Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rhenghiero, Rhenghieri. - Rubens, P. P.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1778235
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1783773
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Rubens , 
Peter 
Paul. 
sten Grade zu zeigen, Wie in dem Schlagschatten und bei der 
Helligkeit des Lokaltons, mit der feinsten Iienntniss und Bonn. 
tzung der sonnigen Reflexe, alle Theile des schönen, in heiterster 
Jugend blickenden Gesichts in der seltensten Klarheit und Wahr- 
heit abgerundet sind, davon kann man sich nach Waagen I. 273, 
ohne das Bild gesehen zu haben, keine Klarstellung machen. Hier 
muss man gestehen, dass man Rubens vvpar excelletlCeac den lYIaler 
des Lielits nennen muss. Der [iopf ist so wcon amoreu gemalt, der 
Ausdruck so lebendig und von solchem Liehreiz, dass man, wie 
VVaagen bemerkt, gern der Tradition) glauben will, WelClle sagt, 
Bubens sei, während er das Bild gemalt, in dieses Mädchen verliebt 
gewesen. Das Bild ist auf Holz 2 F. 7 Z. hobh, 1 F. 10 Z. breit, 
Rubens soll es so werth gehalten haben, dass er sich nie davun 
trennen wollte, und so finden wir es denn unter Nro. 122 im Ca- 
talng der von ihm hintcrlassenen Gemälde verzeichnet. Nach dem 
Tode der Wittwe des Rubens kam es in den Besitz der Familie 
Lundens, und darauf stützt sich vielleicht die Angabe, dass das 
Bild ein Mädchen dieser Familie vorstelle. Andere wollen darin 
das jugendliche Bildniss der Helena Formen erkennen. Es blieb 
indessen bis 181? in dem Besitze der Erben der Lundcns, wo sich 
H. van Haveren entschloss, es für 60,000 Fr. zu verkaufen. Um 
es dem Lande zu erhalten übernahm es einer der Erben Sgiers 
d'Artselaer, doch nach dessen 1822 erfolgten Tode wurde es in_ 
Antwerpen öffentlich versteigert. Der Enthusiasmus war dabei aus- 
serordentlich, aber das Bild wurde durch den englischen Kunst- 
händler Nieuwenhuys sen. dem heimathlichen Boden entführt. Er 
erstand es für 35970 hOllilHLllSCllß Gulden, und 1325 kaufte Sir 
Robert Peel selbes um 5500 PF. St. (24500 Bth.), wohl die höchste 
Summe, die je für ein Bildniss in halber Figur bezahlt wurde, 
Man bewundert es jetzt in seiner Gallerie zu London. 
Gleich anderen grossen Malern war Rubens auch Architekt, 
wie denn ansser seinem Hause nach seinen Bissen auch die Iiirche 
und das Prufesshaus der Jesuiten zu Antwerpen gebaut wurden 
ist. Er zeigt sich indess hier in dem barocken und überladenen 
Geschmack seiner Zeit befangen. 
Seine Iiupferstecher-Schule. 
Obgleich Rubens mit Aufträgen überhäuft war, verschmähte er 
es doch keineswegs sich auch mit verhäiltmssmässig geringfügigen 
Aufgaben abzugeben, und so durch seine liunst in den verschie- 
densten Iireiseu zu wirken. So sind von ihm eilf Zeichnungen zu ei- 
nein bei Muretus erschienenen Missale, 78 aus der Legende des 
hl. Ignaz von Luyola, 58 zu Buchertitehl und eine Menge vnn 
emblematischen Vorstellungen, Vignetten, Lampen etc., durch Hu- 
pferstiche bekannt. Um aber auch seine Ilauptwerhe auf eine 
würdige Weise zu allgemeiner Iienntmss zu bringen, liess er meh- 
rere der geschicktesten Iiupferstecher unter seinen Augen arbeiten, 
Er bildete geschickte liupferstecher und Ilolzsehneider heran und 
beschäftigte sie für eigenen Veälag ufnd Beclänunifigbmitl: Aßbeiten 
nach seinen Werken, daher sie hiiui auf (ense en   Bu- 
bens exc. sub. priv. findet. Schon 16H) äerschaffte ihm Peiresk ein 
königlich französisches Privilegium für die von ihm herauszuge- 
henden Werke und liupferstiche, deren Verkauf er in Pans dem 
Melchior 'I'avernier übertrug, dessen Vater daselbst zuerst die l'in- 
pferstecherkunst und den kiupferstichhandel in Aufnahme gebracht 
hatte. Die Eifersucht der Pariser Buch- und Iiunsthändler ver- 
wickelte Bubens 1635 in einen Prozess, indem sie sich beschwer- 
ten, dass er enorme Summen für seine Iiupfersticha aus Frankreich
        

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