Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rubens, A. - Santi, Rafael
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1784434
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1788635
Sanli 
läafaxel. 
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mit zwei andern Kriegern, welche durch den Fluss schwimmend 
sich zu retten suchen. Sodann der Theil des Kampfes, der sich 
bis in die Schluchten des Berges hinein erstreckt und mit den 
vorderen Begebenheiten zusammenhängt. Passavant glaubt, Rafael 
dürfte die Aenderungen selbst im Carton gemacht haben; denn im 
Gemälde ist keine Lücke, nichts Fremdartlges. Vom Carton findet 
man in der Amhrosiana nur ein Stück, Zeichnungen aber gib: es 
mehrere. Einen Entwurf zur ganzen Composition mit vielen Ah- 
änderungen sah Richardson bei Malvasia, und nachmals kam er in 
die Sammlung Crozat Einen andern erstand der russische Graf 
Balck 1812 aus dem Hause Borghese. Einen dritten nennt Richard- 
son in Spanien. den er gleichfalls für Original hielt. Dann finden 
sich auch Studien zu einzelnen Theilen. 
Das dritte Wandgemälde stellt die Taufe Constantin's durch 
Pabst Sylvester in der 'l'aufkapelle des Lateran dar. Der Iiaiser 
kniet in dem mit Stufen umgebenen Becken, und der Pabst, hier 
Clemens VII., vollzieht das Sakrament. In dem gekrönten Jüng- 
ling in fürstlicher Kleidung erkennt man Crispus. den Sohn Con- 
stantiifs, der der Sage nach mit dem Vater die Taufe erhielt; und 
der alte Ritter von Rhodos gegenüber, ist der päbstliehe t-Iofcavalicr 
Nicolo Vespucci. Auch noch zahlreiche andere Figuren umgeben 
diese Scene, die ziemlich kalt lässt, da das Gemälde mehr eine 
Ceremonie, als eine Handlung darstellt. Der Carton dazu, so wie 
die Ausführung wird dem Fr. Penni zugeschrieben. Unten auf den 
Seiten steht: Labacrum lienascentis Vitae C. Val. Constantini.  
Clemens VII. Pont. Max. a Leone X. coeptum consumnvit. NIDXXIIII. 
Die Composition dieses Gemäldes ist nicht von Rafael. Im Jahre 
1156 befand sich aber in der Sammlung des Herzogs von Tallard eine 
Federzeichnung mit Bister getuscht, welche dem Rafael zugeschrie- 
ben wurde. 
Das vierte der grossen Wandgemälde stellt Constantin den 
Grossen dar, wie er dem Pabste die Herrschaft über Rom er- 
theilt. St. Sylvester sitzt in der alten Peterskirche auf dem päbst- 
liehen Throne, und der Kaiser überreicht ihm kniend die goldene 
Statue der Roma. Das kaiserliche Gefolge, die Geistlichkeit und 
das Volk fiillen den Raum. Die Erfindung dieses Bildes wird dem 
Giulio Romano beigelegt, der hier als würdiger Schüler Bafaefs 
erscheint. In der warmen Färbung und in der leichten Behand- 
lungsart erkennt man den B. dal Colle. Ein Entwurf mit der Fe- 
der und mit Bister schattirt, war in den Sammlungen J. Stclla, 
Coypel, Herzog v. Orleans und Herzog von Tallard (1756). 
Zu den Seiten eines jeden grossen Wandgemäldes befindet sich 
immer ein in einer Nische sitzender Pabst, von zwei allegorischen 
Figuren umgeben.  
 1) St. Petrus. Zu den Seiten die Kirche und die Ewigkeit. 
2) Clemens I. mit der Mässigung und der Sanftmuth. Letztere 
ist eine von den allegorischen Figuren, die nach Rafar-Ps 
Carton von G. Romano oder F. Pehni in Ocl ausgeführt 
Wurden. 
5) Alexander I. (Nach der Inschrift Pabst Sylvester  Zu den 
Seiten Glaube und Religion. 
4) Urban I. Von der Charitas und der Gerechtigkeit begleite!- 
Von der Charitas sind in der Pariser Sammlung und im Nach- 
lass Lawrence Entwürfe.   
5) Damasus I. Zu den Seiten die Vorsicht und der Fflede- 
0) Leo I. Die Reinheit und Wahrheit begleiten thü-
        

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