Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rubens, A. - Santi, Rafael
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1784434
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1787994
Szmti 
Rafael. 
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Im Pallaste Bargliese zu Rom ist eine Copie, angeblich von 
Giulio Romano, und eine zweite von Sassoferrato. Auch im Pal- 
laste Albani zu Rum und in der Akademie zu Garrara sind alte 
Cnpien. Eine solche in der Sammlung des Fürsten Esterhazy in 
Wien, wird dem Timoteo Viti zugeschrieben. 
Von vortrelflicher Erhaltung ist dagegen noch jene heil. Fa- 
milie, welche Rafael für Lionello Pio da Carpi gemalt hat. Maria 
auf dem Boden sitzend, fast im Profil gesehen, betrachtet mit ge- 
falteten Hiinden das auf ihrem Schoosse sitzende Christkind, Die 
neben ihr sitzende Elisabeth hält dessen rechtes Händchen zum 
Segen gegen den vor ihm l-inienden kleinen Johannes mit dem 
Kreuzchen. In den Gebäuliehkeiten des Grundes irvantlelt Joseph; 
in dem von Mareo di Ravenna gestochenen ersten Entwurf sieht 
man aber statt der Ruine eine Fäelierpalnie. Passavant glaubt, (lieses 
Bild Sei ganz, oder doch in den Haupttheilen von läafaefs Hand 
ausgeführt. Besßndcrs schön gezeichnet und moclellirt sind hlnria 
und JESUS, 3119i! Elläübeth ist voll Liebe und VVürde im Ausdruck- 
Der allgemeine Ton ist mild und klar, aber kräftig in den Schat- 
ten. Die Carnation des Christkindes und auch die der Maria hat 
einen rötblich weissen Glanz in den Lichtern, spielt ins liutlie bei 
den Uebei-giingen und ist in den Schatten von einem klaren, durch- 
sichtigen Ton, der ins Graubraune fällt. Bei dem Johannes geht 
der Fleischton in eine etwas stiirl-iere, rothbranne Färbung, bei 
Elisabeth ins Gelbbrauiie. Dieses Bild besass um 1553 der Cardi- 
nal Hidolii Pio di Carpi, später kam es in die Gallerie Fai-nese 
nach Parma und zuletzt durch Erbschaft an den Honig von Nea- 
Pel, der es in seinem lYIuseiim aufstellte. Im Jahre 18:15 nahiii es 
die Königin nebst andern Gemälden mit sich nach Palermo und 
von da über Constantinopel nach Wien, so dass es erst nach ih- 
rem Tode wieder nach Neapel zurück kam, wo jetzt auch der Ori- 
ginalcarton sich befindet. Dieser ist in schwarzer und weisscr lireitle 
ausgeführt, hat aber nicht nur sehr gelitten und wurde stark über- 
arbeitet, sondern links ist auch ein Stück eingesetzt. 
Passavaut zählt auch mehrere alte Copien nach diesem Gemälde 
auf. Schon Vasari erwähnt einer Copie von Iiiiiucenzio da Iniola, 
und das ist nach der Ansicht des genannten Schriftstellers jenes 
schöne Bild, welches Lord Spenccr auf seinem Landsitze Althorp 
auibewahrt. Es stammt aus einem adeligen llause in Bologna, wu 
man es für Original hielt. H. Nliles zu Leight Court besitzt eine 
Copie mit einer Landschaft im Hintergrunde, in welcher Joseph 
wandelt. Im Pallaste zu Madrid wird eine solche Nachahmung 
dem Giulio Romano beigelegt. In der Eremitage zu St. Petersburg 
ist ein Exemplar, welches nach einigen aus der Gallei-ie in Gasse), 
nach andern aus dem Quirinail durch die Gallerie in Nlalniziison ge- 
kommen ist. In der Gallerie des Curdinal liesch waren bis auf die 
neueste Zeit zwei Nachbildungen, die eine in der Griisse des Ori- 
ginals, die andere etwa zwei Fuss hoch und von ausserurdentlichcr 
Schönheit. Passavant meint, es könnte dies das von Iieliberg er- 
wähnte, ehedem im Pallast Belgiojoso zu Mailand befindliche Bild, 
el Cameo di Baifaellix  seyn. Nicht ausgezeichnet ist eine Cu- 
pie in der Villa Famiili bei Rom, vorzüglich aber jene im Besitze 
des Cav. Camuecini zu Rom, welche dem Giulio Romano beigelegt 
fvird. Das Bild in dem Naclilasse des Iiupfersteehers G. Iitiiiglii 
in Mailand gilt als Arbeit des F. Penni. lii der Pinakwlllelß 111 
Bologna sieht man eine freie Benutzung dieser Coiiipuäiliüll VOR 
J. da Imola. Die Conie des Büfllllßt" Museums glaubt Pussavunt 
Von der Hand einen Niederliinders gefertigct. In der Sammlung
        

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