Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rubens, A. - Santi, Rafael
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1784434
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1788561
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Santi 
Rafael. 
Die Loggien der Farnesina. 
Rafael hatte schon früher seinem Gönner Agostinn Cliigi ver- 
sprochen, die Vorhalle (Loggia) seines Pallastes iii 'l'raslevere ans- 
zuinalen, der liüiisller kam aber nach manchen Nlaliiiuiigen erst 
gegen Ende seines Lebens an die Arbeit. Vasari sagt, Rafael habe 
sich nicht entscliliessen können, sich von seiner Geliebten zu tren- 
nen; endlich aber sei Agustinti auf den Einfall gekommen, dieselbe 
in sein Haus zu lassen, und so sei dann die Sache endlich zu 
Stande gekommen. Man weiss nicht, Woher Vasari dieses Geschieht- 
chen habe, da aber gar kein Grund dafür aufzufinden ist, so muss 
man es füglicli als unsaubere Erdichtung erklären, und (lies ist es 
wohl um so mehr, da Rafael zu den Darstellungen aus der Fabel 
der Psyche, die in derFzirnesinri gemalt sind, nach der Angabe 
Vasari's wenig mehr als die Cartons gemacht hatte, die er auch in 
seinem Hause hiitte ausführen können, in der Niilie der Geliebten. 
Die Ausführung in Fresco iiberliess er nach Vasari seinen Schiilirrn 
Giuliu Romano und Fruncesco Penni, denen sich noch Gio. da 
Udine bcigesellte, der die schönen Laub- und Fruchtgetriiitle malte. 
Titi (Pitt. etc. di lloma p. 422) will auch wissen, dass Gaudenziu 
da Ferrara und llaliaello dal Cole an dieser Arbeit geholfen haben. 
Jetzt ist es schwer, über das ursprüngliche Aussehen der Gemälde 
zu nrtheilen, da sie zum Tlieil sehr gelitten haben, und von C. 
lVInratti stark überarbeitet wurden. Maratti musste sie durch 350 
Iiupfernägel befestigen lassen und den Lufltnn des Grundes völlig 
iibermalcn, gab ihm aber ein zu grelles Blau, wudiirch die Har- 
monie der Farben gcstiirt wurde. Indessen verdanken wir ihm ihre 
Erhaltung, und es wäre unbillig mit ihin zu badern. Aucli sind 
manche Theile nach sehr gut erhalten, und nach Passavriiit lässt 
sich bestiiiiiut wahrnehmen, dass Rafael an dem Bilde, wo Amm- 
den Cirazien seine Geliebte zeigt, die vom Rücken gesehene Weib. 
liebe Figur selbst gemalt habe. Sie zeichnet sich auffallend vor al- 
len übrigen Gestalten aus, sowohl durch die meisterhafte Amtsfüh- 
rung und die zarte Cariiation, als durch die schiiiie Zeichnung. 
Nach Passavanti ist diess eine wahrhaft iiberirdische Gestalt; alle 
übrigen Figuren, so schön auch ihre Zusammenstellung niid ihre 
Bewegungen sind, erinapgeln dagegen der Zartheit der Zeichnung, 
sind Öfters iibermalt, oder flüchtig und breit gezeichnet, und fal- 
len in der Carnation ins Ziegelrotlie. _Nur die unverwiislbaren 
hohen Eigenschaften der Originalentwürfe konnten ihnen den Reiz 
lassen, den sie selbst jetzt noch nach anderen Einstellungen ausüben, 
Rafael hatte in der Farnesina schon friiher ein Werk ausge- 
fiihrt, niimlich den 'l'riuuiph der Galalhea, dessen wir bereits er- 
wähnt haben. In der Gallerie stellte er nun die Fahel des Amor 
und der Psyche dar, wozu ihm APUlEjLIS den Stolf lieferte. Die- 
ser fängt sein Nliihrche-n mit der Eifersucht der Venus an, und 
mit ihrem llaeheplan, erzählt dann wie Psyche ihre Aufgabe in der 
Unterwelt gelöst und auf Bitten Amnfs von Jupiter in den Olymp 
erhoben wird, wu sie vor der Götterversainmlung die Unsterblich- 
keit erhält, und ihre Vermählung mit Amor feiert. Die Gemälde 
sind wie folgt angeordnet: 
Die Declsenfelder. 
1) Kfcnus auf Wolken ähzend zeigt dem Amor die Psyche, und 
fordert ihn axif, si'e' zu rächen. Er blickt freudig herab, und 
hält schon__ei"uen Pfeil in der Hand. 
Im Cabinet Cwroznt war ein Entwurf zu diesem Bilde.
        

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