Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rubens, A. - Santi, Rafael
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1784434
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1784791
Bngeri. 
Bugerius. 
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zählt, der Künstler sei wegen Theilnahme an den politischen' 
liändein, und zwar zu Gunsten der aristolsrntisch-geistlichen Par- 
tei verhaftet, und dann des Landes verwiesen worden; allein 
diesem Gerüchte wird im Iiunstblatte 1856 Nro. 75. in einem län- 
geren Artikel über diesen liünstler, auf das bestiinmteste widerspro- 
chen. Piichtig ist, dass er den Befehl erhalten habe. die Republik 
zu verlassen, was ihn hinderte, die Buinen von Palenqua zu be- 
suchen. Er schiffte sich nach Valparaiso ein, Wu der liünstler 
zahlreiche Ausflüge in die Cordilleren, in die Pampas und in das 
Gebiet einiger der wildesten südamerikanischen Wilden unternahm. 
Bei dieser Gelegenheit füllte er seine Portefeuille mit einer Unzahl 
von Zeichnungen und Skizzen, und auch in Oel führte er einige 
aus. Zu den griisseren Bildern in Oel gehört cin nächtlicher Ein- 
fall der Pualches-Indianer, und eine Treibjagd auf halbwildes 
Vieh in den Pampas. Diese Bilder führte er in Valparaiso aus, 
wo Rngendas noch 18-10 sich befand, auf mannigfaltige Weise be- 
thätiget, theils um neue Zeichnungen zu entwerfen, theils durch 
die liunst seinen Unterhalt zu sichern. Die unzähligen Arbeiten 
dieses Iiünstlers sind vun höchstem Interesse. ln der charakteri- 
stischen und naturgetxeuen Darstellung der Nlenschen-Thier- und 
Pflanzenwelt fremder, zunächst tropischer Länder hann man ihm 
wenige gleichstellen. 
Rugendas ist noch nicht in die Heimath zurückgekehrt. Von Val- 
paraiso aus gedachte er nach Peru, Bolivia, Guatimala und Califor- 
nien zu reisen, dann die Marguesas und Neuhulland zu besuchen- 
Wir haben von ihm auch einige schöne Blätter. 
1  2) Einzelne Pferde und Gruppen, so wie auch Hunde, 
gezeichnet und radirt von Moritz Ilugendas, qu. und k]. 
fu io. 
5) Der brasilianische Wald. Original-Lithographie, roy. fol. 
Bugeri , 
den 
folgenden 
Artikel. 
Bugerius, nennt sich ein alter Maler, nämlich auf einem Gemälde, 
welches Lanzi im Pallaste Nani zu Venedig sah, das aber jetit in 
der Gallerie des. lYluseunis zu Berlin aufbewahrt wird. Das Mit- 
 telbild zeigt den thronentlen St. EHBFOIIYIIHJS, und dienten anderer 
Hand hinzugefügten Flügelgemiilde enthalten zwei heilige Frauen, 
Am ersteren dieser Bilder liest man: Suinus liugerii manus. 
Diesen Ilugerius halten die italienischen Schriftsteller, beson- 
ders Lanzi, für Eine Peisiin mit Huggieri (Ilogierl aus Brügge, 
dem Schüler. desJan van Eycli, der sich nach seiner Ansicht in 
Venedig aufgehalten haben müsste, von dessen Anwesenheit in je- 
nem Lande auch Vasari [Runde gehabt hat, obgleich C. van Bilan- 
der und Sandrart nicht: davon wissen. Allein es ist aber nicht 
vollkommen zu beweisen, dass jener Rugerius, der das Bild in 
Berlin gemalt, wirklich m_it Roger van Brügge eine Person 561,. 
gesetzt auch, dass der Einfluss der altflanclrischen Schulenaut 
die weitere Entwicklung der venetianischen in der zweiten llullte 
des 15. Jahrhunderts unverkennbar ist. Dass nicht von Einer Per- 
son die Rede seyn kann, geht aus der Critik l'i_iiglei"s (Beschrei- 
bung der G311. d. M. S._51) hervor, welcher bei Betrachtung des 
genannten Bildes weder iin Styl der Zeiehnung,_ noch in der Be- 
handlung und Technik eine Verwandtschaft mit niederländischer 
Weise fand, sondern entschiedene Nachahmung der paduanischen 
Schule. Nur in dein Ensemble dcr Gestalt des heil. Hieronymus 
 könnte man möglicher Weise eine liciniiiisceuz an den Gott-Va-
        

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