Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rubens, A. - Santi, Rafael
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1784434
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1788691
Dem 
Sauti (Szmzio), Rafael. 
Rafael zugeschriebene Werke. 
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linke auf dem Tische daneben steht, auf welchem eine Hose liegt. 
Juhannes, die lliillite des Körpers sichtbar, hält die Arme in die 
Höhe, um mit dem (Ihristkinde ein Lamm zu halten. Joseph, der 
Wenig zuriiela, der Nlnria zur Seite steht. _hlickt nachdenkend auf 
die fröhlich sich nnhlickcntlen liiiiclr-r. [Wnria ist blau gekleidet, 
ein griinliches Oherkleitl legt sich um ihren Schnns. Sie hat die 
schönsten lliinde, die Frau vnn Hunihuldt je an einer Rafaefschcn 
Madonna sah. Von diesem Bilde gibt es keinen liupferstich. in der 
fluretitiuischen Sammlung ist aber eine Zeichnung, welche der 
erste Entwurf seyn könnte. Fiir die Originalität des Gemäldes 
spricht sich Pnssavant nicht aus, glaubt aber, dass sich Frau von 
Humboldt in ihrer Angabe icht völlig geirrt habe, und dass diese 
wenigstens ein Bild aus RafiicPs Werstiitte sei. 
Die heil. Jungfrau in den Ruinen, ein Bild in der Sakristei 
des Escurial, welches dem ltafael selbst zugeschrieben wird, dem 
Passavant entgegen, welcher verniulhet. (lass es nur unter ßafaeYs 
Leitung ausgeführt worden sei. Maria. leicht hingekniet, hält das 
auf einem Gesiinsfragment sitzende Christkind , welches das Köpf- 
chen narh der Mutter wendet und die Brachte nach dem Johannes 
ausstreckt, der ihm ein Iirentzchen reicht. Im Hintergrunrle wan- 
delt Joseph in den Ruinen, indem er sie mit einer Fackel beleuch- 
tet. In der Ferne sieht man auf dem Felsen eine Stadt. 
Von diesem Bilde gibt cs mehrere Wiederholungen. Eine 
ausgezeichnet schöne sah Passavant in IiOXH heim Bildcrhiindler 
Gaetano Menchetli. Der Hintergrund ist hier etwas abweichend, 
indem Joseph links in der 'l"hiire eines Hauses steht. Rechts ist 
etwas Landschaft. Es ist dicss ein Bild von schiiner Zeichnung 
und kräftigem, warmem Culurit. Die Figur etwa ä Lebensgriisse. 
Eine andere Copie befindet sich in der Sammlung des Mar- 
Chese fVIalaspina di Sannaznro zu Pavia. Sie koirnmt der oben ge- 
nannten nicht gleich. Nach Passavant dürfte es jenes Exemplar 
ßeyn, welches CH S. Pradier als im Besitz des Marquis de Marialva 
unter dem Titel: „La vierge aux ruines" bekannt gemacht hat". 
Eine Cupie von Garofalu befand sich ehedem in Paris, der je- 
tzige Besitzer ist unbekannt. 
Das Bild aus dem Cabinet Crozat soll sich in Iiingston Hall 
(Devonshire), dem Landsitze des Herrn H. Bank's befinden. 
Die heil. Familie, wo beide Kinder einen Pergamentstreifen 
halten, ein Bild mit halben Figuren in Lebensgrösse, in der Sa- 
kristei des Escurial. Die sitzende Maria hält das Christkind rechts 
auf dem Schoose, und dieses streckt beide Hände nach einem Per- 
gamentstreifen aus, welchen ihm der links stehende Johannes 
reicht.  
Passavant glaubt, dieses sehr nachgedunkelte Bild stamme aus 
RnfaePs Schule, ist aber dieses der Failyso kennen wir das Origi- 
nal nicht, nur mehrere Copien. In der Gallerie zu Dresden ist 
eine solche in rundem Formate, welche sich friiher in der Galle- 
rie zu Modem befand. Der Herzog Francescu lll. verkaufte sie mit 
99 andern Bildern an den Ghurfürstcn. von Sachsen. Jetzt hält 
man dieses Bild in der Gallerie zu Dresden nur für schWaChß 
Cupie.   
Ueberaus tüchtig und ganz in der Art des Giulio Romano behan- 
delt ist aber ein viereckigen Gemälde derselbenComposition, "VClChPS 
Lord (iwytlir und dann Nicutrenhuye Sohn 458519159. ÜCT 9.5 an ihn-
        

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