Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rubens, A. - Santi, Rafael
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1784434
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1787479
Santi 
(Sanzio) 1 
Rafael. 
291 
hin er sich 1499 von Urhino aus begeben hatte, wo er einen zwischen 
seiner Mutter und seinem Oheinie ausgehruchenen Zwist beile- 
gen musste, was ihm vollkommen gelang, wie wiraus Pnssavant erst-- 
hen, l. 59- In Cittii di Castello malte Rafael für die Iiirche Si. 
Trinitä eine Umgangsfahne, aul jede Seite eine Darstellung. die 
jetzt getrennt und als besondere Bilder an der VVnnd der Kirche 
hiingßll, und neben dem Crucilise der Gallerie Fesch zu Ralhefs 
frühesten Arbeiten gehören. Leider hat sie der Ueberzug von Fir- 
niss ganz. unscheinbar gemacht. Aut die eine Seite malte er in 
ILennlarbc-n die heil. Dreieiniglieit, nach der älteren Weise, wie 
Gott Vater in einer Glorie auf Wollten sitzend den ans Kreuz ge- 
iiagelten Heiland im Schoosse hiilt, und die symbolische Taube über 
ihnen schwebt Am Fusse des Kreuzes liniet der bekleidete St. Seba- 
Sllitll mit dem Pfeile und St. Rouhus. Alle diese Gestalten erinnern 
an iihnliche von Perugino, während zwei Elngellaiipfchen in den 
oberen Ecken, wovon das eine auf das andere abwärts schaut, so- 
wie auch die felsige Landschaft entschieden auf die Darstellungs- 
weise seines Vaters lllllWGiSBll- Auf der anderen Seite stellte er ehen- 
falls in Lcinilnrbei] Gott Vater dar, wie er aus der Rippe dt-s 
sClilafeiiilen Adam die Eva bildet, während in der Luft zwei anlie- 
tende Engel erscheinen, ganz nach der Art Perugintfs, mit einer 
Fussspitze auf VVÖlltchen, und den andern Fuss graziös nach hin- 
ten emporhebend. Es hiindiget sich überhaupt durchaus der treue 
Schüler Peruginrfs an, der hier, um keinen Zsveifel übrig zu las- 
scn, den Saum des Gewandes von Gott Vater mit einem deutlichen 
R bezeichnete. Diese liirclieufnline, welche er nach den wFiori 
Wlglii IÖZTa um 1500 malte, verschaffte ihm wohl die bedeutende 
Bestellung eines Bildes für die Augustinerhirche derselben Stadt, 
welches die Iiröiiung des heil. Nicolaus von Tolentino irorstellte. 
Man sah im oberen 'l.'l'ieilc Gott Vater von Seraphiin tiingebcn, zu 
dessen einer Seite die throneuile iVl:iria,_tind zur anderen den halb 
in VVolhen gehiillten heil. Augustin, beide beschältiget, den heil. 
Nicolans zu krönen. Dieser sinntl, ein Crucifix in der Island und 
den Satan unter seinen Fiisscn, von vier Engeln immer paarweis 
umgebenydie in ihren Händen Pergaincntstreifen mit dem Lobe 
deslleiligen hielten. Auf der anderen Seite stand der heil. Bi- 
schof Nicolzius von Barri, lauter lebensgrosse Figuren, nach der 
Art des Perugino behandelt und wie in einem Tempel dargestellt. 
Dieses Altarbild diente drei Jahrhunderte der Iiirche zur Zierde, 
aber durch ein Erdbeben heschiidiget. wurde es 178g von den Mön- 
chen an Pabst Pius VI. um hohen Preis verkauft und in mehrere 
Stiiclte zertheilt, die zur Zeit der französischen Invasion aus dem 
Vatihan verschwanden, und nicht wieder zum Vorschein hanien. Er- 
halten sind aher mehrere Studien, jetzt zu Lille in der Sammlung Wi- 
car's. Ein drittes (jeiniiltlc, welches liafael in Citta diCasLullcinusliihr- 
te, ist ein grosses Altarhlatt, ehedem in derCapelle der Familie Gavri 
oder Gavari bei den Dominihanern. Passavant glaubt, liafael habe 
auch dieses Bild um 1500 ausgeführt, nicht 150-1, wie v. Bu- 
mohr Hi. 56 angibt. Es stellt Christus am Kreuze dar, umgeben 
von iVlai-ia, Johannes, Magdalena und St. Hieronymus. genau nach 
Vorbildern Perugiurfs. Zur Darstellung des Gehreuzigten bediente 
er sich sogar der Zeichnung nach einem Studium, welches Perugiiiu 
zu einem jetzt in S. Giovunni la Calza zu Florenz befindlichen 
Bilde gemacht hatte, und gab der Figur nur schlankere Verhalt- 
nisse. Am Stamme des Kreuzes mm: RAPHAEL. VRBINAS- P- 
Allßli dieses Bild ist erst in neuerer Zeit in die reiche Gallerie des 
Carfllnßl Fescb gewandert, da es ein Franzose um 4000 Sßüdl 
und eine schlechte Copie gekauft hatte. Passavant zeichnete es 
191:
        

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