Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rhenghiero, Rhenghieri. - Rubens, P. P.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1778235
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1783501
Rubens , 
Peter Paul. 
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allfgdß dririgendste bat, ihn Maler werden zu lassen. Sein erster 
Lehrer war der geschickte Landschaflsmalc-r Theodor Verhaegt, 
dann kam er zu van Onrt, der als Golorist in gutem Rufe stand, 
aber durch seine tülpische Behandlung seinen Zögling bald wie- 
der entfernte. Jetzt nahm sich der hoclxgeachtete nncl leingelmil- 
dete Otto van Veen (O. Vemus)  seiner an, und nun machte das 
ansserordexitliche Talent unsers Rubens die reissentlsten Furt- 
schrilte, so dass ihm dieser Meister schon im Jahre 1600 rieth, in 
Italien seine liüllSllErISClw Ausbildung zu vollenden. 
Rubens trat seine Reise gründlich vorbereitet an. Er besass Kennt- 
niss des klassischen Alterthuins, dessen Studium Männer wie Justus 
"Lipsius allgemein verbreitet hatten. Er konnte sich in der latei- 
nischen Sprache schriftlich und mündlich bequem ausdrücken; Ver- 
haegt hatte seinen Sinn für die Natur in ihren verschiedensten 
Gestaltungen, namentlich in ihrer allgemeineren Erscheinung, die 
man Landschaft nennt, für immer geweckt; von A. van Oort hatte er 
sich dessen vortreffliche Art der Färbung angeeignet und dem Otto 
Venius verdankte er gründliche Kenntnisse in der Anatomie, Perspek- 
tive und besonders im Helldunltel, so wie so manchen trefllichen 
WVink über Anordnung der Bilder. Rubens hatte daher schon vor 
seiner Abreise mehrere sehr schätzhare Gemälde ausgeführt, wovon 
Decanipsl. 523 namentlich eine Anbetung der liiinige und die 
Dreieinigkeit mit dem todten Christus auf dem Schoosse des Va- 
ters. erwähnt. Den Q. Mai des Jahres 1600 reiste Rubens endlich 
nach Venedig, und bald darauf nach Mantua ab, wo er an den" 
Herzog Vincenzo von Gonzaga empfuhlen-vvar, der ihn als Hof- 
junker in seine Dienste nahm, was dem jungen Iiünstler um so 
erwiinschter war,_als er tladtirch Gelegenheit. fand. die Werke des 
Giulio Romano nach Musse betrachten zu können, zu welchem 
er überhaupt nahe geistige Verwandtschaft fühlen musste. Gegen 
Ende des Jahres 1601 ging Rubens nach Rom, woselbst er dieses 
Mal nur sehr kurz verweilte. einige Zeit, nach seiner Biicklsehr 
gestattete ihm aber der Herzog; einen längeren Aufenthalt in Vene- 
dig, Welchen er zu den sorgfa-ltigsteu Studien der Werke Titiarfs 
nndiäPaolds anwandte, zwei. Meister, die auf seinen ausserordent 
liehen Farbensinn vor allen anderexrwuhlthätig einwirken llltlSS- 
ten- .Drei Bilder, welche er für die Jesuiten liirclie in Nlantua 
ausfiihrte. zeigten die Friic-hte- dieser Studien. Diese Gemälde be- 
stimmten .den_ Herzog, durch Bubelns mehrere der berühmtesten 
Bilderiin Rom copiren zu lassen, und während er sich in Rom 
dieses Auftrages entledigte, malte er auch im Auftrag des Erzher- 
zogs Albert. für die Kirche St. Croce di Gerusalemc, von welcher 
dieser Fürst vor seiner Vermählung mit der Infantin Isabella den 
Cardinalstiteltrug, eine Uornetiltrönuttg, eine Kreuzigung (upd 
eine lireuzesfiudung; Im Jahre 1005 berief Vincenzn den tiiinst- 
ler nach Mantua zurück. um in seinem Namen dem liönige von 
Spanien eine prächtige Staatscarosse nebst sechs Pferden von sel- 
tener Schönheit zu überbringen. Der männlich schöne. feingebil- 
dete und liebenswürdige junge Mann fand am Hofe zu Nladriil "als 
Abgesandter seines Herrn und als Maler die gniidigste Aufnahme. 
Er musste das Bildniss des Königs Philipp lll. und mehrerer an- 
derer der angesehnsten Herren malen. Wahrscheinlich war es ßußll 
während dieses Aufenthaltes in Spanien, dass er drei Bilder von 
Titian: Venus und Adonis, Diana und Aktiion. dann die Entfüh- 
rung der_Eurnpa copirtc. 
Nach Mantua zurückgekehrt, erlnubtedhm der Herzog so- 
gleich wieder nach Rom zu gehen, wo er den Auftrag erhielt. das 
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