Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rubens, A. - Santi, Rafael
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1784434
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1788822
.426 
Santi 
Rafael. 
Franz I. gefertiget habe. Den schönen Entwurf kennen wir nur 
noch durch die Stiche von Marc Anton und Marco di Ravenna. 
Die beiden Caryatiden hat Enea Vico für einen Leuchte: benutzt. 
 Die Chorstiihle der Kirche S. Pietro maggiore in Perugia. Diese 
Stiihle sollen nach der Angabe in den Wegweisern von Perugia 
nach [lafaeVs Zeichnung geschnitzt seyn, allein dies ist nach der 
im Architrav angebrachten Inschrift unrichtig. Magister Stephanus 
de Bergamo hat nämlich 1535 mit seinen Gehiilfen die Arbeit vol- 
lendet. llaimondo Faucci hat 1789 den grössten Theil der Ver- 
zierungen gestochen. 
Die Churstiihle im Dome zu Citta di Castello. Auch die Zeich- 
nung zu diesen Stühlen wird von einigen dem Rafael beigelegt, 
theilweise auch noch von Longhena, Passavant erkennt darin nicht 
im Geringsten die Art des lWeisters. Auch die darin angebrachten 
Jahrzahlen 1535 und 15710 stellen jene Angabe als irrig heraus. 
 Vier Basreliets mit Propheten, werden in F. Titti's Ammaestra- 
mento etc. IÖSÖ der Erfindung nach dem Rafael zugeschrieben. 
Sie waren' in den vier Ecken unter der Iiuppel des Doms von Cittii 
di Castello , sind aber nicht mehr vorhanden. Passavant hält diese 
Angabe fiir unbegründet. 
 Die Zeichnung zu einem Canclelaber. Diese soll er um 1518 
im Concurrenz mit Michel Angelo gefertiget haben, da" für die St. 
Peterskirche in llom zwei grosse, reich verzierte Leuchter gemacht 
werden sollten. Solche Leuchter sind allerdings in jener Kirche 
vorhanden, sie wurden aber erst 1551 nach Michel Angela's Zeich- 
nungen von Antonio Gentili in vergoldetem Silber ausgeführt, und 
sind ein Geschenk des Cardinals Alexander Farnese. Aus diesen 
Angaben weiss man, was von folgendem Werke, welches die bei- 
dfen Leuchter in Abbildung gibt, zu. halten ist: Deux candelabres, 
composes pur Raphael d'Urbin et Mlchel Auge Buonarotthdäapres 
le eoncours ouvert entre eux par lcs papes Jules II. et Leon X. 
environ Pan 1518, Paris 1803.  1 
 
Rafael als Architekt.   
So wie die meisten grosscn Künstler früherer Zeit, so hatte 
auch Rafael die Architektur in seinen Iireisgezogen. Hierin machte 
er unter Leitung des Bramante seine Studien, und dann war es 
namentlich Vitrnv, durch dessen Studium er seine Kenntnisse zu 
bereichern suchte. Er liess durch den tugenclhaften,"gelehrten aber 
armen Marco Fabio Calvo, den Rafael freundlich in sein -Huus 
aufgenommen hatte, das Werk jenes Architekten ins Italienische 
übersetzen. Die Handschrift befindet sich jetzt auF derllof- und 
Staatsbibliothek zu München, 273 Blätter in folio, mit beigefügten 
Banclnoten des liiinstlers.  
Wie als Maler so ist aber Rafael auch als Architekt eigen- 
ihiimlich, indem er sich weder an Branmnte, noch an _Vitr'nvius 
strenge hielt. Was RafacVs Art von der des Brmnniite hauplisiiclz- 
lieh unterscheidet, ist nach Passnvazit, dass er seine zirchitektuni- 
sehen Glieder, wie Gesiluse, TTnir- und Fanstcrliekleillnxlgen vor- 
springeuder hielt, und ihnen mehr Fülle 511D; dass er sich nicht 
su streng an die x-ümisch-antilaen Vorbilder izn Einzelnen hielt. 
sondern mehr malerische Wirkung und llaichthunx in den Hunnen 
suchte,  daher seine Neigung, den Sturz der Fenster abwechselnd 
mit spitzen_uucl gerundeten Gieheln zu bedecken, gelsuppelteiSäu- 
len anzubringen und den Sockel durch vertretendeFensterbriistun 
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.