Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rubens, A. - Santi, Rafael
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1784434
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1788932
Santi 
Ralfacl. 
437 
bis auf vcenige Splitter zerfallene Sarg, aber das noch ziemlich 
wohl erhaltene Skelett sich vurfand, welches in Erwiigtlng des Or- 
tes alsbald für Ilafaels Beine erkannt wurde. Passavant I. 562. 
liess den höchst anziehenden Bericht des Nlalers Friedrich Over- 
back an den Direelstur Philipp Veit zu Frankfurt a. M. über diese 
Begebenheit abdrucken. und der genannte!Schriftsteller fügt dann 
noch weitere Notizen bei. Der Sarg von Pinienhnlz, wurin Ha- 
fael begraben wurde, war mit einem festen Mörtel aus Halle und 
gestossenem "Favertin iiberkleirlet, in welchem sich die Fasern des 
liulzes deutlich abgedruckt fanden. Das Skelett rnass '25 Pahn, 
oder beinahe 5 F. 2 Zr Pariseriuaas. Den Schädel fand man von 
fast vollkommener Erhaltung, mit den Zähnen von schöner Weisset 
Der Bildhauer Cav- Fnbris liess ihn in (iyps abfurrucn, So wie die 
wnhl erhaltenen Knochen der rechten Hund, die aber nach dem 
Abguss in Staub zerlielcn. Auch der starke, noch nicht völlig; 
verhlxrtete Luftriilirenkupi" wurde ahgeformt, und dann mit dem 
Skelett wieder llH Grabe beigesetzt. Die Üeberreste des grussexl Mei- 
sters hat Caxnueeini gezeichnet und Burani selbe lltllügTilplilFli, mit 
der Ansicht des Grabgewvölbes, des Tabernaelsels, der Statue der hl. 
Jixngfrau und des antiken SGPliOPlIGgS. welchen Papst Gregor XVI. 
zur Aufbewahrung der Ueberrcste geschenkt hatte. Diese Litho- 
graphien wurden mit einer Beschreibung des Vorganges, durch die 
Congregaziuile dei Virtuusi an Verehrer RafaePs vergeben. Cav. 
Cnnmcciui hatte zu diesem Bchufe ein eigenes Privilegiunm erhal- 
ten, und daher wurde dem damaligen Director der französischen 
Akademie, Hurace Vernet, der Abdruck einer lithograrwhirten Dur- 
stcllung der Auffindung des Slseletts verweigert. so wie er denn 
ebenfalls den Vorfall nur aus dem Getliiehtuisse zeichnen dnrlte. 
VVenige Exemplare der Steinzeichnnng wurden an Freunde ver- 
schenht. Uebcr diese Geschichte berichtet die Allgemeine Zeitung 
Vüm 10. November, und das {Vlusenxn vdm 18. Nov. 135.3 und den 
30. Juni 1854 Ausführliches. Den Inhalt des Instrumentes, welches 
bei dieser Gelegenheit zu den Ciebeinen gelegt wurde , die 
Beschreibung des Sarges, und die neue Inschrift in Marmor ne- 
ben dem Altare der iVladunna del Sasso, s. Passavant l. 567. 
RafaeYs 
CÄarakter und dosscn Bildnisse, 
der Stiche nach denselben._ 
nebst 
Angabe 
Von RnFaePs liebenswiiriligein Charakter gilit uns namentlich 
der schon oben erwähnte Brief des Cuelio Czilezignini ein schönes 
Zeugniss, welcher ihn einen jungen Nlann von der grösstci) Gute 
und von bewunderungsiviiriligexn Geiste nennt, eben sn anspruch- 
los und bescheiden. als geistvoll und wohlthiitig. Welchen Zan- 
ber er dadurch auf seine Umgebung aiisiible, bezeugt Vnsari, in- 
clem er voll Bewunderung ausruft, dass yeilerinann ihn gerne er- 
hebe. Grosse und Geringe ihn liebten, und dass seine Gegenwart 
die Iiiinstler zur Eintracht verband und jeden nieclern Gedanken 
Verbannte, indem er alle an einnehinender Liebe und Zuvorkomineii- 
heit eben so sehr ubertrat als an hunst. Ja Vasari laehauptet so- 
gflf, dass selbst die Thiere ihn gleich 4011 5118115811011 verehrten. 
bßlne Gesiehtsbildung war regelmässig nncl einnehmend. Auch der 
Schade-l ist nach Passavantl. 565 von ausgezeichnet schöner, in al- 
lffn Theilen hai-iuonischer Form. Die Stirne tritt iiher den Augen 
Zlenllich vor, ist aber schmal und von keiner bedeutenden Elühe- 
Ußgßgvn ist der hintere Theil des Schädels schön gewölbt und von 
ungewöhnlich voller Form. lin Allgemeinen scheinen daran die 
ßvtllßll Organe gleichmiissig ausgebildet, ohne dass eines aullnllcnel 
Mix-stehe. Seine ilaaro waren braun und seine Augen W111 86111118111,
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.