Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rubens, A. - Santi, Rafael
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1784434
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1787618
(Snnzio) 1 
Szmti 
Rafael. 
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voll lieblicher Einfaltnnd himmlischer Grazie wurde 1548 durch den 
Einsturz des Hauses in mehrere Stücke zersplittert, aber wieder mit 
vielem Glücke zusammengefügt, Seitdem es in die Tribune der llo- 
rentiziischen Gallerie gelangte, ist es aber noch mehrmals restaurtrt 
Ivurdßrl. wodurch es viel von seinem ursprünglichen Werthe ver- 
loren hat. Doch auch jetzt leuchtet llafaePs göttlicher Genius 
noch überall durch. In der florentinischen Gallerie ist auch eine 
alte Copie, die aus dem Kloster von Vallombrosa stammt. Einen 
mit der Feder gezeichneten Entwurf findet man in der Sammlung 
Wicar zu Lille.  
Einen noch grüsseren Verehrer seines Namens fand Rafael in 
Tßddßü Taddei, einem gelehrten Adelichen zu Florenz, der eben- 
falls den jungen Iiünstler bei Baccio dütgnolo keimen lernte und 
ihn so lieb gewvann, dass er ihm Wohnung und Tisch anbot. lla- 
taet bezeugte ihm dagegen seine Dankbarkeit durch zwei Bilder, 
von welchen Vasari sagt, dass sie noch etwas von seiner ersten Pe- 
FUglIIlSClICXI und auch schon etwas von der besseren, durch das 
Studium in Florenz erworbenen fiehanrllungsweise zeigten. Den 
Inhalt der Bilder nennt Vasari nicht, das eine ist aber sicher je- 
nes unter dem Namen der heil. Junglrau im Grünen bekannte 
Bild in der Galleric zu Wien, welches der Senator Gluvanni 
Taddei (wahrscheinlich 1661) an den Erzherzog Ferdinand Carl 
von Tirol um hohen Preis verkaufte. Nach dem 1662 erfolgten 
Tode dieses Fürsten kam dieses Bild in die Ambraser Sammlung 
und 1775 aus dieser nach Wien.  
 Maria in einer Landschaft sitzend hält mit beiden herabge- 
gesenkten Armen das vor ihr stehende Christkind und betrachtet 
den ltlcinetiJohannes, der dem göttlichen Gespielen ein Iireuz dar- 
reicht, welches dieser mit der iiechten fasst. In der Landschaft 
des Hintergrunrles sieht man ein Städtchen am Flosse. Der Wiesen- 
grund, welcher zunächst die Figuren umgibt, ist in der Art des 
Leonardo da Vinci, reich mit Pflanzen und Blumen geschmückt, 
woher Ch. v. Mecliel das Bild benannte. Dieses Gemälde ent- 
spricht nach Passavant vor allen am meisten der Darstellungsweise 
des Leonardo, sowohl im Ausdruck der Köpfe, und in den Bil- 
dungen der Kinder, als auch im Faltenwurf und im bräunlichen 
Ton der Landschaft. Die Carnation indessen ist ganz in der Art, 
wie sie Ilafaelk Vater sowohl, als Perugino zu behandeln pflegten, 
wie sie auch Rafael mit einigen Modificationen bis an sein Ende 
beibehielt; nämlich graubräunlich in den Schatten, röthlich in den 
Uebergängen und weisslich in den Lichtern. Das rothe Iileid ist 
stark 135i", das Blau des Mantels etwas geschwunden, daher kraft- 
los in den Schatten. Am Bande des Iileides an der Brust steht 
von anderen Ornamenten umgeben die Jahrzahl MDVOI, welche 
eben so wohl 1505 als 1506 igelesen werden kann. Entwürfe mit 
der Feder gezeichnet befinden sich in der Sammlung des Erzher- 
zogs Carl zu Wien. Eine gute alte Copie auf Leinwand gilt in 
der Sakristei von S. Tommaso Centauriense zu Verona bald für 
F. Carotto, bald für B. Garofolo. Eine Zeichnung in llothstein 
kam aus den Sammlungen Tt-n-Iiate und Rutgers an Ploos WIKI 
Amstel. Eine Copie in Bister ist in der Sammlung Lawrence Zu 
London. 
Das zweite für Taddeo Taddei gemalte Bild will Passavant in 
der heil. Familie mit der Fächerpalme erkennen, welche aus der 
Sammlung Tamboneau in jene des Herzogs von Orleans, und fli-m" 
in die dem Lord Egerton gehörige Gallerie desHerzogf V09 Bffdße" 
Wale? um L- 1200 gekommen ist. "Nlaria n-echts, 51119111 ßmem 
 Künstler-Lear. Bd. XI W153i: 20
        

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