Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rubens, A. - Santi, Rafael
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1784434
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1787942
Santi 
Rafael. 
durch einen Vorhang verdeckt. Im Besitze des General Menu zu 
Berlin ist ebenfalls eine Copie mit einigen Aenderungen. Der 
kleine Johannes sitzt rechts auf einem Kissen undreicht dem 
Christkinde eine Blume. Den Hintergrund bildet ein Vorhang. 
Das Frescobild in einem Bogen heim Coliseum zu Rom, dessen 
Pungileoni erwlihnt. ist fast erloschen. 
Um das Jahr 1511 malte Rafael ein grösseres Altarbild, wel- 
ches unter dem Namen der Madonna di Fuligno bekannt ist. 
INIai-ia ist aufWolkenin einer runden goldfarbex-ien Glorie, umgeben 
von vielen kleinen Engelknaben im blauen Ton der Luft. Sie un- 
terstützt das rechts bei ihr stehende Christkind mit der Linken 
und hält es mit der Rechten an einer Schleife. Beide schauen auf 
den Donator herab, der anbetend zur Rechten kniet und von dem 
hinter ihm stehenden St. Hieronymus der Mutter Gottes empfoh- 
len wird. Links steht Johannes der Täufer und vor ihm kniet in 
himmlischer Begeisterung der hl. Franziskus. Zwischen dieser Gruppe 
in der Mitte steht ein Engelknabe , mit beiden Händen eine 
Tafel haltend, worauf ehedem die Veranlassung zur Entstehung 
des Bildes diirfte gestanden haben. Den Grund bildet eine Stadt 
in bergiger Gegend, nach welcher eine feuerige Hagel vom Him- 
mel zu fallen scheint und über die sich ein Regenbogen ausspannt. 
Dieses Bild liess Sigismonclo Conti, Geheiinschreiber des Pabstes 
malen, wahrscheinlich Ex voto. Nach Vasari schmiickte das Bild 
ursprünglich den Hauptaltar der Kirche Ara Coeli auf dem Cani- 
tol, im Jahre 1565 licss es aber eine Enkelin des Donators, Anna 
Conti, nach Fuligno bringen und in der Kirche der heil. Anna 
des Klosters delle Contesse aufstellen. Durch die Franzosen im 
Jahre 1798 nach Paris gebracht, übertrug Hacquin das Bild von 
Holz auf Leinwand, und M. Roser aus Heidelberg hat es berge- 
steiit. Nach dem Friedenschlnss von 1813. kam das Bild aus dem 
Mnsöe Napoleon wieder nach Italien zuruck und ist jetzt im Va- 
tikan aufgestellt, wo es als eine der großartigsten Schöpfungen 
RafaePs bewundert wird. Passavant legt jedoch auch den Maass- 
stab der Critik an dasselbe. ln der Madonna ist nicht sowohl der 
Charakter einer Mutter Gottes dargestellt, als vielmehr der eines 
zininnthigen Weibes; auch das Christkind ist gesucht in der Bewe- 
gung. Johannes der Täufer zeigt zu wenig Adel der Seele, und 
sein rechter Arm scheint durch die Herstellung verzeichnet. Eine 
der lieblichsteii Gestalten, die Rafael je gemalt hat, ist aber der 
Engellinabe mit dem Ti-ifelchen, voll himmlischer Freudigheit und 
wahrhaft entzückend. Der Ausdruck seines blendend schönen 
Iiiipfchens ist von engelreiner  Bildung sei- 
nes ganzen Körpers zeigt eine Schönheit die, oberirdisch und 
doch wahr, nur aus Rafaehs edlem Geiste entspringen konnte. 
Auch das l-Iellduxikel, durch einen Schatten auf dem untern Theile 
seiner Gestalt bewirkt, übt zauberhaften Reiz und gehört zu den 
schönsten Hervorbringungen dieser Art und Kunst. Üeberhaupt 
ist das Colorit des ganzen Bildes von grosser Frische und Harmo- 
nie; es zeigt, was der Meister zu leisten vermochte, wenn er ei. 
genhiindig ein Werk ausfiibrte, und nicht. wie es nachmals häu- 
fig geschah, einen grossen Theil der Ausfuhrung seinen Schülern 
iiberlassencl, nur die. letzte Hand daranlegte. 
Graf Giacomo Melerio in Mailand besitzt eine Cnpie, welche 
dem Sassoferrato zugeschrieben wird. 
An dieses Werk reiht sich wahrscheinlich das Frescobild der. 
Propheten Jesajas in S._Agostino zu Rom, welches Rafael im Auf? 
trage des Johannes Gorizius aus Luxemburg, auch Janus Corycius 
genannt, ein grosser Freund und Beförclcrcr der liunst und
        

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