Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rubens, A. - Santi, Rafael
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1784434
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1788757
Santi (Sanzio) , Rafael. 
Dem Rafael zugeschriebene Werke. 
das mit Engelknaben angefüllt ist. Zu seiner Rechten sitzt Maria. 
gegenüber der 'l'äufer Johannes. Unten links kommt der Apostel 
Paulus mit dem Schwerte einhergcschritten, rechts kniet St. Katha- 
rina. Den Hintergrunrl bildet Landschaft. Dieses Bild beschreibt 
Vasari nicht, obgleich er die Zeichnung RafaePs und den Stich 
von Marc Anton kannte. Passavant meint, dass ihm entweder das 
Gemälde nie zu Gesicht gekommen sei, oder dass er dasselbe als 
Schulbild absichtlich übergangen habe. Passavant glaubt nämlich, 
das Bild sei von einem der besseren Schüler RafaePs ausgeführt, 
und zwar nach der Zeichnung des Meisters. Diese wird in der 
Sammlung zu Paris aufbewahrt, das Gemälde aber zeigt keineswegs 
Vortheilhafte Abweichungen. Unter den vielen Engellsnaben in den 
Wolken ist auch nicht einer, welcher die dem Rafael eigenthümli- 
-Che Grazie verräth. Auch hat das Gemälde sehr nachgedunkelt. 
In Paris wurde das Bild vonLe Bruu hergestellt, und bei dieser 
Gelegenheit entdeckte man ein Monogramm mit einem A darauf. 
Le Brun taufte selbes auf einen ganz unbekannten Albareti. Die. 
ses Gemälde zierte den Hauytaltar des Klosters der Franziskaner 
zum heil. Paulus in Parma , es kam aber spät dahin, indem wir 
aus Pungileonfs Meinorie di Ant. Allegri III. 16 wissen, dass 1660 
Gian Maria Conti, tiirl ein für denselben Altar gemaltes Bild 600 
Lire erhielt. Nach dem Friedensschlusse von 1815 kam das Ge- 
mälde aus dem Pallast in St. Cloud wieder xiach Parma zurück, 
wurde aber in der Pinakothek aufgestellt. 
St. Lucas die Madonna malencl. Er kniet auf einem Schein- 
mel, und. malt die ihm in Wolken erscheinende heilJungfrau mit 
dem liinde auf eine Tafel, welche vor ihm auf der StaHelei steht. 
Rafael, im Alter von etwa dreissig Jahren, steht hinter ihm zur 
Rechten, und sieht aäfmerksam zu. Von dem Stier sieht man nur 
der Kopf mit der Brust. Passavant sagt, dieses Gemälde sei au- 
genfiillig von mehr als einer Hand ausgeführt, und namentlich 
der [iopf des Heiligen so meisterhaft. gemalt, so warm im Colurit 
und vun so heseeltcm Ausdruck, (lass er wohl von Rafael sebst 
gemalt seyn dürfte, alles übrige aber stehe diesem Theile weit nach. 
Der genannte Schriftsteller glaubt daher, Rafael habe das Bild nur 
leicht entwurfcn und nur den Kopf und den Arm gemalt; aber 
schwerlich halte er schon snizreigenes Bildniss in dem Gemälde 
angebracht. Passavant meint demnach, es sei diese Figur erst 
nach RafaePs Tod hinzugefügt worden. Pietro da Cartona schenkte 
das Bild der nach seinem Plane erbauten Iiirche St. Martina in Rom, 
welche schon Sixtus V. im Jahre 1588 der römischen Kunstaka- 
demie übergehen hatte. Jetzt befindet es sich in der Akademie 
von St. Luca und auf dem Altare steht eine Copie von Antivedutu 
Grammatica, die er als Präsident der Akademie fertigte, um das 
Qriginal zu verkaufen, daher er von seinem Posten entsetzt wurde. 
Da: Originaibild hat theilweise sehr gelitten und ist stark über- 
ar extet.  
Der heil. Hieronymus als Biisser in der Wüste, ein_ lislelne! 
Bild. welches der anonyme Reisende des Morelll (Nouzm elli- 
P- 241) 1557 im Hause des Dr. Marco da Mantoa zu P3" 
dua sah._  
 Üeber dieses Bildchen haben wir keine weiteren Nachrichten, 
linder Sammlung des brittischen Museums sah aber Passavßnt  
Studium zu einer knienden Figur, die ganz der Stellung am" 
Buqse thuenden Hieronymus entspricht.  
297a
        

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