Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rubens, A. - Santi, Rafael
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1784434
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1784899
Ruhl , 
Sigmund 
Ludwig. 
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um das Bad am Hofgei-icht herum schweben grässliche Ten- 
felslarven, Knochcngerippe u. s. w., und im Thale sieht 
man einen Leichenzug vorüber ziehen. Das Q. Blatt: vvZur 
rechten und linken Hand, vorbei vor ihren Blicken, wie 
flogen Anger, Heid und Land, wie dannerten die Brüclaeiiß, 
ist mit Iiraft und Geist  wie das vorige,  ganz im Sinne 
der schauerlichen Ballade ausgeführt. Das 10- Blatt: iiliasch 
auf ein eisern Gitterthor, gieng's mit verhiingtem Zügela. 
ist, was Llaujitligureirund Umgebungen betrifft. sehr bei- 
fallswerth. Das 11. Blatt: nZum nackten Schädel ward sein 
Kopf, sein liürper zum Gerippe, mit Stundenglas und Hip- 
äeu,  gewährt mit seinem linoclieiigrippe und den in der 
ult schwebenden Todtcnlarven einen schauerlichen Anblick. 
Das 12. und letzte Blatt: äNlit Gott im Himmel hadrc iiicht 
des Leibes bist du ledig, Gott sei der Seele güiitligu; ist 
eben so sinnreich gedacht. als originell und kräftig ausgeführt. 
Lenore im Sterben; ein TOXliCngCPlPPO, ihre Hand und ihr 
Gewand ergreifend, sucht sie in das Reich uiiseliger Schat- 
ten herabzuziehen, griissliclie Hüllenlarven führen in der 
Tiefe einen Reigen auf. Unter andern hebt sich der obere 
Theil einer Gestalt hervor, mit Flammen in den tiiindeii, 
auf der andern Seite steht ein drohendes Totllengerijipe, im 
Hintergründe erblickt man verwitterte Grabmiiler, u.t s. w., 
aber über Lenoren, in den Wolken, erscheinen zwei geflü- 
gelte tröstende Genien, die entfesselte Seele empor tragend, 
und Lenore hebt scheidend den Blick zu ihnen empor. Hin- 
ter dem Gewölke zeigt sich der Mund. Das ganze Werk 
 ist in seiner Anlage und Ausführung des Gegenstandes und 
des Künstlers vollkommen würdig, und verdient, von allen 
Iiunstfreuiiden gekannt zu werden. 
4) Ein Cyclus von Darstellungen aus der Fabel der Psyche, in 
Umriss radirt, qu. fol. 
5) Darstellungen aus dem Leben Dr. Lllillqlaä, dasjenige Werk, 
welches den Künstler in der letzteren Zeit seines Lebens 
beschäftige. Dieses Werk sollte 50 Scenen aus dem Leben 
des Beforuiators enthalten, der Cyclus ist aber nicht vollen- 
det worden.  
Im Jahre 1805 gab Buhl folgende Schrift heraus. Ucber 
Dr. Martin Luther's Denkmal.  
B-Uhl, Sigmund LUdWlg, Maler, geheimer Hofrath, Gallerie- und 
Bibliothek-Direktor zu Cassel, geb. daselhst 1794, erhielt den er- 
sten Unterricht von seinem Vater, dem Bildhauer Dr. J. Ch. ltuhl, 
besuchte dann die Akademie seiner Geburtsstadt, und begab sich 
hierauf zur weiteren Ausbildung ins Ausland. Seine Reise ging 
zuerst nach Dresden, wo er 15 lYIonate verweilte; dann ging er 
nach München, und von da aus nach Jahresfrist nachltalien. Wäh- 
rend seines dreijährigen Aufenthaltes in Horn. malte er das giosse 
Bild, welches die Anbetung der Könige vorstellt, und mehrere 
kleinere Bilder in Oel, die grossen Beifall fanden. Im Pallaste des 
Churfiirsten von Hessen li. H. befinden sich mehrere Oelgemälde 
von seiner Hand , darunter die halblehensggrossen Figuren der sin- 
genden Engel, welche Giithe in seiner Schrift: liunst und Alter- 
thum. beurtheilt. Dann erwarb der Churfürst unter den Werken 
aus des Iiiinstlers früherer Zeit auch einen Christus, die Flucht in 
degypten und einen heil. Georg. In diesen NVerken, so wie in 
einigen anderen aus jener Zeit, nahm der liünstler die ältere deut- 
sche Schule zum Vurbilde. Im Jahre 1821 wurde seine Caritas gu- 
Nugler": Künstler-Lax. Bd. XIV. 3
        

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