Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rhenghiero, Rhenghieri. - Rubens, P. P.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1778235
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1783324
Bouxq, 
Jakob 
Wilhehn 
Christian. 
497. 
sich schon in friihasterJugenti für die Kunst entschieden und geraume 
Zeit fast nur auf sein Talent und einen unermüdeten Fleiss ange- 
wiesen, schloss er sich um so enger an die Natur und übte sich 
in Nachbildung der malerischen Schönheiten, welche die Umge- 
gend Jena's, seiner Vaterstadt, zwar in einem beschränkten Kreise 
doch nicht lslirglich darbot. Später ward seinen rcdlichcn Be- 
mühungen durch einen langem Aufenthalt in Dresden, im Anhliclt 
der IVlusterbiltlci' und im Umgange mit ausgezeichneten Hiinstlern 
ein um so reicherer Ersatz für frühere Entbehrungen. Mehrere 
Copien, in Aquarell, Oel und Paste-l], nach Gemälden der Dresd- 
ner Gallerie, darunter zwei vortrcfHiclie Landschaften nach Ruys- 
dacl und Claude Lurraixi bezeugen, wie wohl er jene kostbare 
Zeit zu benützen verstand. In seinen zahlreichen Portraiten ver- 
riith sich eine srhöne Gabe, den Churnhtcr eines Incliixidiums frei 
von harriltirtantlcr Treue des Einzelnen. in seinem Wesen zu cr- 
"reifen. Die Zeichnung ist correltt, die Carnution warm und ge- 
diegen , alles andere in wiirnliger Einfachheit nur dem Ilauptziwrc- 
che diencnd. Als Landschaftsnialer bekannte sich ltoux noch zu 
dem alten Grundsatze, welcher die Bauxnvegetation als die Haupt- 
sache dieser Gattung betrachtete. Wenn _daher seine Landschaf- 
tvn nicht durch blendenden Effekt, oder die Vielheit bunter Ein- 
zr-hiheiten auch den Nichthenner überraschen. so sind sie dagegen 
um so erfreulicher durch charakteristische Mannigfaltigkeit eines 
leichten Bauinschlages, durch Wahrheit der Darstellung mit VVahl 
und GUSCiIIlHICii verbunden, und gsanz besonders durch llilfßltlßläüil 
nlles lebendig clurchdringenilcn Parbcnton. Die Natur auch von 
ihrer erhabenen S ite aufzufassen, war ilnn darum nicht versagt. 
Er hatte in der Schweiz einen Schatz von Zeichnungen in Aqua- 
rcll gesammelt, und unter den Oelgeinültlen, welche nach seinem 
Tode sich in seinem Atelier fanden, ist zunächst eine vortreff- 
liche Ansicht des vierwalrlstiitlter Sees, und ein Bild des liheinfalls 
zu nennen, welches dieses Naturspiel in seiner ganzen schauer- 
lich erhabenen Grösse darstellt. 
Auch fiir die Wissenschaft hat Roux Bedeutendes geleistet. 
Schon früher hatte er die 'I'afeli1 zu Ludefs anatomischem Werke 
geliefert, und seine Zeichnungen zu 'l'iedemann's klassischem Werke 
(Abbildungen über den Verlauf der Pulsadern des menschlichen 
I-iörpers etc. Iiarlsruhe 1821 gr. lmp. F01.) gehören zum Ausge- 
zeichnetsten, was die neuere Zeit auf diesem Felde wissenschaftli- 
 eher liunstleistungen gesehen hat. Ueberhaupt war bei lioux mit 
dein liunsttaleute eine entschiedene wissenschaftliche Richtung des 
Geistes eng verschwistcrt. Zu einer feinen Beobachtungsgahe hatte 
sich ein uniiberivindlichcr Hang gesellt, eine Sache in ihren tic- 
feren Gründen zu erforschen, und bis zu ihren letzten Resultaten 
zu verfolgen. So hatte er durch seine Untersuchungen über die 
Farben als Pigmente immer weiter geführt, endlich die Farbe selbst 
von ihrer physikalischen Seite zu ergründen gesucht. Das Werla, 
welches wir hierüber von ihm haben, ist betitelt: Die Farben. Von 
Dr. J. Roux. 5 Hfte. Heidelberg 1824  182g. 
Grosse und lange Forschungen machte er zur Vcrvullltommungdläf 
Technik der Wachsmalerei. Schon die Gemälde, welche seiner 
nßllcn Erfindung vorausgegangen waren, sind auch von techni- 
scher Seite beachtenswerth. Die Wahl des Grundes,_dcx' Oele und 
Pigmente war aufs surgtältigste bedacht und geprüft, kein Mittel 
wurde angewendßl, von dessen Wirkung der-Künstler sich nicht 
im Voraus vollkommene Rechenschaft gegeben haue. Seine Oel- 
geniälde werden cwiss eine geraume Zeit überdauern und seine 
truhcsteu Pastellhiider haben sich bis zur Stunde tremich erhalten. 
Pvßslerw Iiijnstler- Lex. 1m. XIII. 32
        

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