Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rhenghiero, Rhenghieri. - Rubens, P. P.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1778235
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1783677
Rubens , 
Peter 
Paul. 
Waagen gegen den grossen Engelsturz oder das kleine jüngste G5- 
richt arm und lahm in den Motiven. Das Unlehentligere der rnei- 
sten liiipfe, dass im Verhiiltniss zu anderen Bildern von Rubens, 
Schwere und Triibe im Colorite, das Uebertriehene vieler Reflexe, 
der Mangel an Sicherheit und Leichtigkeit der Behandlung in den 
meisten Theilen lassen vermuthen, dass dieses Bild zu denen ge- 
hört, an welchen der griisste Theil von Sehiilern herriihrt, und 
welches von Buhens selbst nur hie und da übergangen seyn 
möchte. Herzog NVilhelm von Pfalz-Neuburg liess dieses ausgezeich- 
netc Werls fiir die Jesuilenhiruhe in Neuburg malen. unter der Regie- 
rung des Churfiirsten Johann Vtfilhelm von der Pfalz wurde es nach 
Düsseldorf gebracht, von da aus nach Schleissheim und neuerlich 
nach München, wo es im Hubenssaale der lmPinakothek bewundert, 
und in gewisser Hinsicht als der Mittelpunkt des ganzen Iiunst. 
tempcls betraclftet wird. 
 An diese von Waagen aufgezählten Bildern schliesst sich 
auch das Gemälde des Engelsturzcs aus der Sammlung von M. 
de Schamp d'Aveschoot Vzu Gent. Dieses grosse (55 Z. hoch; und 
prächtige Bild war mehr als ein Jahrhundert 1m Besitze dieser Fa- 
milie, 18150 wurde aber die Sammlung veriiussert. Im oberen 
Theile erscheint der Engel im himmlischen Lichte. und schleudert 
mit dem Blitze die rebellischen Engel in den Abgrund. Linlls 
sind die [iiirper nicht so gedrängt wie im Mittelpunkte. Sie er- 
scheinen hier in bliiulicher Atmosphäre, während rechts ein schau- 
erliehes Dunkel vage Gestalten zeigt, die in das Flammenmeer 
hinabstiirzen, wovon der unlere-Theil des Bildes beleuchtet wird. 
Der Verfasser des Cutaloges der Sammlung Schamphs sagt, diese 
grossartige Composition scheine ein Traum Dante's oder Milton's 
zu seyn . gemalt von Rubens gliihendem Pinsel; diese Masse stiir- 
zender Körper sei ein hohes und gewaltiges Gedicht, die schreck- 
liche "Verwirrung, welche der Vnllzieher des Zornes Gottes im 
Augenblicke hcrruft, ergreife den Beschaucr mit solcher Gewalt, 
dass er sich fassen tuiisse, um die energischer) Episoden zu über- 
schauen. 
An diese Gruppe von Darstellungen reicht sich endlich das in 
der Münchner Gullerie befindliche, von Rubens für den Dom in 
Freising gemalte sehr grosse Bild, dessen Inhalt ausudem zwölften 
Capitel der Apokalypse genommen ist. Nlit Adlersflugeln schwebt 
das von hellem Glanz umleuchtete Weib, das neugeborne Hind- 
lein auf dem Arm, daher; unter ihren _Füss_cn brummt sich die 
Schlange, welche den Mond, worauf sie tritt, umwindct. Von 
oben senkt Gott Vater schützend das Scepter herab. Mehr unter- 
wärts sieht man den gepanzerten Erzengel im gewaltigen liampfe 
mit dem siebenhilpligen Drachen, cler das Rind verschlingen möchte. 
Vom ßlitzstrahl getrulfen stürzt er, und mit ihm andere höllische 
Ungethüme in den flammenden Abgrund. Durch die verschiede- 
nen Gegensätze, das grossnrtig Phantastische der Erfindung. das er 
staunliche Feuer der einzelnen Motive, nimmt dieses Bild unter- 
den Werken" von Rubens eine hohe Stelle ein und ist naulentlich 
von der gewaltigstexa Wirkung.  
Aber auch andere Gegenstände aus der heiligen Schrift von 
mehr oder minder bewegter Handlung hat er mit ungemeinem Ef- 
fulg dargestellt. Dahin gehören nach Waagen folgende: Das Ur. 
theil Salomofs und SannaclxeriUs Heer vom Engel des llerru gesclnla. 
gen , in der Piruakotheli zu München. Mit erstaunlicher Energie 
ist hier das Entsetzen, das verwirrte Getümmel dargestellt, welche;
        

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