Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rubens, A. - Santi, Rafael
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1784434
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1787681
I2 
Sunti 
Rafael. 
Bildniss eines Jünglings mit blonden Haaren und blauen Augen. 
der seinen Iiopf" ungezwungen auf rlen Ellbogen stützt und an- 
muthsvoll in jugendlicher Unbefangenheit nach dem Beschauer 
sieht. Dieses etwas flüchtig, aber mit Sicherheit behandelte Bild, 
ist wohl in einer späteren, wenn auch noch in der Ilurenlinischen 
Periode entstanden. 
 Von grösserer Bedeutung sind folgende Bilder, worunter wir 
die tiir Domenico Canigiani gemalte heil. Familie zuerst nennen, 
so wie dies auch Vasari tbnt. Maria sitzt auf einem Wiesengrund 
mit einem Biichelchen in der Linken und mit der Rechten auf 
ihrem Iinie das Iiind haltend, welches von dem ihm gegenüber 
im Schooss der heil. Elisabeth stehenden kleinen Johannes einen 
Pergamentstreifen mit den Worten; tEcee Agnus DClß empfängt. 
Der mit Elisabeth sprechende und auf den Stab gestützte Joseph 
gibt der Gruppe eine regelmiissige Pyramidalfornl. Im Hintergrund 
ist Landschaft und eine Stadt. Oben in den WolLen befanden 
sich ehedem immer drei Engelknznben auf jeder Seite, die nur mit 
den Iiöpfen oder bis unter die Arme aus ihnen hervorsahen. Im 
Iileidersaum an der Brust der Maria soll sich die Jahrzabl 1506 be- 
funden haben, wovon aber ebenfalls keine Spur mehr erscheint. 
Ueberhaupt wurde dieses Bild stark verwaschen. Die Engel halte 
der Düsseldorfer Galleriedirektoi" ausgeschlitfen, weil sie in ihrem 
verdorbenen Zustande ihm nicht gefielen , und mit einem Luftton 
iibermalt. Das Bild kam bei der Vermählung der Tochter Co- 
sim0's III. mit dem Churfiirsten Johann Wilhelm von der Pfalz 
als Brautgescheltk in die Düsseldorfer Gallerie , und von da nach 
München. Der Entwurf mit der Feder für die beiden Frauen und 
die Iiinder ist in der Sammlung des Erzherzogs Carl zu Wien. 
Es gibt auch mehrere ältere Copien dieses Bildes. Die ausgezeich. 
netste, aber iibermalte, ir-t im Hause des Marche Rinnccini zu Flo- 
renz. 1707 von den Antinori da S. Gaetano um 10.000 Scudi erhauft. 
Die Inschrift: A. D. DXVI. DIE XXXVII. MEN. MAN. glaubt 
v. Iiumohr nicht Sicht und auf 'I'iinschung berechnet. Eine andere 
alte Cnpie befindet sich in der Sakristei der Kirche S. Frcdianu 
zu Florenz; eine dritte, von Sassoferrato, war in der Gallcrie 
von Lucian Bonaparte. Im Magazin der grossherzuglichen Gemälde 
zu Florenz ist eine kleine Copie in Wasserfarben,_ und im Nach- 
lasse des Grafen Sternberg-Manderscheid eine ähnliche in Wasser- 
farben colorirte Zeichnung, die aus der Sammlung des Kaisers 
Rudolph II. kommen soll. 
Wichtiger noch für BafaePs sich entvvickelndes Talent war der 
Auftrag, welchen Atalanta Baglioni zu einem Bilde der Grablegung 
Christi für die Franziskaner zu Perugia ihm ertheilte, als er sich 
nach der Wiederbesetzung der Stadt durch Gio. Paolo Baglioni 
kurze Zeit daselbst aufhielt. Rafael machte zu diesem Bilde viele 
und ernsthafte Studien, um, wie Vasari sagt. eben so verdienten 
Ruhm zu erwerben, wie Leonardo da Vinci und Micbcl Angeln. 
Das Gemälde führte Rafael in Perugia aus, denn er reiste mit dem 
Cartun dahin, wie Vasari ausdrücklich berichtet, und der iiberdiess 
noch dieses Bild mit ausserordentlichem Lobe erhebt. Er sagt von 
ihm: vUnd in Wahrheit, wer den Fleiß, die Liebe, die Kunst 
und die Grazie dieses göttlichen Werkes betrachtet, hat alle Ur- 
sache darüber zu erstaunen, sowohl wegen des Ausdrucks in den 
Figuren, als der Schönheit der Gewänder, und überhaupt wegen 
der ausserordentlichen Güte in allen Theilen; die im höchsten 
Grade Bewunderung erregenu. Den Leichnam tragen vermittelst 
einer unterlegten Leinwand zwei junge Männer nach der Gruft.
        

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