Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rhenghiero, Rhenghieri. - Rubens, P. P.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1778235
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1783109
Iiottmann , 
Carl. 
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hen der Ansicht von Taormina auf der Hunstausstellung desselben 
Jahres in München bewundert wurde. Jetzt erhielt er vom Iiönige 
den Auftrag, in den Arkaden des liönigl. Hofgartens zu München 
eine Reihe von 28 italienischen Landschaften in Fresco zu malen. 
Der König wählte aus dem reichen Vorrathe des Iiiinstlers selbst 
die Punkte aus, nach einer gewissen geographischen: Folge, so dass 
diese Bilder den ßeschauer von Trient über Verona, Florenz, Perngia, 
Rom und seine Umgebungen, Terracina, nachden Golf von Bajä und 
auf die Insel Isehia, nach Palermo, Selinnnt, Girgenti, Syrakus 
und Messina, bis Reggio in Calabrien und Celalu auf der Insel 
Capri führen. In der Ausführung der einzelnen Landschaften be- 
merkte man eine gewisse Ungleichheit. da der liiinstler sich erst 
eine Technik schaffen musste, indem die Frescomalerei bis dahin für 
landschaftliche Darstellungen nicht mit Erfolg in Anwendung ge- 
kommen war. Ruttmann brachte diese Arbeit ebenfalls nur unter 
grossen Schwierigkeiten zu Stande, und ixn fortwährenden liampfe 
mit dem widerstrebenden und äusserst beschränkten Material, das 
sich dem feinen Pinsel und der zarten Farbenharmotiie des Mei- 
sters nur unwillig fügte. Als die Glanzpunkte dieses Bildercyclus, 
worin ausser der hiihern technischen Vollendung auch das Stre- 
ben, die einzelne landschaftliche Erscheinung genauer durch Form 
und Farbe zu charakterisiren, sich in glänzender Weise kund gibt, 
erscheinen die Ansichten von Palermo, lieggio, Cefalu und lYIes- 
sina. Doch muss man auch diese Bilder, um sie ihrer ganzen lic- 
deutung nach übersehen und würdigen zu können, aus einer ge- 
wissen Entfernung betrachten, welche ihnen den Schein einer 
sorgfältigen Ausführung und Belebung im Einzelnen bis zu den al- 
lerfernsten Gründen hin verleiht. Ohne Copist der Natur zu 
seyn, heisst es im Conversations-Lcxicon der Gegenwart IV. 
64g, gab hier der Künstler den Charakter der Landschaft je- 
desmal in wenigen. aber bezeichnenden Zügen in grosscr Treue 
und überraschender Wahrheit wieder, indem er fiir eine jede die 
für sie besonders passende 'I'ags- und Jahreszeit, und die dersel- 
ben entsprechende Luft-, Licht und Farbcnstimmung zn wählen 
wusste. wodurch die Bilder zugleich ihr dichterisches Gepräge em- 
Plingen. das im Gefühl und Gedächtniss des Anschauenden einen 
tiefen Eindruck zurückliisst. Er führt uns durch alle Abstufungen 
und Schattirungen des Lichts- und Farbenspieis, vom reinsten 
kraftvollsten Sonnenlicht bis zu den düstern Schatten, welche vor- 
übertreibende Wettcrstiirme über Land und Meer breiten, und 
stellt die hierdurch hervorgerufene trübe und schwere Stimmung 
der Natur, die seiner Neigung zur elegischeh Auliassungsweise 
historischer Landschaften vorzüglich zu sagen mochte, mit dersel- 
ben Wahrheit dar. wie die glühende und duftathlnende Pracht und 
Heiterkeit des südlichen Himmels. Man sollte glauben, dass Werke 
solcher Art, die jedes Gemiith erfreuen. vor frevelnden Händen 
auch ohne Wächter geschützt wären; allein diese Bilder, die erst 
seit 1855 geöffnet sind, zeigen auf empörende Weise schon zahl- 
reiche Spuren absiehtlicber Beschädigung. Da es auf solche Weise 
das Ansehen hat, dass diese herrlichen Malereien nur durch wie- 
derholte Retuuchen auf die Nachwelt gelangen werden, so ist es 
um so erfreulicher, dass liottmann diese Darstellungen auch in 
Oel gemalt hat. _Scheuchzer hat sie in neueren Tagen sehr fleissig 
in Aquarell copirt und E. Ncureuther begann sie in Kupfer zu 
radiren. 
Nach Beendigung der landschaftlichen Fresken erhielt Rott- 
mann vom homge den Auftrag, Griechenland zu bereisen, um 
Zeichnungen von Landschaften zu sammeln, die, wie man damals
        

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