Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rubens, A. - Santi, Rafael
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1784434
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1787661
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Santi 
(Sanzio) ß 
Rafael. 
weise des Bildchens entspricht nach Passavant der aus dem An- 
fang des 16. Jahrhunderts, so dass das Ciemiiltle nach einem älte- 
ren Vorliilrle genommen ist. Im Pallaste Alhani zu Urbino ist 
eine spätere Nachbildung in Lehensgrösse. Ein I-iupferstich nach 
demselben ist in der Historia di Girolnnio lVlntiu Giustinupolitano 
de' fatti di F. di Montefeltro. Venetia 1605. Dann wird in der 
Bibliotheca italiaua Mai 182g. p-Qtlhdeni llafael auch ein Bildnis: 
des Erhprinzen Fraiicesco Nlnria delln liovere von Urbino beige- 
legt. Es stellt einen edlen Jüngling dar, der links gewendet fast 
vom Rücken gesehen ist. den Iiopf nach aussen dreht und in der 
Linken den GrilT eines Schwertes hiilt. Dieses köstliche Bild bc- 
sitzt Graf Suardi zu Bergamt), es hat aber nach Passavant nicht 
die geringste Achnlichkeit mit diesem Erbprinzen, wie dessen Por- 
trait in der Schule von Athen heweiset. Der genannte Schriftsteller 
glaubt auch, es habe früher mit mehr [lecht als Werk des Gior- 
ione e olten. 
g sitiiifr aber zeichnete Rafael in Urbino das Portrait des Pietro 
Ilembo mit schwarzer Kreide. Wir wissen dieses durch den Ano- 
nymen des Morelli, es ist aber diese Zeichnung wohl nicht auf 
unsere Zeit gekommen. 
Erhalten hat sich dagegen Ralaeks eigenes Bildniss, Welches 
er 1506 als Andenken seinen VCPWüflLllEIl in Urbino hinterlassen 
haben dürfte. Wenigstens befand es sich daselhst, bis es in die 
unter Sixrus V. durch Federico Zuccliari 1588 erijffnete Akademie 
von S. Luca nach Rom kam. Es ist dies ein ßrustbild. rechts ge- 
wendet in drei Viertelansicht. Auf schlapkem Hals richtet sich der 
Xinpf etwas empor und ist mit einem schwarzen Barett bedeckt, 
unter welchem die kastanienbraunen Haare leichVgekriiinint auf 
den Nacken herahfallen. Ueber dem einfachen, knapp anliegen. 
den schwarzen [ileid ragt ein schmaler Hemdsauin hervor. Im Aus. 
druck tiefer Schwermuth blickt er nach dem Beschauer, und mit 
einer Anmiith im Munde, die Passavant entzückend findet. Die 
Gesichtsfarbe ist etwas blass, die Augen sind braun. die Nase ist 
fein und leicht gebogen, der Mund von jugendlicher Fülle, das 
Iiinn rundlich und etwas lang. Der Grund hat einen grünlich- 
grauen Ton. Leider hat dieses köstliche Bild durchs Reinigen 
und Herstellen etwas gelitten. Der Cardinal Leopoldo de' Medici 
erwarb es mit anderen aus der Akademie von S. Luca, indem er 
dagegen für die Erbauung der Facade der Kirche vuii St. Martina 
und St. Lucia eine beträchtliche Summe gab. Seit dieser Zeit ziert 
es die Sammlung der Selbstbildnisse der Künstler in der Gallerie 
zu Florenz, aber nicht alle haben es als wirkliches Bildniss des 
Künstlers genommen, besonders seit Bottari das berühmte Portrait 
aus dem Hause Altoviti, welches in der Pinakothek zu München 
sich befindet, als RafaePs Bildniss erklärte, 011d C. v. Rumchr 
dieselbe Behauptung zu verfechten suchte. Der Verfasser der Ita- 
lienischen Forschungen hat jetzt an Passavalnt einen neuen Gegner, 
und auch wir (Rafael als Mensch und Iiunstler S. 124), da Im! 
Bottarfs und Bumolifs Ansicht die richtigere schien, so wie allen 
uns bekannten Münchner Iiunstfreunden, die sich sicher nicht 
erne von ihrem Glauben trennen. 
g Von dem Bilde in Florenz gibt es auch mehrere alte Copien. 
Eine derselben ist in der Gallerie Borghese zu Rom , welche dem 
Timoteo Viti zugeschrieben wird. 
Ein anderes Bildiiiss Rafaefs, von ihm an die Mauer gemalt, 
soll sich im Pallaste Albani zu Urbino befinden. Luigi Crespi 
schrieb nämlich 1760 an Bottari, dass sich in demselben Pallaste ein 
von Rafael auf die Mauer gemaltes Bildniss unter Glas und Rah-
        

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