Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rubens, A. - Santi, Rafael
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1784434
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1787341
273 
Santi, 
Giovanni, 
Portraitfiguren sind sämmtlich voll Leben, hiichst individuell in 
itlrren Charakteren. Links stehen die Apostel Paulus und Johannes, 
rechts St. Sebastian und Franciscus. Oben zu den Seiten knien 
zwei allerliebste Engelknäibchen. 
In der Mark Ancona, fiir die Magdalenenlsirche zu Sinigaglia 
malte Giovanni jenes Biltl der Vcrltimtligung, das man nun in 
der Brera zu Mailand sieht. Maria befindet sich unter einer Art 
Halle des Hauses, und oben sendet Gott Vater aus einem strahlen- 
den Kreise das sehr hleine Jesushintl mit einem Kreuzchen herab. 
Den anderen Theil des Hintergrundes bildet Landschaft. Auf einer 
der Stufen des Hauses steht: JOHANNES. SANTl. VRB. P. Die 
fast lebensgrossen Figuren sind etwas hart in der Zeichnung und 
Farbe; auch der Ausdruck der Köpfe ist unbedeutend, nur der 
der Maria zeigt liebliche Demuth.  l.. Pungileone vermuthet, es 
sei das Bild um 1488 im Aultrage der Giovanna Feltria, Gemahlin 
des Gio. della lio-vere von Sinigaglia, gefertiget worden. Passavaxit 
glaubt. es sei 1490 die Geburt des Francesco Maria della Ptovere 
dazu Veranlassung gewesen.  
Endlich ist zu den in der Mark Ancona gemalten Bildern die 
Altartaiel zu zählen, welche 1-184 der Vicar Domenico de' Dome- 
nici für die Landdechanei (Picve) zu Graclara fertigen liess. Die- 
ses Altarbild stellt die Madonna auf dem Throne mit vier Heili- 
gen zu den Seiten dar. Sie hält mit der Rechten liebrcieh das 
Händchen des auf ihrem Sclioosse sitzenden Jesuskindes, welches 
nach dem Stieglitz sieht, den es in der Linken hiilt. Der die Thron- 
bühne bildende Teppich wird von zwei Engelhöpfehen vermittelst 
einer auf ihren Flügeln liegenden Stange getragen. Vorn linlss 
steht St. Stephan im'Diaconenldeide aus GoldsteFF, und hinter ihm 
St. Stiphia als Beschützerin von Gradara. Gegenüber deutet der 
Täufer nach dem Heilande, und der Erzengel steht mit Schwert 
und Schild. Die beinahe lebensgrosscn Figuren sind in der Zeich- 
nung wie gewöhnlich bei Giovatini gehalten, und von ernstem aber 
mildem Charakter. 'Die Schatten der Carnation gehen ins Graue, 
ohne kalt zu seyn. Das Erdreich des Vorgrundes hat die gcwiilut- 
liche, bestimmte braune Farbe. Durch die zu den Seiten sich er- 
hebenden, laevvrachsenen Felsen sieht man in einen bergigen Hinu 
tcrgrund. An der Stufe des Thrunes steht die Dedicntion des Dom. 
de' Doinenici und der Name des ltleisters. Dieses beschädigte Bild 
soll an einen Franzosen um 12 Sßudi und eine Wiwhsfigur der 
heil. Philomenaabgelassen werden seyn. 
Von der Mark Ancona aus begleiten wir den Künstler nach 
Urhino, wo er grosse Thätiglseit entwickelte und sowohl durch 
Gemälde als durch Fassarbeiten hinreichenden Erwerb fand. 111er 
fand er an Magia Ciarla, der Tochter eines Handelsniannes, auch 
eine liebende Gattin, welche ihm am Clmrfreitage (den 28. Miirz) des 
Jahres 1-185 jenen Sohn gebar, (lCP als Stern erster Grüsse am 
Iiiinstlerfirinainente glänzen sollte. Rafael lieisst (lieser geliebte 
Sprössling GiovannFs, dessen Lebe" einen eigenen Abschnitt bil- 
det. Hier tiihren wir daher nur das Verzeichniss der Werke Gic- 
vannPs fort, da überhaupt über die früheste Lebenszeit liatacYs 
keine Nachrichten vorhanden sind. 
Zu den VVerhen, welche Giovanni in seiner mittleren Zcit zu 
Urbino und in der Umgegend ausfiihrte, diirfcn nach Passavant 
{wohl die meisten gezvählt iverden, welche bei Erneuerung der Hir- 
chen durch Fahrlässigkeit zu Grunde gingen, oder in den letzten 
Zeiten durch die Gewalt der Waffen oder des Goldes dem vatcr-
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.