Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rhenghiero, Rhenghieri. - Rubens, P. P.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1778235
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1783622
Rubens, 
Paul: 
Peter 
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pliischen Ueberzeugung suchte, und weit davon entfernt Wätyvaug 
der Tiefe des christlichen Sinns Ideale zu schöpfen, wie die,- in 
denen es der Malerei der Italiener und-selbst der Deutschen und 
Niederländer vor ihm gelungen war, über die kalte Ruhe .und 
Selbstgeniigsamlieit der alten Plastik hinauszugehen, und für die 
sichtbare Verklärung des Göttlichen einen innigeren und nmthsspn- 
deren, alle Leiden und! Freuden JerlMensChheit infsich aufneh- 
menden Ausdruck zu finden.  Damit stimmen auch die syaräamen 
theoretischen Aeuäsernngen überein, die in seinen" Briefen und an- 
derwiirts von Rubens vorkommen.      
Das bedeutendste Zeugniss für die Einsichrvon Rubens in das 
_VVesen seiner Kunst, -wie des Studiums der. Antiken. ist in einem 
kurzen lateinischen Aufsatz von ihm enthalten; worin er seine-An- 
sicht ausspricht , in wie. fern den Malern-mlt-isnstuidium der antiken 
Statuen zu empfehlen sei._ De Piles" liess diesen-Aufsatz aus. einem 
lateinischen Manuscripte m seinem "Cuuns "de peinturepar prin- 
cines" abdrucken, einige aber haben bezweifelt, dass er wirklich 
vun Rubens hcrriihre. Auch _Waagen, l. c. PrQYS, gibt denwlatci- 
iviischeu Text. und das Wesentliche desselben in einer umschrei- 
benden Uc-bersetzungpda der Text von sehr eigeuthiimlichem Aus- 
druch ist. Rubens hält die Iienntniss der antiken Statuen fiirun- 
uingiinglich nothwenrligw um in der Malerei bis zum höc-hsten 
Grade der Vollendung zu gelangen, setzt aber beim Gebrauche 
derselben in der Malerei die Einsicht in die der Antilte-eigenthiim- 
liehen Gesetze voraus, wenn sie einem" Maler nicht verderblich 
werden soll, sogar bis z_ur Niernichtungiseiber liunst: (lies zunächst 
dadurch, dass er, auch noch bei schlechteriilVnhl der Vorbilder; auf 
die Malerei überträgt, was in der Bildhäliemi. nurnnothwendigeBe- 
dingung des Stoliem; Worin isiei-arbeitet, nämlich des Steines ist, 
welchen er zuletzt stetthdesyEleisches malt, ohne auf die Verschie- 
denheit der-Schatten.-und Lichter zu sehen, die bei Statuen anders 
sich darstellen, als "bei. Gemälden. Rubens räth nur demjenigen 
das eifrigsteuätludium derAntike, der. diese Unterschiede irrgehö- 
riger Schärle erkannt hat, in seinen eigenen Werken spricht sich 
aber die Befolgung dieser Lehre- nur in so fern aus, dasser keine 
Statuen Jilßllß- .Er hatte sich aber eine. hohe. Vorstellung von- den." 
Iiunsl  Alten vgeinacht. .Dieeesßerhellet auch. aus einem. Briefe 
von jöyranJ-ladriau  ihm fiir die Uebersendung 
5eines._Werltes iibeiudie Ntlalereii dankt,..und sagt, er strebet mit 
höchsterlihrfurclit jenen grossemGeistern nach, begnüge sich je- 
_doch  ihrer Fusstritte zu lverehren, als dass es iihm 
je eiufiele, dieselben audihur in derblossen Vorstellung erreichen 
zu können.  Dieser-Brief ist in mehrereniAusgaben des Juuiusvab- 
_ggdruck-t. Seine Liebe zu antiken Kunstwerken beweise: aueh- der 
VLliristam-i, dass er ine Rom und in der Lombardei die wichtigsten 
antiken Denkmäler zeichnen liess, und selbst die schönstentantihen 
Cameenilt-einem liupferwerk herauszugeben beabsichtigte, wovon 
sich nach seinem Tode. 6 Platten mit 21 Cameen, darunter, die 
Gamma Augustea und Tiberiha, bereits: fertig vorfamlen. zünter 
seinem Nachlasse fand sich auch ein Buch-mit Schriftlighenlßemel- 
Lungen über Perspektive, Optik, Anatomie und Broportionslehrc 
nebst sie begleitenden Zeichnungen. Dieses Buch hatten in letzteriZeit 
_die HercenWitodburn in London. Das Werk: Theorie de laFigurc hue 
meine etc. ouvrage traduitduletin de lt'. P. Ptubengavec XLIV; pliInCbßS 
dhipres les dessins de ce cclebre artiste, Paris 1775.55" istwahrscheinlich 
ein Auszug aus jenem Buche. Ein anderes Studienbuch ist von P- 
Puntius in 20 Blättern, ein drittes, welches Studien von 51 Köpfen
        

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