Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rubens, A. - Santi, Rafael
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1784434
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1788257
Santi 
Rafael. 
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bez-gebe der Schlüssel zu hängen kommen, auf der anderen dage- 
gen die Steinigung des hl. Stephan, die Heilung des Lahmen und 
der Tod des Ananias. Gegenüber auf der Seite rechts nimmt der 
Siingerchor den grösseren Theil des Feldes ein, und hieher setzt 
man nun die schmale Tapete mit Paulus im Gefängniss, obgleich 
sie nach der chronologischen Ordnung die vierte seyn sollte. 
Durch die Annahme dieser Ordnung kommen auch die Sockel- 
bilder in die gßltiirige Folge, und nur durch oben angegebene 
Qnlnung der ersten fünf Tapeten erklärt sich die Folge der Sn- 
ckelbildcr aus dem Leben Leo X. bis zu seiner CThronbesteigung. 
Diese sind in einer goldgelben Metallfarhe und wirklichem Gold 
in den Lichtern ausgeführt, und unten angewoben. 
I. Der Wunderbare Fischzug. Rechts in dem einen SchitTe 
ist Petrus vor Christus auf den Knien, im zweiten Schiffe 
ziehen zwei Jiinger das Netz ans dem Wasser. Vorn 
am Ufer stehen drei Iiraniche, und an dem in der Farne 
nächst der Stadt viel Volk. Am Sockel links zieht Gin- 
vanni de' Medici zum Conclave in Boni ein, rechts em- 
pfängt er als Len X. die Adoration der Cardiniile. Die 
an der einen Seite angewobene Arabcslse enthiilt das 
Wappen der Medici und mehrere ltleine Figuren und 
Ornamente. 
Den Carton in Hamptoncourt hält Passavant griissten- 
theils von RafaeYs Hand gemalt, gleichsam als [Vluster 
für alle übrigen. Er ist von ganz besonderer Haltung. 
vurtrefllich gezeichnet und klar und tief in der Farbe. 
Die Carnatitm ist sehr lebendig und leuchtend, riithlicli 
in den hlitteltiinen, weisslich in den Lichtern, in den 
Schatten bräunlich-grau, in den Tiefen schwarz. Von 
sehr frischer Farbe ist das griine Gewand des Andreas, 
dagegen erscheint der ehedem rothe Mantel des Christus 
jetzt als ein sehr schön behandeltes weisses Gewand. 
Die Landschaft hat jenen klaren Ton, uml die Figür- 
chen sind nach der Art des Meisters leicht hingezeich- 
nct. Die Fische und die lirantche sind ganz vortrefflich 
und naturgetreu, wohl von der Hand des Gio. da Udine 
ausgeführt. Im Ganzen 1st der Carton wohl erhalten, 
nur links am Himmel und in dem Meere sind grosse 
Stellen übergangen, und von schmutziger, grünlich-gel- 
ber Farbe. 
Eine erste Skizze zu dieserdDarstellung, mit mehre- 
ren Aposteln und Weibern im Vorgrunde, scheint Pas- 
savant die Zeichnung zu seyn, welche aus dem Cabinet 
Crozat in die Sammlung des Erzhcrzugs Carl in Wien 
kam. Eine Zeichnung zu den beiden Schiffen mit den 
sechs Figuren, die aber zweifelhaft ist, findet man in 
der Sammlung des Iiiinigs von England. 
II. Weide meine Schaafc. Christus rechts zeigt mit der Lin- 
ken nach einer Heerde, und mit der Rechten nach Fe- 
trtis, welcher mit den Schlüsseln vor ihm hnict. Hinter 
ihm stehen die zehn anderen Apostel, den Hintergrund 
bildet Landschaft mit einem See- Am Snckel ist Gin- 
vanni de' Nieclici dargestellt, wie er als hliinch aus Flo- 
renz tlieht, und die Plünderung des Mediceischen Pal- 
lastes. Auf jcdcr Seite der Tapete ist eine Pilasterrer- 
zierung, in Arabesken die Parzen und die Jahreszeiten 
vor-stellend. 
Der Originalcarton befindet sich in IIan1pIvH-_C0ujr_t- 
Passavant findet darin die Beihülfe des F. Pennt. Die 
Wetter-K:  m. XIV. 24
        

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