Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rubens, A. - Santi, Rafael
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1784434
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1787385
snhctha Gonzaga, '1'0chter des Marchese Federico von Mantun, als 
Gattin heiin. Bei dieser Gelegenheit errichteten die Urhiner meh- 
rere Ehrenpforten, an denen sicher auch Ginvanni Theil halte. 
Seine Verehrung für das geliebte Fürstenhaus war gruss, und he- 
senders war es der 11182 verstorbene Herzog Federicn, dem er seine 
wärmste Anhlinglichlieit bewies. In den Stunden stillen häuslichen 
Glückes arbeitete er die Lebensbeschreibung dieses IIei-zngs iii Ter- 
zinen aus, eine Reiiiichrunik. die handschriftlich im Vatikan vur- 
liegt, mit Nr. 1505 bezeichnet. Sie ist auf 221i- Grussfoliti-Blättern, 
in schönen Taettern des 15. Jahrhunderts geschrieben, nur einige 
Verbesserungen, die von des Verfassers Hand herzurühren schei- 
nen, sind von sehr unregelinässiger Schrift. Dem Lobgedichte 
selbst geht eine Epistel oder Dedication an den Herzog Guidii- 
baldc voran , über den weiteren Inhalt der Chronili verweisen wir 
aber auf Passavant I. 32 ff. Ebrivürdig und wahrhaft rührend ist 
des Giovanni Liebe und llingebung zu nennen, mit welcher, ohne 
irgend besondere Begünstigungen erlangt zu haben, er seinen 
Landesherren Fcderico und Guidubaldo, zweicn der edelsten und 
talentvullsten Fürsten ihrer Zeit, ergeben war. Er strebte durch die- 
ses Gedicht, welches an Reinheit des Styls allerdings zu wünschen 
übrig lässt, den Ruhm seiner Fürsten zu VEThCFYllCllOH, hat sich 
aber dadurch selbst ein Dexihmal gestiftet, welches, seit Jahrhun- 
derten unter Staub verborgen, ihin nun die allgemeine Zuneigung 
und Achtung bis in die spätesten Zeiten sichern muss. Das Jahr 
1.191 war für ihn ein VEFllIüÜgDlSSVOllOS; denn er verlor in diesem 
seine Mutter, seine geliebte Gattin und sein Töchterchen durch 
den Tod. Dieser verwaiste Zustand stürzte den geinüthlichen Gin- 
vanni in tiefe "Praiier, die nur dem Entsehlusse weichen musste. 
seinem Söhnchen Rafael eine zweite Mutter zu gehen. Er fand 
diese 11192 in Bernardina, der 'I'ochter des Gultlschinieds Pietru 
di Parte. 
 Unter den letzten bekannten Arbeiten des Meisters ist ein 
Frescobitd, welches er im Auftrage des Patriziers Pietre 'l'irauiii 
in dessen Familienliapellc in der ehemaligen Jehannes- jetzt Do- 
minikanerhirche zu Cagli ausführte. Nach Pungileoni begab sich 
der Künstler 1.192 mit seiner jungen Frau und mit liafael nach 
jener Stadt, und führte da ein Werk aus, welches alle anderen 
übertraf, Man sieht da auf der unteren Wandlliielte die heil. Jung- 
frau in einer Thronnische sitzend, wie über ihrem Elaupte eine 
Iirune schwebt. Auf dein Schuosse hält sie das stehende liiiiil  in 
einer Weise gruppirt, wie diess oft bei Perugino vurlioiniiit, und 
bei Rafael in einem Jugendbildchen im Besitze der Gräfin Anna 
Alfani zu Perugia. Dein Throne zunächst stehen auf den Seiten 
zwei anbeiemle Enge], wovon der_zur Linken, gleich dein in 
Montefiorentinu, sehr an RafaePs Zuge erinnert. Passavant gibt 
auf Tafel III. eine Abbildung dieses portraitiihnlichen Engels, den 
auch schon frühere als Rafaefs Bildniss erklärten. Neben ihm steht 
der heil. Franciseus, der das Crucifix mitglühentler Liebe betrach- 
tet, ein herrlicher Kopf, der auch hier wie gewiihiiliclt bei Giovanni 
und den gleichzeitigen Malern in Llnilirien ohne Bart dargestellt 
ist, obgleich die ältesten Bildnisse aus seiner Zeit ihn stets als 
einen in göttlicher Liebesgltith und in beständiger Betrachtung des 
Leidens Christi abgeniagcrten Mann mit langem Darte zeigen. Ne- 
ben diesem Heiligen steht noch der Apostel Petrus, und gegenüber 
der heil. Doniinieus und Johannes der Täufer auf den Heiland 
deutend, ganz iii der Art, wie der ini Altarhlzitt für die lfaiiiilie 
Btitfi zu Urbiiiu. Hinter diesen Figuren schliesst eine gemalte Mar-
        

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