Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rubens, A. - Santi, Rafael
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1784434
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1787768
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Santi 
(Sanzio) v 
Rafael. 
bei Hrn. Duval in Genf und bei Hrn. Wucher in Basel. Das Bild 
des letzteren, mit Figuren von zwei Drittel Lebensgrüsse, befand 
sich ehedem bei den Franzisliunern zu Luzern. Oberst PfeiFfer 
wusste es zu erhalten, indem er eine Copie an die alte Stelle setzte. 
Gegenwärtig ist dieses Bild im Handel. 
In einer ähnlichen Composition hält Maria einige Blumen in 
der Linken, und das mit über einander geschlagenen Beinen auf 
dem Schoosse sitzende Iiind scheint der Mutter eine Rose zu rei- 
chen. Den Hintergrund bildet ein Zimmer ohne Aussicht. Die- 
selbe Cumposition , aber in kleinem Formate, sieht man auch in 
der Gallerie Pembroclae zu VViltonhousc, nur hält Maria eine 
Nelke. Am Rande des Kleides an der Brust steht: HAPHAELPA) 
VRBINAS. MDVIII. In diesem stark iibermaltexi Bildchen erkennt 
indessen Passavant in keinem 'l'hcile BafaePs Hand. Er glaubt, 
es sei diese Composition nur eine Benutzung der Madonna mit 
der Nelke. 
Rafael? 
Ruf 
nach 
Bom. 
 Rafael verliess Florenz zu einer Zeit, in welcher er sich Hoff- 
nung machte, mit einer üllentlichen Arbeit beauftragt zu werden, 
indem damals der Gotifalonicre Pietro Soderini die Ausschtniichnng 
eines Zimmers, wahrscheinlich im alten Pallaste, zu vergeben hatte. 
WVir wissen dieses aus einem Schreiben RafaePs an seinen Oheim 
Simone di Battista de Ciarla vom 21. April 1508. In diesem Briete, 
welchen Passavant im Originale und in Uebersetzung gibt I. 151. 
529.. bittet er auch um Empfehlung an den jungen Herzog von 
Urbino, Francesco Maria della liovere, der den u. April desselben 
Jahres zur Regierung gelangt war; allein man weiss nicht, ob er die. 
selbe erhalten, oder ob erüebrauch davnn gemacht habe, es ist nur 
so viel gewiss, dass er um die Mitte des Jahres 1503 in Eile 1110. 
renz verliess, um dem Hufe Julius II. nach Rom zu folgen, wo 
der Pabst den Vatikan mit Gemälden zu schmücken beschlossen 
hatte. Die Wahl des heiligen Vaters lenkte, wie schon Vasari be- 
hauptet, sicher Bramante auf Rafael, da dieser als Hotarchitelst 
und Verwandter des Künstler nach herkömmlicher Weise die Iiiinst- 
ler in Vorschlag gebracht haben wird.  Auch der Herzog von Ur- 
bino dürfte ihn lieber an den Pabst, als dem Gonlaloxiiere von 
Florenz empfohlen haben, da diesem Fürsten, sowie dem Bra- 
mante, IlafaePs grosses Talent hinlänglich bekannt war. Der ruhm- 
und lsunstliebende Julius, welcher die grössten I've! Meister, ei- 
nen Bramante und Miehel Angeln bereits im Dienste hatte, konnte 
von den ausserordentlichen Leistungen eines Rafael selbst schon 
Kunde haben, und somit begierig gewesen seyn, Clßnßelbßn an Sei- 
nen Hof zu ziehen. Hier hatte sich damals im Allgemeinen ein 
grossartiges Leben entfaltet, und namentlich erging durch Julius 
an die Künstler die Aufgabe, durch den Betchthum ihrer Schöpfun- 
gen seinen Namen zu VEYIICIYllClIGIl. 
Zimmer 
der 
Segnatura 
RnfaePs Thätiglxcit beginnt im Zimmer dclla Scgnatura, im obe- 
ren Stockwerke des Valilsans, wo Julius seine Gemächer einrichten 
licss, um das Andenken an Sixtus VI. innerhalb dessen Wänden 
zu bannen. Es wurden da schon früher von Pietro clella Francesca, 
Bramantlnu da Milanu, Luca Signorelli, Bartolomeo della Gatta und 
Pietro Pcrugino einige Zimmer gemalt, und die Decke des Saales der 
Segnaturn "hatte Sndumu mit mythologischen Darstellungen ge- 
svlnnücht. Diese Nlalercicn mussten aber bald den tiefsinnigell
        

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