Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rubens, A. - Santi, Rafael
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1784434
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1788702
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Dem 
Santi (Sanzio), Rafael. 
Rafael zugeschriebene Werke. 
Munro um 546 L. verkaufte. Da ist ein Joseph beigefügt, der 
links im Grunde in ein Thor geht. 
Ein drittes Exemplar ist im Besitz des Sir Thomas Baring 
in Stralton. Joseph steht hier links, unmittelbar hinter dem klei- 
nen Johannes. Passavant meint, es sei diess jenes Bild der Galle- 
rie Arundel, welches W. Hollar 1642 als P. del Vaga gesto- 
chen hat. 
Eine ganz ähnliche Composition scheint auch in Frankreich 
gewesen zu seyn, welche Simon Vouillemont mit derDedication an 
Anna Ludovica d'Or-Icons gestochen hat. 
Madonna des Grafen Bisenzo, liniestiiclt. Maria hält das auf 
ihrem Schoosse liegende Christkind, indem sie es gegen ihren 
rechten Arm lehnt. Dieses blickt aus dem Bilde, während es die 
Mutter beinahe wehmütliig betrachtet. Zwei Engelsköpfe schwe- 
ben in den Ecken des Bildes, die Mitte des Grundes nimmt ein 
herabhängenrles Tuch ein, zu dessen Seiten man in eine felsige 
Landschaft in der Art des Pinturicchio sieht. Dieses Bild zeigt 
entschieden die Beliandlungsweise des Perugino, und nur in ein- 
zelnen Theilen, namentlich in der Stellung der Eugelshiipfchen, 
Anklänge an die Eigenheiten des Gio. Santi. Von diesem kann 
aber das Bild nicht seyn, weil er nie in Oel malte, nie die Manier 
des Perugino annahm, und nie einen solchen Schiinheitssinn für 
Formen und Linien entwickelte. Es ist daher die Meinung ent- 
standen. dass Rafael dieses Bild 15014 zu Urbino gemalt habe. Auch 
einige liiinstler ersten ltangs entschieden in Bom für die Echtheit 
des Bildes. Es befand sich daselbst in der Sammlung des Grafen 
Guido Bisenzo, und aus dieser kam es in das Stiidelsche Institut 
zu Frankfurt am Main. Passavant sagt, Puugileone habe es zuerst 
mit ühertriebenem Lobe erwähnt. 
Maria dem Iiinde Blumen gebend, Iiniestiick. Sie hält das- 
selbe in ihrem Schoosie und sieht lieblich aus dem Bilde. In der 
herabgesenkten Linken hat sie ein halbgeöffnetes Buch. 
Von dieser Composition gibt es mehrere Bilder. Ein schönes 
Exemplar, welches dem G. Romano zugeschrieben wird, befindet 
sich in der Tribune zu Florenz, ein anderes, sehr nachgedunkeltes 
im Pallaste Borghese, und ein drittes in der Sammlung des Gralen 
Leicester in Holkham. Letzteres Bild stammt wahrscheinlich aus 
der Sammlung Carl I. In diesen drei Bildern sind die Figuren 
fast lebeusgross. Ein kleines Bild dieser Composition sah Passa- 
vant aus der Verlassenschaft der Grafen Canossa von Verona. Eine 
'Benutzung der Composition. mit Beifügung einer heil. Anna im 
Hintergrund, lebensgrosse Figuren, ist in der Gallerie Fesch. 
Der Baron Otto von Stackelberg besass die Originalzeiehnung, 
auf welcher auch Isaak vorgestellt ist, wie ihm Gott erscheint. 
Diese Zeichnung kommt aus dem Hause Alberti zu Borgo di San 
Sepolcru. Sie ist mit der Feder entworfen. In Sepia getuscht und 
mit Wciss gehöht.  
Die heil. Jungfrau auf der Wiese. Maria sitzt auf einem Ge- 
mäuer mit dem liinde auf dem rechtenllinie, welches sich nach dem 
kleinen Johannes neigt, der kniend mit der einen Hand das Bohr- 
kreuzchetl hält, und mit der ltechten die Pergamcutrolle, worauf 
das "Ecce Agnus Dei" steht. 
Diese Composition erinnert entfernt an die heil. Jungfrau im 
Grünen zu Wien, obgleich sie in allen einzelnen 'I'hcileix wieder
        

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