Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rubens, A. - Santi, Rafael
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1784434
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1789023
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Szmti 
(Sanzio) 1 
Rafael. 
Färbung und breite Behandlung; Tiefe der Charakteristik und 
Strenge der Zeichnung erreichte er nie in einem hohen Grade. Er 
brachte die Behandlungsweise Bafaefs zuerst nach Bologna, konnte 
aber keine tüchtige Schule nach dessen Principien gründen. Ein 
anderer Schüler RafaePs heisst Tommaso Vinciilore, der in Cre- 
xnona gearbeitet haben soll. Auch Innocenzo Francucci da Iniola 
studirle die Werke RafaePs eifrig, und ahmte ihn nicht ohne Er. 
folg nach. Carlo Pellegriilo Munari wird als ein ausQzt-ichneter 
Schiiler Rafaelä; angegeben, welcher dessen Behandlungsweise nach 
Modena verpflauzte. In Neapel verschaffte Andrea Sabbatini aus 
Salerno der Iiunstweise Rafaefs Eingang, er selbst aber zeichnete 
sich mehr durch grosse Leichtigkeit in der Behandlung als durch 
ernstes Streben nach Gediegenheit aus. Seine Zeichnung hat keine 
Strenge, seine Charaktere sind ohne Tiefe. Er bildete viele Schü- 
ler, die aber alle Manieristen wurden. 
Zu den Schülern RafaePs sind auch einige Ausländer zu züh- 
len; unter den Niederländern vor allen Bernard van Orley. Dic- 
ser talentvolle Maler brachte schon ausgezeichnete [Kenntnisse mit 
nach Italien, verlor aber über dem Streben charakteristisch zu seyn 
seine Individualität, ohne den Sinn für hühere Schönheit und eine 
tiefere Anschauungsweise, wie sie die grossen italienischen Meister 
besessen, zu erwerben. iYIichael COKCIC scheint mehr ein Nachah- 
mer als ein Schüler IiafaePs gewesen zu seyn; er nahm aber noch 
mehr als Bernard van Orley die italienische Behandlungsweise an, 
und beförderte deren Verbreitung im Vaterlande. Auch in den 
Werken des Georg Pencz, eines Schülers von A. Dürer. ist der 
Einiluss dcr tiafaelßchen Schule unverkennbar. Pedro Campanna, 
in Brüssel von spanischen Eltern geboren, wird von Paloinino 
ebenfalls zu RafaePs Schülern gezählt, kann aber wohl nur zu 
dessen Nachahmer-n gerechnet werden. Morales Perez, der Göttli- 
che genannt, war in Sevilla der Schüler Campannzfs. 
Noch hatte Rafael eine grosse Anzahl von Schülern, die als 
unbedeutend entweder in völlige Vergessenheit geriethen, oder von 
denen wir ltauin mehr als ihre Namen kennen. So ist Vincenzo 
Pagani della Marca nur ein schwacher Nachahmer des Urbinaten. 
Dann werden auch Scipione Sacco aus Cesena, Don Pietro da Ba- 
gnaja . Jacomone da Faenza, ein gewisser Crocchia und Pietro Viti, 
der Sohn Timotetfs, zu ltataeVs Schülern gezählt, es fehlen aber 
sichere Nachrichten. 
Aus diesen Angaben, die Passavant I. 53g weiter ausdehnt: 
stellt sich heraus, wie bald nach ItafaePs Tod seine Darstellungs- 
weise sich in ganz Italien verbreitete und beinahe hcrrschend 
wurde. Nur in der Schule der Venetianer blühte noch ein leben- 
diges, eigenthümliches Princip der Malerei, und erhielt sich lange 
Zeit von-fremdem Einilusse frei. In Florenz verfiel die Kunst im- 
mer mehr in {lache Nachahmung der Manier des Nlichel Angeln. 
In der Lombardei sucht Parmegianino nach dem Tode des Correg- 
gio dessen liehandlungsiveise mit jener der römischen Schule zu 
vermitteln, verfiel aber in eine sehr gesuchte Manier. In Mailand 
hatte Leonardo de Vinci eine sehr zahlreiche Schule gegründet; 
allein auch sie vermochte nicht ihre Selbstständigkeit gegen den 
Einfluss liafaePs zu behaupten. Cesare da Sesto und Bernarrliuu 
Luini neigten sich später zu Rafael hin. Der Messiner Girolamo 
Alihrandi befolgte einen ähnlichen yVeg; überhaupt übte RafaePs 
liunstwcise einen mächtigen Einfluss auf die Kunst in Sicilien. In 
Siena hatte ßaldassaru Peruzzi, Gio. Ant. Razzi, Qlacopo Pacchia- 
rutti und Domenico lieccafumi clerltVlalerei neuen Glanz verliehen,
        

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