war für das italienische Leben zu alt gewor- 
den, die Formen desLandes wurden ihm unbe uein und lästig, 
und somit kehrte er in die Heimath zuriick. Die (letzte Zeit seines 
Lebens brachte er in Lübeck zu. Hier kaufte er sich ein Haus, 
in dessen Siilen man jenen einfachen, mit reicher Eleganz gepaar- 
tcn, gediegenen Geschmack bewunderte, den man aus seinen Schrif- 
ten kennt, und der englisches (Iomfxirt, mit italienischen Eigen- 
thiiiulichkeiten in den wohnlichen Räumen auf eine sinnige Weise 
verband. In diesem Hause hatte llumohr auch seine schönen Samm- 
lungen, die an seltenen Exemplaren reich sind. Seine liupferstich- 
Sammlung war vielleicht die ausgcdehnteste, die je ein Privatmann 
besass. Die interessanten Sculpturen seines Cahinetes hatte er theil- 
weise in Italien auf eigene Husten ausgraben lassen. 
Rurnahr wurde 1842 von einer unheilbaren Brustwassersucht 
befallen. Sein Arzt rieth ihm eine Badekur in Böhmen; allein das 
Uebel nahm auf der Reise zu, und 13.15 machte in Dresden der 
Schlag in wenigen Augenblicken seinem Leben ein Ende. Mehreres 
über das Leben und VVirkcn dieses Mannes gibt, wie oben be- 
merkt, die allgemeine Zeitung, aus welcher wir noch den Schluss 
ausheben, eigene Worte des Nlannes, die ihn vollkommen charak- 
lerisiren. nWäre ich reich und mächtig, sagte er. oder auch nur 
eins von beiden, wer weiss, welchen Einfluss ich gewonnen hätte, 
auf das künstlerische Treiben und WVirken unserer Tage! Wäre 
ich nicht eben hinreichend begiitert, in meinen Umständen durch- 
aus geordnet, wer weiss, welch ein Iiiinstler aus mir sich hätte 
laervordrehen lassen! Allein zum Gönner geveiihrte mir das Schick- 
sal zu wenig, zum Iiiinstlcr bei weitem zu viel. Denn es verdammt 
ein angeborner Wohlstand das liunsttalent zum Dilettantismus, weil 
nuthwendig auf einer gewissen Stufe der Iiiinstlerentwickclung das 
Urtheil dem Vermögen vorancilt, was die Hulinung beugt, den 
lVluth bricht  eine Verstimmung, welche nur liünstler von Beruf 
überwinden, weil das Bediirfniss des Erwerbes sie dazu nöthiget 
und zwingt. Ward ich freilich weder Iiiinstlei" noch Gönner, so 
vcrschönte mir doch die Gabe zu sehen, das Leben , gleich sehr 
in der Gegenwart und Erinnerung, gewann durch sie, was ich 
mündlich und in Schriften rnitgetheilt, auch für andere einiges 
Interessen:  
Und wenn gleich oben Ilumohr sagt, (lass er weder Iiiinst- 
ler noch Gönner war, so müssen wir ihn doch, nicht allein als 
liunstturscher und Iienuer, sondern auch als liiznstler in dieser 
Ileihe aufführen, denn B. v. Bumuhr hat nicht nur mehrere treff- 
liche Zeichnungen, sondern auch Gemälde und radirte Blätter hin- 
terlassen, die zu den schönsten und geistreichsten Dilettantenarbeiten 
gezählt werden müssen,  wenn einmal der vornehme und reiche 
Iiunstfreund nichts anders seyn soll als Dilettant. Seine Gemälde 
bestehen in Landschaften, Ansichten und Genrebildern, seine Ra- 
dirungen sind iblgenden Inhalts. 
1) Priester um das Bett eines Sterbenden, im Grunde nach 
links hin einer mit dem Kreuze, im Vorgrunde ein Tod- 
tenkopf. Rechts am Buden: Pallida mms-Bumohr f. 1812. 
H. 2 Z; 8 L" B1". 2 Z. 8 L. 
2) Das Begriibniss in einer Kirche, wie der Todte in die 
Gruft gesenkt wird. Rechts am Bande; Ruxnohr f. Dec. 812- 
H. s  m. 2 z. 7XL. ß 
3) Verschiedene Büsten und Köpfe, links über zwei kleineren
        

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