Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rubens, A. - Santi, Rafael
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1784434
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1785505
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Rnuysdael 
oder 
Buisdael , 
Jakob. 
Das Gefühl der Einsamkeit und des stillen Friedens, welches bis- 
weilen aus der Natur das menschliche Gcmiith so crquickend an- 
spricht, hat hier der Künstler in einem seltenen Grade festzuhal- 
ten und wiederzugeben gewusst. -In der Sammlung von R0 bert 
Peel zu London ist ein mächtiger Wasserfall von einer Wahr- 
heit, dass man sich wundert, das Rauschen nicht zu vernehmen, 
von einer Iiraft und Frische des Tons und einer Sorgfalt in der 
Ausführung, wie es bei solchen Gegenständen dieses Meisters sel 
ten vorkommt. Sein Vorbild für dergleichen war offenbar Ever- 
dingen, welcher bei einem Aufenthalte in Norwegen an der Quelle 
der Natur geschöpft hatte. Dieses 2 F. 3 Z..hohe und 5 F. 1 Z. 
breite Bild kam aus der berühmten Brentandsehen Sammlung in 
jene des Lord Charles Townshend, aus welcher es Peel, kurz vor 
1856 kaufte. K. Peel besitzt auch eine Winterlandschaft mit der 
Ansißbl eine Caflßlß, längs welchem eine Strasse hingeht, Wovon 
Waagen sagt, dass er das winterliche Gefühl nie wzihrerausgesprochen 
gefunden habe. Dabei sind Zeichnung, Beleuchtung und Abtöuung 
höchst meiserlich . die Touche von wunderbarer Leichtigkeit und 
Freiheit. Dieses Bild ist kleiner als das Obigm-In der Bridgewa- 
ter-Gallerie, welche Lord F. Egerton besitzt, befinden sich einige 
Bilder, die RuysdaePs grosscs Talent von verschiedenen Seiten zei- 
gen. Das eine, wie auf die mit Biiumen bedeckte Ebene bei Har- 
lem zwischen den SVolkenschattcn ein Lichtstrahl fällt, ist von 
tiefem melancholischen Naturgefiilil und sehr zarter Ausführung. 
Ein anderes Gemalde beweiset den Einfluss, den Hobbema biswei- 
len auf Buysdael geübt hat. Es stellt ein Gehölz vor, durch wel- 
ches ein Weg zum Dorfe führt. dessen Iiirche man sieht. Die 
reiche Staffage von Reitern, einem Karren und anderen Figuren, 
ist von Ph. Wouverman. Dasselbe gilt für die_Cornpositiun von 
einer Schleuse mit einer Brücke, einer Windmühle und anderen 
Gebäuden, ein Bild, welches durch die brillante Sonnenbeleuch- 
tung, durch den klaren Wasserspiegel, die kräftige Färbung von 
besonderem Reiz ist.- Ein. viertes Bild zeigt neben einem waldhe- 
wachsenen Hügel einen Strom, in welchem zwei Fischer ihrevNetze 
ziehen. Das Gefühl der Waldes- und Wasserfrische zieht in diesem 
Bilde von dunklem Ton besonders an. Das fünfte Gemälde dieser 
Sammlung war früher eine Zierde der Sammlung Laperiere. ln ei- 
nem dicken Walde rauscht ein l'Ei5S_0Ild0l' Strom daher. Einige 
Iiöhler und I-{olzhauer erhöhen noch das Gefühl der Wildheit und 
Einsamkeit. welches in diesem Bilde von düsterem Ton waltet. Es 
ist eines der grösstcn, aber nur 2 F- 110611, und _2 F. 4 Z. breit.  
In der Sammlung des Sir Abraham l-lume ist eine flache Ge- 
gend mit liornfeldern von A. van  Velde trefflich mit einer 
Heerde von liiilbcrn, Schafen und Ruhen Staiiirt, durch die Fri- 
sche des Tons, die fleissige wahre Austuhrung von grossem Natur- 
reiz,  Lord Ashburton besitzt funt Bilder dieses Nleisters, 
und eines ist dadurch nierkx-viirtiig: dass darin die Gebäude eines 
Dorfes eine Hauptrolle spielen, W19 S" Oft bei Hubbema. An die- 
ses reihen sich vier kleine Bilder, die aber nicht erster Art sind.  
H. T. Hope in London besitzt ein HhCQIBPOSiHOU und Ausführung 
ausgezeichnetesaberin der FäFPl-"lg tllellffveißß ßlWaS braunes Bild, Wel- 
ches zu den grösseren des Meisters gehort (H. 5 Z., Br. 4 Z. 8  
Zwischen zwei mit Laubholz bewachsenen Hügeln rauscht ein Was- 
ser herab, über welchen vorn eine Brücke geht. Die Frau auf dem 
Schimmel, der Hirt und das Vieh aufder Brücke ist von A. v. d. 
Velde gemalt. In der Mitte des Bildes ist ein alter Vertrockneler 
Baumstamm.  In der Sammlung von Dulwich-College ist ein
        

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