Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rhenghiero, Rhenghieri. - Rubens, P. P.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1778235
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1783098
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Bottmann , 
Carl. 
auf" unternahm er eine Reise den Rhein hinauf und in die Mosel: 
gegenden, wo der Landschafter den reichsten Stoff zur Darstellung 
findet. Als Frucht dieser Reise ist vornehmlich ein grosses Oel- 
bild zu betrachten, eine Ansicht der Burg Elz an der NIosel, die 
den Künstler bereits als tüchtigen Meister der deutschen land- 
schaftlichen Schule bekannt machte. 
Im Jahre 1322 ging Rottmann nach München, da ihn der Ruf 
der dortigen Akademie angezogen halle; allein er besuchte bei sei. 
ner Ankunft dennoch nur die Ateliers der berühmtesten hunstver. 
wandten Meister, und in der Akademie bat er nur um die Er- 
laubniss, das grosse daselbst befindliche Landschaftsbild des Jo- 
seph Iioch copiren zu dürfen. Den Sommer des Jahrs 1825 brachte 
er im bayerischen Hochgebirge zu, längere Zeit in dem romantischen 
Thale der llamsau, welches Rottmann auch durch ein grösseres 
Oelbild wiedergab. Dieses Bild fand 1335 auf der Iinustausstel- 
lung zu München allgemeinen Beifall, da sich darin ein ganz an- 
derer Geist aussprach, als bis dahin in der von conventioneller 
Nachahmung befangenen Landschaftsmalerei geherrscht hatte, wenn 
auch die besten Bilder von Dorner, W. Iiobell u. a. eine erfreu- 
liche Erscheinung sind. Itottmann hatte seine Bilder mit tiefem 
dichterischem Gefühle unmittelbar aus der Natur geschöpft, und 
auch die zumeist nur in wenigen Figuren bestehende Stadage trägt 
einen entschieden elegischen Charakter an sich. Hottmann's Streben 
ging mehr auf das Allgemeine, über die individuelle Vollendung 
des Einzelnen dominirten die Hauptformen der Landschaft, die in 
ihren Linien und Farben eine mehr allgemeine und ideelle Wirkung 
hervorbringen. Dieser Richtung blieb derliiinstlerauch  der Folge 
im Ganzen treu, nur dass er durch eine genauere Ausfubrung d'el- 
landschaftlichen Details und durch mannigfaltiger belebte Vor- 
gründe auch der individuellen und lokalen Naturwahrheit immu- 
mehr zu genügen strebte. Seine früheren Bilder vergegenwärtigen uns 
colossale Gebirgszüge, breite Seen, Strömungen und Meeresnfei- 
mit unabsehbaren Fernen; oder sie schildern, wie die Nacht auf 
den tiefen Seen des Gehirgstheiles liegt, und die grauen Morgen- 
nebel an den schroffen Felsenwänden hinziehen, während aber 
schon die Morgensonne die zackigen Schneespitzen riithet; wie das 
Licht des Volhnondes am Abendhimmel mit dem Schimmer der 
eben untergegangenen Sonne streitet, und diese ILichtxuasse im 
breiten Wasserspiegel widerstrahlt, oder wie am üden. von steilen 
Bergen umkriinzten Meeresufer eine Zigeuner-Bande von der Mit- 
tagsrast aufbricht. Solche und äihbnliche Sur- cn malte der liünst- 
ler in seiner früheren Zeit, und belebte sie mit wenigen, oft Phan- 
tastischer: Figuren. 
Im Jahre 1826 ging Rottmann nach Italien, und dehnte seine 
Reise bis nach Sicilien aus, da ihm lätönig Ludwig von Bayern 
den Auftrag crtheiltc, eine Ansicht von Palermo _zn malen. Bei 
dieser Gelegenheit sammelte der Iiünstler einen reichen Schatz der 
vortrefllichsten, grösstentheils an Ort und Stelle in Aquarell- 
farben ausgeführten Studien. Einige derselben führte er nach sei- 
ner Rückkehr in Oel aus. Eine Ansicht der römischen Campagna 
und ein Blick auf das Colosseum in Rom, welches 1823 hir die 
Mitglieder das liunstvereins in München von Borum lithographirt 
wurde, gehören zu den frühesten, und diese Sind auch Ilßllll m 
der früheren. den allgemeinen Charakter der Landschaft darstellen- 
den Wcisc gemalt; der schönste Erfolg krönte aber sein Streben 
in der 181g vollendeten Ansicht von Palermo mit dem Monte Pe- 
legrino vom liluster St. Maria e Giesu aufgenommen: Welche 11c-
        

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