Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rhenghiero, Rhenghieri. - Rubens, P. P.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1778235
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1783114
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Ekzttmann , 
Carl. 
beabsichtigte", unterder nördlichen Fortsetzung der Arkaden eben- 
falls alllresco uusgeliihrt werden sollten, was aber unterhheh, da 
die Bilder auf Cementtafeln gemalt wurden, die man in die Maneg- 
einlnssen wollte. Diese Reihe unternahm Rottmann in den Jahren 
135]; und 1855, und gleich nach seiner Heimkehr begann er die 
Arbeiten. Er malte einige seiner Zeichnungen in Oel , und 
nach diesen Gemälden fiihrtc er seine Gegenstände auf den Ca- 
menttafeln aus. Anfangs malte er in der von Fernbaeh erfnnde- 
nen Enlaaustik, aber diese wurde dann_,_ungeachtet der grussen 
Geschmeidigkeit derselben, mit der Iinxriemschen Balsanunalerei 
vertauscht, du man dadurch noch grössere Zartheit der Lufte und 
Iierxxen, 'wie sie Huttmann liebt, zu erreichen glaubte. Allein der 
liopaivabalsam, den Iiniriem mit Wachs versetzt alsuFarlaenträiger 
und als Bindemittel empfiehlt, garantirte keinen gluclahchexl Er- 
fulg, und somit kehrte Rottmann wieder zu_semem iruheren Ver- 
fahren zurück, und suchte die Mittel zu erreichen. um durch diese 
Malereien den Ruhm seines Namens der Nachwelt zu Verliunden, 
Ungefähr 20 'I'afeln sind bereits vollendet und vollkommen gelun- 
gen, so dass diesen prachtvoller: Malereien ein eigener__Saal an- 
gewiesen werden wird, um sie vor Beschädigung zu schutzen. 
Das Wirken dieses Künstlers war also bisher ein doppeltes, 
wobei die Uebersvindung" der Schwierigkeiten der einen Technik 
selbst auf die vollkommene Ausbildung der anderen einigen Ein- 
fluss iibte, den er aber in der letzteren Zeit auf das glücklichste 
beseitigte. Seine kleineren Gemälde wurden immer hoch geschätzt, 
in den grössei-en wollte man aber mehr Poesie und Genialität als 
Technik finden. Diese Bemerkung finden wir in liuglefs lVIuseum 
1856 Nr. 24 bei Gelegenheit einer Beurtheilung von Rottmanxfs 
Ansichten von Cefaluiund Curinth, man gestand aber dabei zu, 
dass Iiottmnnn in München unstreitig den feinsten Geist bei der 
Beobachtung der Natur, den meisten Takt und das sicherste Ge- 
fiihl beidem Aulliassen landschaftlicher Darstellungen habe,  
theile über diesen Künstler liest man bereits unzählige, die mei- 
sten aber gehen so ziemlich auf dasselbe hinaus. Dein Grafen 
liaczynski (Gesch. d. neuem deutschen Kunst II. 585) ward eine rei- 
che Anschauung zu Theil; er spricht sich nicht blass mit Bcgeiste- 
ruug über Bottinannis Werke aus, sondern nennt auch den liiinst- 
lex- durch seinen Geist, seine tienntnisse, seinen Charakter ausgq- 
zeichnet. Graf Raczynski sagt: diesen Meister begeistcre die Na. 
tur, aber ohne ihn zur demiithigen Unterwerfung zu zwingen, 
und dennoch füge sich Alles zu einem wuhlgeorilneten und har- 
monisch durch Licht und Farbe verbundenen Ganzen zusammen; 
die uniibertrollene Leichtigkeit Rottinands und die glückliche 
VVeise desselben, die glänzendsten und treFPendsten Liehtwirkun. 
gen wieder zu geben, zwingt ihn zu dem Ansspruclie, es stecke 
Zauberei in seiner Palette und in seinem Pinsel. Das Gepräge die- 
ies Künstlers findet der edle Graf so eigenthiiuxlich, dass man nie- 
mals seine Werke für die eines andern werde nehmen können. 
Auch in dem oben erwähnten Artikel des Conversations Lexikons 
der Gegenwart heisst es, dass dieser in AuFfassung und Danstel- 
lung so originelle Künstler als ein" selbstständige und vereinzelte 
ErScllßinllng dastehe, mit den deutschen Landschaftsmalern in Rom 
durch das hauptsiiehlichte Glied dieser Iiette, durch Josenh lioeh, 
einigermaßen auch Eiusserlieh zusammenhiingencl, aber volhg nn- 
Gbhängig von der erst später aufbliihenden Düsseldorfer Schulen mit 
deren Hauptrepräsentanten , Lessing, er sich durch seine ppetisch- 
elegische Naturanschauung verwandt zeige, während er sich von
        

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