Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rhenghiero, Rhenghieri. - Rubens, P. P.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1778235
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1782818
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Rosso 
de 
Bossi; 
der grossen Gartens desselben, von der Weise seines Melilers; 3;, 
Werlic, die er in dieser mittleren Periode ausiuhrte, erfreuen 
aber immer noch durch ein lobenswerthes Streben nach Realität 
und durch die freie und gefällige ßunstweise, welche darin_herrscht_ 
Sein eigenthiiinlich phantastisches Element ist noch nicht in Ueben 
treibung ausgeartet, wie dies später der Fall wird, wo er mit sei. 
ner erworbenen Fertigkeit auch das früher betriebene, sorgfältige 
Studium der Natur ersetzen zu können glaubte. Wodurch er in ein. 
wvidrige Manier verfiel. In den Werken dieser letzteren Zeit tritt 
zumeist eine mehr oder weniger manierirte Naclinliinung_iles am]- 
lien Geschmackes hervor, so wie schon in den früheren ein prunli- 
haftes, bewusstes Darlegen der erlangten Meisterschaft. 
Die Werke seiner besseren Zeit hinterliess er'in Florenz, und 
das bedeutendste darunter ist die Himmelfahrt Mariii, in der S; 
Annunziata in Fresco gemalt, ln S. Spirito ist eine hnbetung der 
Könige, in S. Lorenzo die Vermählung der hl. Jungtrau, und be- 
sonilers riihint Lanzi das Gemiilde im Palazzo Pitti, Wo mehrere 
Heilige so-schön vertheilt- sind. dass, wie Liinzi bemerkt, eine- 
Figur durch ltielldunkel die andere hebt. Farben und Lichter stechen 
so schön ab, Zeichnung und Bewegungen sind so liuhn, dass sich 
Lanzi vor einem neuen Schauspiele wiihnte. Dagegen aber fand 
sich dieser Schriftsteller von der Verklärung Christi in Cittä die 
Castello durchaus nicht angezogen, da Bosso statt der Aposlel 
eine Zigeuncrbande angebracht hatte. Auch die Iireuzabnahme iin 
Qraturio S. Carlo zu Volterra findet er nicht lobenswerth, und eine 
zweite in St. Chiara zu Cittä cli Castello berührt er nur ganz kurz, 
indem er bemerkt , das Verdienst sei die Hauptgruppe, und 
ein abendliches, fast nächtliches Licht, welches dem Ganzen einen 
düsteren. jedes Nieder-Binders würdigen Ton gebe. In Drladonngi 
del Populo zu Rom hält ßoltnri die Propheten Daniel und David 
mit einem Engel für sein Werk, während andere BafaePs Hand 
darin erkennen wollen. Rosso war in dieser Stadt, scheint aber 
wenig gearbeitet zu haben, indem damals unruhige Zeiten wer-e", 
Rosso musste bei der Einnahme Bonfs den deutschen Soldaten die 
Beute nachtragen, und froh seyn, als er nach Venedig entkam. 
Dieses Umstandes erwähnt Watelet.   
Bossds Werke sind in Italien sehr selten, denn der Künstler be- 
gab sich 1550 nach Frankreich, da ihn Franz l. zum Oberwerlsmei- 
ster der liuustunternehinuugen in Fontainebleau ernannte. Hosso 
entwickelte hier sein fruchtbares Talent "in einer glänzenden, 
aber manieriiten VVeise , und wenn schon bei den französischen 
Künstlern zu Anfang des 10. Jahrhunderts das Streben nach eigen- 
thiimlichcr Eleganz und einer gewissen gesuchten Grazie bemerk- 
bar Jvird, so ölfnete Ilosso, Primaticcio, N. delP-"Abbate und Ben- 
venuto Cellini dieser Richtung eine breite Bahn.--Die Künstler, 
welche damals in Fontainebleau, dem Mittelpunkte der (ltllnüllgen 
Iiunstbestrebungen lebten, waren fast [alle von gleicher Sinnes- 
weise, und ihr Kreis ist unter dem Namen der Schule von Fan- 
tainebleau bekannt. Rosso und Primaticcio, beide an Kunst VPßJ 
wandt, aber vun hässlicher Nebenbuhlerscliaft getrieben, sind. die 
ältesten dieses Kreises, und der letztere hatte nach Russia's Tod. 
Vieles vernichtet, was dieser geschaffen hatte.- Von Bosse blieben 
.14 Bilder aus dem Leben und zur Verherrlichung dCS Königs, 
welche Goujet in der Histoire du College royal de France_etc. Pa- 
ris 1788, p. 81. und Guilbert, Description hish: de Fontainebleau 
Paris 1753 bexcäreiben. Die übrigen Bilder gingen glßlch nach 
dem Tode du Meisters zu Grunde, da bei der Erweiterug de;
        

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