Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rubens, A. - Santi, Rafael
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1784434
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1786039
Sadeler , 
Banfael. 
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im Stiche, aber nicht gleiches Maass des Geistes bemerltlich sei. 
Rafael begleitete den Bruder auf seinen Reisen in Deutschland und 
in Italien. Sie arbeiteten gemeinschaftlich, und somit dürfte man- 
ches seiner Blätter unter dem Namen des letzteren gehen. Viel- 
leicht rühren einige von ilnn her, auf welchen nur Joan. Sadeler 
excudit steht. Mit grüsserer Selbstständigkeit arbeitete er in Mün- 
chen, wo er bereits einige Blätter  mit Beifall aufge- 
nommen wurden. Von hier aus ging er mit seinem Bruder nach 
Italien, selbst schon Vater eines gleichnamigen Sohnes, der später 
von Venedig aus ebenfalls seinen Ruf verbreitete. Hier arbeiteten 
die Sadeler mehrere Jahre , endlich aber erinnerte man sich ihrer 
wieder in München, da der Jesuit itaderus die Herausgabe einer 
Bavaria pia et sancta beabsichtigte. Er hatte sich dabei der Unter- 
stützung des Churfiirsteti Maximilian zu erfreuen, und da dieses 
Werlt dem ganzen Collegiuni der Jesuiten zur Ehre gereichen 
sollte, so musste dasselbe auch in Hinsicht auf bildliche Aus- 
schmüclsung seines Gleichen suchen. Mathias Hager erhielt den 
Auftrag die Zeichnungen zurnStiche zu fertigen, zu dessen Besor- 
sang Rafael Sadeler 1604. von Venedig berufen wurde. (Es wurde 
xlnn vom Hofe ein jährlicher Gehalt von 105 Gulden zuge- 
sichert, und überdiess erhielt er für jede abgeliefertc Platte zehn 
Gulden. Sadeler arbeitete jetzt rasch fort, bald auch von seinem 
gleichnamigen Sohne unterstützt. Die Bavaria sancta lag bereits 
161g fertig im Drucke da. Die Anzahl der Exemplare wurde nicht 
beschränkt; er konnte drucken lassen so viel er wollte, musste 
aber 20 Exemplare unentgeltlich an den Hof abliefern. Zuerst er- 
schienen die Kupfer mit lateinischem Texte, aber schon in dem 
genannten Jahre wurde beschlossen, selbe auch mit deutschem 
Texte heraus zu geben. 
Im Jahre 1616 verpflichteten sich die beiden Rafael Sadeler 
zum Stiche der Platten zur Bavaria pia", welche in fünf Jahren 
fertig seyn mussten. Sadeler der Sohn erhielt jetzt einen Gehalt 
von 150 fl. Der von beiden Künstlern unterschriebene Contrakt 
liegt noch im Conservatorium des h. Beichsarchivcs zu München 
vor. Für Druck und Papier wurden ihm von Seiten des Hofes 
1600 Gulden zugesichert. Aus dem daselbst befindlichen Personal- 
akte der Sadeler ersahen wir zugleich auch, dass der altere Rafael 
nicht 1017 in Venedig gestorben ist, wie man gewöhnlich angibt, 
sondern wahrscheinlich 1628 in München. in diesem Jahre wurde 
er vom Schlage getroffen, kommt aber später nie mehr vor. C. 
Waumans hat sein Bildniss gestochen, h]. d. 
Folgende Blätter gehören dem B. Sadeler sen. ßnw B. Sadeler 
jun. dürfte ausser der Bavaria sancta et pia nur geringen An- 
theil daran haben. Die Abdrücke mit der Adresse Sadelefs sind 
die ersten. 
1) Carl Emanuel Herzog von Savoyen , wie er deni Neid und 
den Aufruhr zu Boden schlägt, nach J. Carrara, gr. fol. 
2) Ferdinand Erzherzog von Oesterreich. iOval , 4. 
5) Leopold Erzherzog von Oesterreich, Bischof von Salzburg 
und Passau, nach H. liessel , 4. 
lt) Leopold von Oesterreich, Bischof von Regensburg, fol. 
5) Paulus V. Pontifex Maximus, hl. fol. 
O) St. Carolus Borroniiius, Cardinal, hl. fol. 
7) Ernest Erzbischof von Cöln, fol.  
8) Johann Dietmar Abt von Fürstenberg, fol. 
9) Hippolytus Guarinonius, Dr. med. Nach van Kessel, 4- 
10) Fiiilippus de Monte. Nlusiltdirehtor lindolph H. in Prag, 8. 
10'
        

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