Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rubens, A. - Santi, Rafael
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1784434
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1788408
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Szmti 
(SanZiO) r 
Rafael. 
Bild habe fertigen lassen. allein man liest auf einer Marmorplatte- 
in der Capelle, dass Joh. Bapt. Branconio es bestellt, und der 
Marquis Nardis fand im Archive zu Aquila, dass Balael 500 Scudi. 
erhalten habe. Wie hoch dieses Gemälde in Aquila geschätzt wurde. 
beweiset ein Bathsbeschluss vom 2. April 1520, nach welchem nn- 
ter keinem Vorwande eine Copie gemacht werden durfte. Im Jahre 
1610 wurde es jedoch zugegeben, dass Gio. Andrea Urhani für den 
Hauptaltar der Cumpagnia dell" Urniltä es copire. Eine andere Co- 
pie von Pompejo Cesari befindet 51Cl1 im Haugß des Mafßhßse Fer- 
dinando de Torres jener Stadt. Das Original erstand 1665 Iiönig 
Philipp IV. von Spanien, und stellte es im Escnrial auf. Die Frau. 
zosen nahmen es 1815 mit 11m1 Paris, wo es von Holz auf Lein- 
wand übertragen wurde. Seit 1822 1st das Bild wieder in Spanien. 
Passavant glaubt, dass Glullü Romano den grössern Theil dieses 
Bildes ausgeführt habe. Es macht indessen eine wundervolle Wir- 
linng, so dass eine geistreiche Dame in ihrem Berichte über die 
Bafaelischen Bilder in Spanien, Frau von Humboldt, sagt: Selig 
der Glückliche, dem ewig diese Bilder der Schönheit, diese Ideale 
erhöhter Menschheit vor der Seele schweben!  
Im Museum zu Madrid ist auch das unter dem Namen der heil- 
Familie unter der Eiche bekannte Bild. Maria sitzt unter einem 
solchen Baume, und hält das Christkind auf dem linie, welches 
sich stark vor-beugt, um mit der Rechten den laleinen bei ihm ste- 
henden Johannes zu umfassen. Der kleine Gespiele reicht ihm den 
Pergamentstreifen mit dc-n Worten: nEcce Agnus Deim Beide ste- 
lien mit dem einen Fuss auf der Wiege. Joseph rechts, stützt be- 
trachtend sich auf ein antikes Archilelsturfragment mit einem Re- 
lief. Den Hintergrund bildet etwas Landschaft. Auf der VViege 
steht: BAPHAEL. PINX. Mengs spricht in einem Briefe an Ant. 
Punz die Meinung aus, dass dieses Gemälde nach einer Zeichnung 
Bafaefs von einem seiner besten Schüler ausgeführt sei; indessen 
dürfte nach Passavaxit nicht allein die Aufzeichnung auf die Tafel: 
sondern auch einige Nachhülfe vom Meister herrühren. Dieses Bild 
soll durch Bönig Carl II. nach Spanien gekommen seyn. lm Jahre 
1812 wurde es im Ccntralmuseum zu Paris aufgestellt, aber nicht 
auf Leinwand gezogen. Seit 1822 ist es wieder in Spanien. 
1m Pallasle Pilti ist eine vorzügliche Copie, welche auch die 
heil. Familie mit der Eidechse genannt svird, weil man ein solches 
Thier unter den Pflanzen im Vurgrunde sieht. Im Catalog der Ge- 
mälde des Pitti wird Giulio Romano als Vcrfertiger angegeben, und 
das Bild irrig svla Perlaß genannt. 
Im Hlause Dionigi zu Rom ist jene Copie, welche aus dem 
Hause Olivieri zu Pesaro stammt, und 1806 in dem Hause Almeriei 
daselbst war. Passavant sagt, diese Copie sei Bernurd von Orley 
gezeichnet gewesen, und es verläugne auch die Landschaft ihren 
niederländischen Ursprung nicht. lrn Hause Giovannini zu Urbino 
ist eine Copie, wo statt des Eichbüllmeä eine Ruine dargestellt ist. 
In der Sammlung des Königs von England zu Windsor ist eine 
sehr nachgednxilxelle Copie , nach Passavant vielleicht dieselbe, 
welche einst Richard Mead besnss. 
Die von Malvasia im Hause Casali zu Bologna erwähnte Copie 
ist verschollen. 
Von__grösserer Bedeutung ist jenesßild aus dem Escurial, welchci 
Rafael fur den Herzog V00 Ürbino malte, unter dem Namen adcf 
Perlen bekannt. Die heil. Jimgfrau, das Jesuskixld auf dem Iiuic 
hallvnd, umfasst traulich die sich in ihren Schooss sliitzentle heil-
        

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