Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rubens, A. - Santi, Rafael
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1784434
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1785775
Saavedra , 
Antonio. 
Sabadilmi , 
Lorenzo. 
121 
Saavedra , 
Antonio , 
Caslmo 
Saavedra. 
de 
Sabadml, LOPBIIZO, wird von seiner Geburtsstadt gtäwöhnlich L0- 
renzinu da Bologna genannt, weil er in dieser Stadt geboren 
wurde, und meistens Sabbatini geschrieben, auf die Autorität der 
neueren italienischen Schriftsteller hin. Der Künstler nennt sich 
aber in einem Briefe an Vasari selbst L. Sabadini. Dieser Brief 
ist von Bologna 1562 datirt und bei Dr. _Gaye (Carteggin ineditö 
(Fartisti etc.) abgedruckt. Auch auf hupferstxchen von Agust Car- 
racci deuten die abgelsiirzten Worte Sab. und Sabad. auf diesen 
Namen.  
Lorenzino da Bologna war Titianls Schüler, und daher 
Lorenzo di Titiano genannt. Dann studirte er auch die Werke 
der gleichzeitigen Florentiner, noch mehr aber jene llalacYs, Cor- 
reggicfs und Parmigianintfs. Auf solche Weise wurde er zuletzt 
selbst ein tüchtiger Däeister, der in Composition und Charakter den 
Rafael und im Colorite den Correggi-u zu Vorbilde nahm, ohne je- 
doch den letzteren zu erreichen. Lanzi sagt daher, er habe Gal- 
lerieaufseher gesehen, die sich von seinen im besten römischen 
Gcschmacke gezeichneten und gedachten, wie wohl immer schwach 
colorirten heiligen Familien täuschen liesscn und ihn für RafaeYi 
Schüler ausgaben. Auch von ihm gerualte heilige Jungfrauen und 
Engel schienen dem Abhate Lnuzi des Parmigianinu wiirrlig zu seyn. 
Doch auch die Carracci liesscn diesem Meister volle Ehre, und 
Agostino empfahl seinen Schülern in Bologna die VVerlse Saha- 
dini's zum Vorbilde, namentlich den heil. Michael in St. Gla- 
coiuo Itlaggiorea Auf diesem Bilde, welches Agostino Carracei 
selbst gestochen hat. erscheint auch die Madonna auf dem Throne, 
neben welcher der Erzengel mit. der VVaage steht. In S. Maria 
degli Angeli war ehedem jene Himmelfahrt der Maria, welche 
man jetzt in' der Pinakothek sieht, wo sich auch die Dispug- 
tatiou der hl. Catharinaaus dem Iiloster della Carita befindet. Das 
Gemälde mit Christus von zwei Engeln gehalten, kleine Figuren, 
stammt ebenfalls aus dem Kloster degli Angeli, so wie das kleine 
Bild mit Christus bei den Jiingern in Emaus.  In Rum hiuterliess 
Snbadini ebenfalls YVerlse, wo ihn der Papst zum Hofmaler und 
zun1_OlJera11fseliei' über die Malereien ernannte. In der Paulina 
malte er die Geschichte des heil. Paulus, in der Sala Begia den 
, Glauben, der den Unglauben besiegt. in der Gallerie und den 
Loggien des Vatilaans einige andere Bilder. 
Auch im Auslande sind Gemälde von ihm, unter welchen 
ein Altarbild mit der tlironenden Madonna im Museum zu Ber- 
lin das griisste ist. Es enthält nach Iiugler (Beschr. S. 110) ein- 
zelne würdige Formen, aber ohne sonderlichen Geist und Tiefe, 
ist kräftig gemalt, aber ohne eine eigentlich lebenvolle Färbung. 
In der Gallerie zu Dresden ist das kleine Bild einer Verlobung 
der heil. Catharina. Zu München und zu Wien ist nichts von 
ihm. Dagegen aber sind einige seiner Werke in Abbildungen 
vorhanden. Das Altarbild der Madonna mit dem Erzengel, von 
A. Carracci gestochen, haben wir oben erwähnt. Ueberdiess stach 
er eine heilige Familie, welche Bartsch nicht kannte, und Judilh 
mit dem Schwerte und dem liopfe des Holofernes. C. Cort Stach 
1577 die Hochzeit zu Cana, und dann haben VV. Baillie und S- 
Mulinari einige Zeichnungen dieses Meisters in Kupfer gebracht- 
Efäierer gibt ein schönes Blatt, welches Maria mit dem Kunde 
vorstellt, wie dieses einen Apfel hält. J. Th. Prestel stach eine
        

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