Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rubens, A. - Santi, Rafael
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1784434
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1788464
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Santi 
Rafael. 
befindliche Bild ist von Holz auf Leinwnad übertragen. Es ist an 
mehreren Stellen so verwaschen, dass der Grund dnrchsieht, aber 
demohngeachtet spricht RafaePs Genius noch mächtig an. 
H. Andrä in Oßenbach besass eine alte Copie von diesem 
Bilde, und eine andere, oder dieselbe, kam aus dem Cabinet Ja- 
bach zuletzt in den Besitz des Dr. Huybens. Diese Cupie hat et- 
was gelitten und ist zum Theil übel-malt. Meno Haas hat dieses 
Bild für das Rheinische Taschenbuch gestochen. Der Stich von 
Bahl scheint ebenfalls nach dieser Copie gcfertiget zu seyn. 
Die zweite Darstellung der heil. Margaretha ist in der Gal- 
lerie zu Wien. Die Heilige aus der Felsenhöhle tretend, hält hier in 
der Linken ein kleines Cruciüx, und mit der rechten Hand er- 
fasst sie das herabfallende Gewand. Den Blick richxet Sie abwärts 
nach dem Drachen, der sich noch gewaltsam um sie lsrümmt. 
Die älteste Nachricht über dieses Bild finden wir in dem Reise- 
berichte eines Üngenannten, welchen Morelli herausgab. Er sah 
1528 das Gemälde im Hause des Zuanantonio Venier zu Wlencclig 
und bemerkt zugleich, dass Rafael es fiir Don . . . . Abate de S. 
Benedetto gemalt habe. welcher es dem Zuanantonio schenkte. Spä- 
ter kam dieses schöne Bild in dasHaus Priuli zu Venedig, wo es 100 
Jahre verblieb, bis es endlich nach England 1mm, wie Boscliini 
(Nlinere di pittura. Venezia 1664 p. 525) sagt, und in der Capelle 
Priuli bei den Camaldulensern auf Murano blieb eine Copie zu- 
rück. Im England ging das Bild in die Sammlung des Iiiinigs 
über, und aus dieser erhielt es der Erzherzog Leopold Wilhelm 
zu Wien, wo es 1658 der Maler Pietro Liberi sah, nach dessen 
Beschreibun es Boschini (Carta de navegar pittoreseo. venezia 
1660 p, 45) besingt. Der Erzherzog war Statthalter der spanischen 
Niederlande, und brachte 1657 seine Gallerie von Brüssel nach 
Wien, wo er sie 1661 dem Iiaiser Leopold I. vermachte. 
Nach Felibien (Entretiens etc. U. 535) Sandte Rafael darnail 
auch als Erkenntiichkcit fiir die ihm am französischen Hufe gelei- 
slcten Dienste dem Adrian Goufiier, Cardinal de Bnissy. jene kleine 
heil. Familie mit der Wiege, welche jetzt im Museum zu Paris 
ist. Das in der Wiege stehende Kind reicht über den Schooss 
der sitzenden Mutter und herzt den hleinenl Johannes, ihm mit 
beiden Händen die Wangen streichelnd. Dieser kniet verehrend 
im Schoosse der niedergehauerten Elisabeth, welche ihn mit der 
Rechten hält. Den Grund bildet ein verfallenes mit Buschwerk 
und Bäumen bewachsenes Gemäuer. Zu beiden Seiten sieht man 
eine reiche Landschaft. 
Dieses überaus liebliche Bildchen, kräftig und klar in der 
Färbung, ist sehr zart aber meisterhaft und geistreich behandelt, 
so dass mit Sicherheit anzunehmen ist, Rafael habe es grössten- 
tbeils selbst ausgeführt. Ursprünglich lag es _in einem liistchen 
mit einem grau in Grau gemalten Deckel. Dieser wurde wegge- 
nommen, aher Passavant vermutbet, es sei dies das kleine Bild in 
derselben Gallerie, welches grau in Grau die Figur der Abondan- 
tia in einer Nische stehend vorstellt, Sie stützt sich mit dem rech- 
ten Arme auf ein gnldgelbes Gefäss und hält ein Fiillhorn mit Aeh- 
ren von derselben Farbe. An dem untern Stein ist eine Maske 
mit weitem muschelförmigen Munde angebracht, daher das Bild- 
Chen auch öfters als ein Modell für einen Brunnen ausgegeben 
wird. Zu den Sexten ist eine von farbigem Marmor eingelegte
        

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