Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rubens, A. - Santi, Rafael
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1784434
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1788900
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Santi 
Rafael. 
gestochen haben, wie die Statue der Ariadne und das Basrelief mit 
den zwei Fauuen, die einen Knaben im Korb tragen. 
Sein universeller Geist führte ihn auch zu hunslhislorischen 
Studien, die sein besonderes Interesse in Anspruch nahmen. Er 
liinterliess selbst eine Schrift mit historischen Notizen, welche dem 
Vasari bei seinem Werke der Iiiinstlerbiugraphien von grossem 
Nutzen war. Diese Schrift scheint leider zu Grunde gegangen zu 
scyn, da wir gar keine andere Nachricht darüber besitzen, als die 
Stelle Vasaris IX. 12g, WG er Sagt, es haben ihm die Schriften von 
Dom. Ghirlanclajo, Lorenzo Ghiberti und lialäello da Urbinu gute 
Dienste geleistet. 
Rafa 81,5 Tod. 
Es war am Charfreitage des Jahres 1520 als Rafael nach ei- 
nem irdischen Leben von 57 Jahren inmitten seiner rastlosen Thii- 
tiglieit das Zeitliche segnete. Er starb nnbevaeibp es mm aber in 
derselben Grabltapelle im Panthenn seine Braut, Maria da Bihiena, 
die Nichte des Cardinals dieses Namens. Bibiena hatte diese seine 
Verwandte wahrscheinlich 1514 dem I'liii1stlei' selbst angetragen, 
und Rafael gab dem unabweisbaren Antrage nach; allein sei es, 
(lass er wenig Neigung fand, oder dass andere Ursachen die Voll- 
ziehux g derEhe hinderten, Itafael vollzog nie die eheliche Verbin- 
dung. Dieses ahenstürte die freundschatflichen Verhältnisse mit 
dem Cardinale nicht, wie wir aus Briefen Bcmbtfs an da Bibiexia 
wissen, und da letzterer der Lleirath wegen den Iiiinstler sogar 
drängte, so muss keine unwürdige Ursache den Willen des Cardi- 
nals verletzt haben. Gerade diese ungetrübte Zuneigung dessel- 
ben macht die Vermuthung derjenigen, dass Maria entweder bald 
nach dem Heurathsantragc verschied oder dass sie, von liranhheit 
geschtvlinhl, die eheliche Verbindung aufgehen musste, bis der Tod 
ihre Hoffnung zerstörte. Darauf deutet ja auch die von Pietro 
Beuibo verfasste Grabschrift der lWaria da Bibiena, welche jener 
IlafaeYs gegr-niiber zu lesen war, jetzt rechts in einem oberen Felde 
der Nlarmorbeltleidung eingemauert ist. Blau liest da: 
MariacAnttinii. F. Bibienae. Sponsae. Eins. Quae. 
Laetns. Hymenaeos. Nlorte. Praevertit. Et. Ante. 
Nuptiales. Faces. Virgo. Est. Elata". 
Diese Grabschrift ist sicher nicht älter als jene Rafael?) und zu 
einer Zeit verfasst, ,in welcher Rom von dem sittlichen Charakter 
des Meisters noch mit hoher Achtung sprach, wie man es von ei- 
nem Manne, der vom Pabste geehrt, und imyertrautesten Umgang 
mit den edelsten Männern seiner Zeit lebte, auch nicht anders er- 
warten kann. Die Augenzeugen von ltataefs Leben und Tod las- 
sen keine anlslagende Aeusserung vernehmen. Mit welcher Würde 
spricht der Historiker Paolo Giovio und der Alterthumsforseher 
Andrea Fulvio von ihm! Wie riihmt ihn als Mensch und Iiiinst- 
ler Caelio Calcagnini in seinem schon oben erwähnten Schreiben 
an Jakob Zicgler, welche Passavant I. 2[!5 in deutscher Sprache 
gibt! Nur Edles und Grosses weiss Marc Antonio Michiel de 5er 
Vettor in seinem wenige 'I'agtw nach llafaePs Tod an Antonio di 
Marsilio in Venedig gerichteten, bei Passavant I. 525 im Auszugß 
gegebenen Brief von ltafael zu erzählen. Vom tiefsten Schmerzt? 
war der edle Graf Castiglitane ergriffen, der vertrnuteste Freund 
llafaefä- Die Iilage über seinen Tod verewigte er in einem latei- 
nischen Gedichte. Auch der grosse Dichter Lndovieo Ariusto C1" 
goss, als er in Ferrara den Tod seines Freundes vernahm, dessen 
Lob in einem lateinischen Gedichte, welches, wie jenes des Grafen
        

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