Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rubens, A. - Santi, Rafael
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1784434
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1789037
Santi 
Rafael. 
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aber auch sie vermochten dem überwiegenden Genius Bafaefs nicht 
zu widerstehen. Sie gaben ihre Individualität mehr oder weniger 
auf und sanken in einer dritten Periode zu Manieristen herab. 
Aber nicht allein die Gemälde RafaePs, die in verschiedenen Städ- 
ten Italiens dessen hohen Ruhm bestättigten, oder Schüler, welche 
seine Art und Weise in entlegenen Gegenden tbrtpllanzten, auch 
die leicht zu verbreitenden liupferstiche nach seinen Compositio- 
nen trugen viel dazu bei, ihm die allgemeinste Anerkennung zu 
verschaffen. Die Stiche des Marc Anton und einiger seiner Schii- 
ler sind in der That sehr geeignet, das eigenthiitnliche Verdienst 
des itleisters zu Veransehaulichen, und in gewisser Hinsicht so mei- 
Stcrhalt ausgeführt, wie nach Passailant seitdem nicht wieder Aehn- 
liches nach liafaelischen Werken ist geleistet worden. 
"Während sich nun BafaePs Iiunstweise nach allen Gegenden 
Italiens hin verbreitete und selbst imAuslatideEitigang fand, so er- 
losch in Rom seine Schule bald nach seinem Tode. Erstlich blie- 
ben die liünstler nach dem im Jahre 1521 erfolgten flinscheiden 
Leo's X. ohne alle Beschäftigung fiir dieliegierung, so dass viele der. 
selben llotu verliessen. Zwei Jahre später, unter Clemens VIL, er- 
hielt zwar das Iiunstleben wieder eine neue Anregung und meh- 
rere Schüler ltafaePs fanden Beschäftigung; nachdem aber auch 
Giulio liomano seinen Sitz in Mnutua aufgeschlagen hatte. gewan- 
nen [Vlicliel Angelo und sein Giinstling Sebastiano del Piombo aus- 
schliessenrleti Einfluss. Die 1527 erfolgte Plünderung Bonfs zßr- 
streute vollends die noch zurückgebliebenen Schüler Rafaefs und 
der Einfluss des hohen Meisters versicgte mit einem llflale. Zwar 
glänzte llaifaefs Name auch in den folgenden Zeiten; allein man 
entdeckt in den gepriesenen Werken der Zuccheri und des Vasari 
nicht eine Spur der Nachwirkung des Geistes, durch welchen Ra- 
fael unsterblich wurde. Später erwiesen ihm Annibale Carracci 
und Guido lleni wider erfolgreichere Verehrung, da sie im Pallast Far- 
nese und im Gnrtensaal Rospiglitasi mit mehr Glück als andere ih- 
rer Zeitgenossen dem grossen Urbinatcn nachzueifern verstanden. 
Die liunst; erhob sich durch diese Meister in etwas, aber um noch 
viel tiefer zu sinken als jemals, so dass es dem schönen Talente 
des Carlo Maratti, der leidenschaftlich für Rafael begeistert wnr,' 
ihn studierte und seine Werlzge herstellte, dennoch nicht möglich 
wer, auch nur ahndungstwcise den Geist llafaeVs hervorzurufen. 
Sehen wir auf diese Weise selbst bei der grüssten Abirrung der 
Kunst den Namen RafaeVs durch Jahrhunderte hindurch hoch ge- 
priesen, so blieb es doch erst dem Geiste der liunst unserer Zeit 
vorbehalten, sich wieder zu dem tieferen Grunde jener grossen 
Vergangenheitzutieigen. Namentlich ist es einigen gefeierten Iiiinst- 
lcrn Deutschland: gelungen in gewisser Hinsicht der Bafaefscltcn 
Audassungsweise sich zu nähern. 
A. Summax-ische Uebersicht der Werke BafaePs, nebst 
Angabe der Stiche in ganzen Folgen, so wie der 
Sammlungen vonZcichnungen und vonlmitatiuns- 
YVerlien. . 
1) Die frühesten Malereien des Künstlers S. 288. 
2) Die Bilder in Perugixufs Manier S. 290. 292  296. 
S) Entwürfe zu Pinturiccliiifs Malereien im Dome zuSienmS. 296. 
4) Die Nlulereien in Citta di Custello. S. 297. 
5) Die syiiterei: Arbeiter: in Urbinu. S. 293  299-  
Ö) Die Bilder aus der Zeit seines ersten {lorexitinischen Aulent- 
 haltcs. S. 29g  500.
        

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