Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rubens, A. - Santi, Rafael
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1784434
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1789015
Santi 
B ufael. 
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ten Produktionen und am Ueppigen Geschmack, und die bald völ- 
lig emancipirte Phantasie zog die Kunst nach und nach zur lügen- 
haften Manier herab. 
Bei den Schülern RafaePs herrschte zwar, so lange sie unter 
dessen persönlichen Einfluss blieben, eine edle Richtung vor, allein 
bald nach seinem Tode zeigte sich ein schnell zunehmender Ver- 
fall , d nur wenige honnten sich auf einer selbstständigen Höhe 
ihrer Einst erhalten- Die meisten erheben sich nicht über eine 
flache Nachahmung und verfielen bald in eine Manier, worin des 
Meisters Auinuth in blosse Ziererei, ohne Tiefe des Gemüths, aus- 
artete, und dessen schöne Formen bald zu tudtenCFypexi erstarben. 
Der Sinn für llcichthuin natnrgemiisser Schönheit, für die tiefe 
Bedeutung der Gestalten und für die gc-heitnnissvollcn Beziehun- 
gen in der Natur war gleichfalls allgemein erloschen. 
Eine wahrhaft schöpferische Iiraft treffen wir nur bei Giulio 
Romano, eigenthiimliche 'l'alente nur bei wenigen anderen Schü- 
lern, namentlich denjenigen, welche initllafaelerstin Verbindung ge- 
treten, als sie schon ihre erste ltiinstlcriscbe Bildung erworben bat- 
ten. Zu diesen gehören BenvenutciGarofolu, Gaudenzio Ferrari und 
Timoteo Viti, die an ihrerStelle im Lexikon erscheinen, so wie die 
übrigen Schülerllafaehs. Darunter haben wir auch den Giulio Pippi, 
genannt Romano, bereits ervviihnt, dessen feuriges Clfemperaaient 
viel geeigneter war, ein grossartiges Naturleben (larzustelleu und 
in flüchtiger] Skizzen meisterhaft zu entwerfen, als tief gemüthli- 
ehe, beziehungsreiche Gegenstände mit Sorgfalt auszuführen. An 
ihn scbliesst sich Francesce Penni, il Fattore, an, dessen Werke 
selten geworden sind, und noch seltener jene seines Bruders Luca. 
Franeesco fertigte viele Zeichnungen, die, wie Vasari berichtet, 
ganz. in der Art BafaePs behandelt sind, so dass jetzt viele dem 
Meister selbst zugeschrieben werden dürften. lYIehrere Zeichnun- 
gen des Luea Penni sind gestochen, welche zwar den Charakter 
der römischen Schule tragen, aber weder durch Tiefe der Ideen 
noch durch Schönheit oder Grossartiglteit der Darstellung anspre- 
chen. Ein durch Talent und Pruduktionsgalwe ausgezeichneter Schü- 
ler Hafaehs ist jedoch Perine del Vaga, der aber ebenfalls mehr eine 
grosse Leichtigkeit im Maehwerk, als Fülle und Tiefe der Ideen 
hatte, worin er arm zu nennen ist. Auch verfiel er bald in Ma- 
nier. Bedeutungslos in den Charakteren und cunventitznell in der 
Zeichnung und Farbe sind seine Fresken im Pellaste Doria zu Ge- 
nua. Von dem Charakter seiner Zeichnung geben mehrere von 
Caraglio gestochene Blätter einen richtigen Begriff. Ein schönes 
Talent war Gio. Nanni da Udine, der Gegenstände der äusseren 
Natur mit eben so viel Wahrheit als mit Leben und Geschmack 
behandelte, und dessen Groltesken und anniuthige Kinderspiele 
verdienten Ruhm erwarben. Ein von diesem sehr verschiedenes Ta- 
lent war aber Puliduro Caldara, welcher eine ganz andere Richtung. 
obgleich auch decurativer Malerei, in Aufnahme brachte. Sein Ver- 
dienst hennen wir aber jetzt fast nur mehr durch Iiupferstiche, 
welche nach seinen Malereien an den Häusern gestochen wurden. 
In demselben Fall. wie POllvlOFU war auch Vincenzo da San Gemi- 
niano, der ebenfalls viel mit Rafael gearbeitet hatte. Später zierte 
er mehrere Faeaden von Hiiusern mit historischen Darstellungen, die 
aber bis auf wenige Reste verschwunden sind, so wie jene Schiz- 
z0ne's, der ebenfalls IlafacPs Schüler gewesen seyn dürtte._ Barto- 
lurneo Ramenghi da Bagnacavallo verweilte nur kurze Zeit m 30111 
doch eignete er sich unter Raten-Vs Leitung viel von de_ssen_Dar- 
stellungsweise an, besonders in ßezug auf allgemeine ÜISPQSIUQH,
        

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