Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rubens, A. - Santi, Rafael
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1784434
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1787640
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Santi 
Rafael. 
kenner als unbezweifeltes Werk RaiäePs in Peruginds Manier er- 
klärte. Dieses in die Breite gehende Bild ist etwa drei Fuss lang. 
Die Hirten kommen von der linken Seite, auf der rechten ist Ma- 
ria mit dem Iiinde und Joseph. und hinten sind zwei Engel. Dieses 
Gemälde ist verschwunden. Ueherdiess ersieht man aus einer hand- 
schrilllicheix Chronik des P. Gio. Franceseo Mallazaiwiai von 1580 nur 
noch, dass Rafael zu Bologna in einem Bilde des Lorenzo Costa jun., 
des berühmten Schülers Francids, den Iiupi des h]. Anton von l'u- 
dua gemalt habe. Dies ist ein Altarbild, wo der heilige Anton 
zwischen St. Catharina nud St. Ursula steht, ehedem bei S. Niculn 
in (im-pi, jetzt im Besitze des Grafen Teudoro Lechi zu Brescia. 
Passavant l. 97 bringt die darauf bezügliche Stelle der Chronik bei. 
Bafaefs 
dritte 
Reise 
nach 
Urbino. 
Wahrscheinlich von Bologna aus besuchte Rafael wieder seine 
Vaterstadt, wo im Frühjahre von 1506 die Pest gewüthet hatte. Doch 
war im März desselben Jahres die Epidemie wieder verschwunden, 
wie bei Passavant I. 98 aus einer Stelle der Acten des Lodovicu 
Oddi erhellet. Das Leben hatte sich damals wieder freundlicher ge- 
staltet, und so kann man ohngefiihr auf die Zeit schliesscn, in 
welcher Rafael nach Urbino kam. Hier fand er den Her- 
zog Guidubaldo wieder in guten Gesundheitsumständen und den 
Ilof in schönerem Glanze. Dieser galt damals an Sitte und 
Bildung als der ausgezeichnetste in ganz Italien, und um den 
hoehverehrten Fürsten und seine liebenswürdige geistvolle Ge- 
mahlin versammelte sich die Blüthe der schönen Geister des Lan- 
des, da nach dem Aussprache des Grafen von Castiglione derje- 
nige sich glücklich fühlte, der_dem_Herzoge diente. Ob auch Ra- 
fael zu Hof gezogen wurde, _ist nicht bekannt, gewiss aber hat 
die Umgebung desselben auf ihn einen grossen Einfluss geübt, da 
er sowohl mit dem Herzoge als auch mit dessen hohen und ge. 
lehrten Gästen in freundsehaftlichem Verhältnisse gelebt hatte, wie 
dies mehrere Stellen in des Grafen Castiglione nLibro del Corte- 
gianuu beweisen. Der Herzog ertheilte ihm aber auch diesmal 
nur kleine Aufträge. Unter den Bildern, welche Rafael für den- 
selben malte, nennen wir vor allen ein zweites Bild des heiligen 
Georg, welches der Herzog als Geschenk für Heinrich VlLvon England 
bestimmte. Der Heilige sprengt aufeinem weissen Pferde daher und 
durchbohrt den Drachen mit der Lanze, während die Iiönigstoeh. 
ter in einem waldbewachsenen Felsengrund angstvoll kniet und 
zum Himmel betet. Der junge Held trägt unter dem rechten Iinie 
das Band des St. Georgenordens mit der Schritt: llONI. Auf dem 
Brustriemen des Pferdes steht: RAPHAELLO. V. Am 10. Juli 1506 
reiste Graf Castiglione als Gesandter nach England, um im Na- 
men seines Herrn den Ritterschlag zu empfangen, und bei dieser 
Gelcgenheit übergab er das Bild des hl. Georg, welches sich aber 
gegenwärtig in der kaiserlichen Eremitage zu St. Petersburg befindet, 
als Votivbild mit einer brennenden Lampe davor. Im Jahre 1627 be- 
sass es Graf Pembrocke, wie dlCSS 11115 dem Stiche von Vorster- 
man erhellet. Nochmals finden wir (las Bild in der Sammlung 
Carl L, aus welcher es um L. 150 verkauft wurde. Später kaufte 
es M. de la Noue um 500 Pistolen, vom lNlarituis dc Sourdis kam 
es in Crozatfs Sammlung, und endlich erstand es Catharina II. 
von Russland. In der {lorentinischeil Sammlung ist ein schöner 
Federentwurf zum Bilde und zum Bausen durchstoehen. 
Dann erwähnt Vasari noch zwei kleiner Modonnenbilder, welche 
Rafael für den Herzog gemalt hat, bestimmt aber den Inhalt der-
        

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