Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rubens, A. - Santi, Rafael
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1784434
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1788299
Santi 
(Sanzio) r 
Rafael. 
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vant etwas sehr Bestimmtes, selbst Scharfes, die Für- 
bung ist kräftig und die Vertheilung der Schatten- und 
Lichtmassen von grosser VVirkung. Die Behandlungs- 
weise hat viel mit der im Tod des Ananias gemein; doch 
sind die Schatten im Fleische klar, wenn auch bestimmt 
grau- Die Landschaft hat eine leuchtende grünlich-blaue 
Farbe. Sehr kräftig im Ton sind die Gebäulichkeiten. 
Die Säulen des Tempels von griinetn Marmor mit weis- 
sen Capitälen. sowie die goldene Statue des Mars bele- 
ben die grossc graue Masse der übrigen Architektin. 
Einige Farben, wie ein helles Grün, lichtes Gelb und 
ein Violett erinnern an ähnliche in den Bildern von F. 
Penni. Rafael hat wohl nur an einzelnen Zlfheilen xiach- 
geholfen. 
In der Pariser Sammlung ist ein schöner Entwurf, 
nach Welchem wohl Marc-Anton gestochen hat. Inder 
florentinischen Sammlung sind Studien in Bothstein. 
X. Paulus im Gefängnisse zu Philippi. Während er betet 
entsteht ein Erdbeben, welches in dem riesenhaften 
 lllannc dargestellt ist, den man mit halbem Leihe in ei- 
ner Höhle sieht, und der mit Schultern und Armen die 
Erde anfhebt. Der Iierkermeister und der wachende 
Soldat vor dem Gitter scheinen sehr erschrocken. Diese 
Tapete ist nur etwa 5' 6" breit. Der Suchel zeigt ei- 
neu sitzenden Mann mit einem Stab, vor welchem ein 
anderer kniet. 
Der Entwurf zur allegorischen Figur des Erdbebens 
ging aus Fteynoldsf Sammlung in jene von lloscue über. 
Von den sieben Cartnns in England finden sich auch 
Copien. F. Cleen (Cleyn) machte bald nach der An- 
kunft derselben in Exiglazid (1640  1645) Zeichnungen 
mit der Feder nach denselben, und zwar etwas grüsser 
und noch besser als die von N. Dorigny. Die Copien 
von  Mytens, die er zur Zeit Carl l. machte, befin- 
den sich zu linole in der Grafschaft lient, dem Land- 
sitze der Herzogin von Dorset. Die Copien des Sir Ja- 
mes Thornhill schenkte 1800 der Herzog von Bedford in 
 die Sammlung der Akademie in Sommersethouse. Andere 
 Copien 'l'hornhill's, ein Viertel von der Grösse des Ori- 
ginals, kamen durchGeschexik des Herzogs von Marihu- 
rough in die Sammlung von Christ- Church- Collage zu 
Oxford. Auch in Frankreich sind Copien nach sechs 
der Gartens. welche Ludwig XIV. machen liess, utn 
Gohelins nach ihnen wirken zu lassen. In der Cathe- 
drale zu Meanx sind ebenfalls sechs solcher Copien, die 
als Geschenk der Maria Leszinslta dahin kamen. 
Rafael entwickelte in diesen Darstellungen aus der Apostelge- 
schichte den ganzen Iieichthum seines Geistes. Man muss die gross- 
artige Anordnung dieser Bilder im hohen Grade bewundern, in 
Welchen in wenigen, nicht portraitähnlichen Charakteren die Ge- 
Schichte sich aufidas klarste und lebendigste ausspricht. Durch die 
einfachsten Mittel erscheint hier die Idee in der sprechendsten Form- 
Dtese Compositionen sind zugleich auch der schlagendste Beweis; 
dass Rafael dasjenige, was wir im strengsten Sinne Styl. de" h" 
SfOPISChen Styl nennen, im höchsten Grade besass. Wohl nie, Fragt 
Iassavani. ist ein Meister in der liunst tiefer in die GeheimUlSSß 
des Gemiiths und der Lebensverhältnisse eingedrungen, hat llöbßrßll
        

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