Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rubens, A. - Santi, Rafael
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1784434
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1788533
Nase ist eher etwas stumpf, im Munde spielt munterer Scherz, die 
Carnation ist nicht sehr gefärbt. Um den Hals trägt sie eine Schnur 
vun dunklen, geschnittenen Steinen, den Busen verhüllt ein fal- 
tenreiches Hemd, welches das gesclilitzte, goldbehrämte Mieder 
weit überragt. Den linken Arm bedeckt ein weiter, gesehlitzter 
Ermel von weisslichein Damast, der rechte ist in den Schleier ge- 
hüllt, welcher den hintern Theil des Iiopfes bedeckt, und zu bei- 
den Seiten herabllillt. Die rechte Iland liegt an der Brust, die 
linke sieht man nur zum Tlieil in der Ecke links. Der Grund ist 
grau. Dieses Bild. zeichnet sich nach Passavaut durch grossen Lieb- 
reiz aus, und ist Wahrhaft bezaubernd. In der Ausführung sind 
indessen nicht alle Theile von gleicher Vortrcfflichlieit, nur das 
Gesicht, die Brust und der tlamastne Ermel scheinen von llaihcPs 
Hand. Alles übrige ist viel geringer in der Ausführung, vielleicht 
erst nach dem Hinscheitlen des Meisters vollendet. Der Schleier 
und die Hände scheinen selbst nicht fertig. und der graue Grund 
ist von einem schweren Ton. 
Diese ist wahrscheinlich jenes Bildniss der Geliebten RafaePs, 
welches zuerst Vasari erwähnt, der es im Hause des Kaufmanns 
Wlatten ßotti sah, und das noch Cinclli (BCHGZZO di Firenze 1677, 
p. 175) als daselbst befindlich beschreibt. Dadurch ist zugleich 
auch die Angabe des T. Pnccini (lleal Galleria di Firenze, I.  
dass das Bildniss der Geliebten RafaeVs, wurin er aber das Frauen- 
bild von 1512 vermuthet, von dem Iiammerherrn Matteo Botti dem 
Herzog Cusmo I. vermacht worden sei. Unser Bild war, wie bc- 
merkt, noch 1677 im Hause Botli, und so müsste denn ein späte- 
rer Herzog Cosmo und ein späterer M. Butti gelebt haben. Im 
Pallaste Pitti sieht man dieses Getniiltle erst seit 1824, da es von 
dem Lanclsitze Poggio Reale dahin gebracht wurde. 
Dann befindet sich auch im Pallaste des Herzogs von Marihu- 
rough zu Blenheim ein weibliches Bildniss, welches im Catalog 
Dorothea, die Geliebte RafaePs, von ihm gemalt, genannt wird. 
Es ist ein Brustbild, rechts gewendet, in Dreiviertelansicht. Der 
hintere Theil des Kopfes ist mit einem weissen Tuche bedeckt. so 
dass das ganze Oval desselben und die dunklen Haare sichtbar blei- 
ben. Das pfirschigrotbe Iileid umgibt ein carmoisinrnther Mantel 
mit {leekigem Pelz besetzt, auf welchem die linke Hand ruht, wäh- 
rend die Hechte sich auf ein Körbchen mit Früchten stützt. Durch 
ein Fenster rechts siebt man in eine felsige Landschaft mit einigen 
Häusern. Diese nicht mehr in ihrer ersten Bliithe stehende Person 
hat nach Passavant entfernte Aehnlichkeit mit dem Portrait: von 
1512 in der Tribune zuFlorenz, erreicht es aber bei weitem nicht, 
weder in der Schönheit der Form und des Ausdruckes, noch in der 
Malerei. Arn ausgezeiehnetsten behandelt ist der Kopf, obgleich 
SlCh der genannte Schriftsteller nicht überzeugen konnte, dass er 
von Rafael gemalt sei. In einigen Theilen erkennt er die Art des 
Sebastiano del Pionibo, während Waagen II. 40. mit Bestimmtheit 
nur (liesen lYIeister zu erkennen glaubt. Auflassung, Zusammen- 
stellung der Farben. Colorit. Landschaft des Hintergrundes findet 
VVaagcn ganz in seinem Geschmack.  
Von einem ziveiteu Exemplar dieses Bildnisses erzählt Scancm 
di Forli (lylicrucosmo della piltura etc. Cesena 1657, p. 16g) ebenfßlll 
Unter dem Namen St. Dorotea. Dieses Bild war damals im Studium 
des Cartuni zu Verona, und in der von Dom. Moreni 1828 her- 
ausgegebenen Reise des Grossherzogs Cosimo 111. im_ Jahre 10h!!- 
Wird es als ein in der Gallerie zu Verona vorhandenes Origillfllblld 
li-"iliaeks ersvlilxilß Welches alle andercti VVerlse dieser Art tvßlt über-
        

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