Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rubens, A. - Santi, Rafael
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1784434
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1787816
Santi 
Rafael. 
1125 
fläther aigfldelr linken Seite des Vorgrundes die Repräsentanten der 
1' WYC" C1" G" 11111 Pythagoras gruppirt. Sul-n-ates mit srincn An- 
kaiigernl und Glegnern bildet ihm den Uebcrgang zu Plato und 
ristote es, we ehe von ihren Schülern umgeben in der Mitte des 
Bildes stehend, den Culminationspunkt der griechischen Philoso- 
Phle TlaCh drei Ilichtungen hin bezeichnen. VVeiter zur Rechten 
findet er die Stoiker, Cyniker, Epikuriiernntl einige der spiitcren 
lhll0btipllßl1, und im Vurgfruntle rechts die mehr dem ltcalcn zu- 
gewenreten Lehrer unter welchen der Mathematiker Euklid he- 
sonders bemerklichlist. Die Gestalten, welche in diesem Gemälde 
vorkommen, sind griisstentheils frei erschaffene, da man zur Zeit 
RafaePs noch sehr wenige antike Bildnisse kannte. Paissmrant 
glaubt sogar, dass der Künstler nur jenes des Sokrates gekannt 
haben durfte. Die Bildnisse, welche Vasari von des [iiinsllcrs 
Zeitgenossen angibt, sind die der Herzoge von Urbino und von 
Mantua, des Bramante, ersterer in dem stehenden Jüngling im 
Weissen_ mit Gold verbriiunnten Gewande erkannt, der andeie in 
dein bei Archimedes stehenden Schüler, hinter jenem, der auf ein 
Ixnre sich niederliisst und zu ihin spricht. Der genannte lYIiithe- 
matiker mit dein Zirkel in der Hand ist nach Vasari lirainaiitv. 
Dann hat Rafael auch seinen Lehrer Pcruginn und sich selbst 
abgebildet. Iin Irrthum sind aber diejenigen, welche in dcin Stoi- 
kelr mit langem Barg: und kahlern liopfe den Cardiiial Pietro Beinbn 
ersonnen, inccin cieser zu jenerZcit erst 110. Jahre alt war und 
keinen Bart trug. Motagnaui verinuthet in ihm den Cardinal Bes- 
sarion, der die lNIetaphysilt des Aristoleles ins Lateinische über- 
Bztztrf; allein auch zu dieser Annahme ist wenig Grund vorhanden. 
lrGit widerspricht aber Passavaint denjenigen, welche im Astro- 
logen den Qrafen B. Castiglione sehen, da er mit dem von ltafacl 
gemalten Bildnisse keine Aehnlichkeit hat. In keinem Falle aber 
kann es Gio. della Casa seyn, der damals noch ein linahe war. 
In der Gru e links vorn laubt Passavant vier Griinder hi- 
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llßren Postamenten sitiend oder stehend, igewissernizissen als un- 
abhängig erscheinen. Ganz vorn sitzt Pythagoras von Schülern 
llwllilgehennund scheint tiefsinnige Worte über die Harmonie der 
'1one in ein Buch zu schreiben, da ihm ein neben ihm niederge- 
kauerter Jungling eine Tafel vorhiilt, auf welcher die von ihm ge- 
äundenen Tonverhiiltnisse der Musik: Octave, Quinte, Qiiarte durch 
ie griechischen Worte Diapason, Diapente und Diatessaron an- 
gegeben sind. Unter den hinter Pythagoras befindlichen Schülern 
ist in dem DDCltSClHICIbCDClGD. älteren lYlanne wohl Archytus darge- 
stellt. Welcher die Eythagoreische Lehre von den Gegensatzen wei- 
txeli- ausgetttlrhrt, und in der weiblichen Figur erblickt Passavant die 
19-3110- 10 Gattin des Pytha oras welche durch die zwei erho- 
benen Finger die von Pythaguäas eiifundenen doppelten Consonan- 
ten angeben soll. Der lll die Tafel des Philosophen heriibbhclacnde 
Mann mit hnebclbert und 'l'urban konnte dessen Schuler Alkiniion 
aus lirotun seyn, ein ausgezeichneter Physiker und Arithinetiker, in 
äejchliautrandertal den Araber Averroes erkannten, durch welchen 
4138 le Yerrienste der Araber um die Rechenkunst und die 
Yfm ihnen erfundenen Zahlzeichen habe ehren wollen. Axu 
aussersten Ende der Gruppe rechts sitzt der Repräsentant der joui- 
Sehen Nat-urphilosophie, Heraclit aus Ephesus, in tiefes Nachdenken 
Versunken. dessen lileidiing von diister grauer Farbe auf das Dunkle 
TälflerLehre sich zu beziehen scheint. Zwischen i)ylltßg(lrilä und Hera- 
G11 steht Anaxagoras als Verbindnngsglietl zwischen beiden und den 
eberßang zur Ethik der Sukratischen Schule bildend. Der schone
        

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