Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rhenghiero, Rhenghieri. - Rubens, P. P.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1778235
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1782575
422 
Bossellino, 
Bernnrdo 
Antonio. 
und 
bauen. Bernardo fertigte das Modell, und entwickelte daran allen 
lteichthum seiner Kunst. Vasarisagt, der heilige Vater habe diese 
Iiirche so ross, reich und ausgescbmiicltt bauen wollen, dass e; 
besser sei favon zu schweigen. als zu erzählen. Dieser Bau unter- 
blieb aber, und auch das Modell war schon zu Vasari's Zeit nicht 
mehr vorhanden. Dann zeichnete Rossellino auf Befehl des Pabstes 
auch drei neue Strassen. die nach St. Peter führen sollten. Er brachte 
auf der einen Seite Logen, auf der andern Buden an, wobei er 
die reichern und edlern Gewerbe von den minder bedeutenden 
schied und in besondere Strassen zusammen legte. Ueberdcn Bu_ 
den und Logen sollten prächtige, nutzliche und bequeme Hiiuser, 
in schönem Styl aufgeführt werden. Allein der friihe Tod de; 
Palastes unterbrach die Arbeiten. Der Turrione di Nicola gibt der 
Nachwelt noch Zeugniss von dessen grossartigem Willen. Nico- 
laus V. hatte indessen mit Hiilfe seines Architekten dennoch so. 
wohl in Rom als in verschiedenen Gegenden ltallßnä Prachtgebäude 
erstehen sehen. Der Pabst hatte im Sinne, und irollfiihrte es auch 
zum grossen Theil, in Rom die von Gregor dem Grossen ge- 
stifteten 40 Ablasslairchcn allmählig herzustellen und neu aufzu, 
bauen. So wurden St. Maria Tfrastevere, St. Prassede, S. 'l'eodoro, 
S. Pietro in Vincola und viele andere der minder grosseu wieder 
in guten Stand gesetzt. Dann besserte er die Stadtmauern aus, und 
erneute sie an vielen Stellen. Er baute auch einige Thiirine und 
gab dem Schloss St. Angela aussen ein neues Befestigungswerk, 
während. er innen viele Zimmer und Verzierungen anbrachte. 
Der Pabst liess durch ihn den Markt zu Fabriano erneuern, wo 
er auch die Kirche des heil. Franz hcrstellte, welche den Ein- 
sturz drohte. Die Benedilslinerkirche in Gualdo führte er fast von 
Neuem auf. und bei der Restauration der liirche des heil. Franz 
von Assisi brachte er stärkere Stützen an. In Civita Castellanq 
erneute er mehr als den dritten Theil der Mauer, in Civita Vecchia 
errichtete er viele schöne Gebäude und zu Narni erweiterte er die 
Festung. Dann sagt Vasari, dass llossellmo in Orvieto eine grosse 
Festung mit einem prachtvollen Pallast erbaut habe. Dieser An- 
gabe widerspricht della Valle. indem er bemerkt, die Festung Bocca 
sei wohl einige Jahrhunderte früher entstanden, und die zu Q;- 
vieto befindlichen Pallasle hätte Ippolito Scalza, der Zeitgenosse 
Mich. Axigelds erbaut. Zu Spolcto aber vergrösserte und erwei. 
terte er die Festung, und in Viterbo setzte er mit vielen liosten und- 
nach grossartigem Sinne die Bäder wieder in Stand. Da brachte 
er sogar Fürstcnwohnungcn an, aber alle diese Gebäude sind 
verfallen. Die Burg in Spoleto ist aber noch ein Zeuge seiner 
Kunst. wo die schönen offenen Hallen des grossen Hofes ihn alg 
ausgezeichneten Meister verkünden. 
Vasari zahlt nur die Werke auf, welche Bossellino irn Ponti- 
licate Nicolaus V. ausfiihrte; allein B. v. Bumohr, ltal. Forsch. II, 
180. 194 ff. hat erwiesen, dass Bcrnardino nichtbloss bei Nicolaus 
V., sondern auch bei Pius II., der jenem nach dem kurzen Ponti- 
ficate Calixtus Ill- folgte, in Diensten war. und wahrscheinlich für 
ihn die grossen Bauanlagen von Pienza ausfiihrte. Der Pabst mach; 
selbst in seinen Cummcntaricn lib. IX. p. 425 lT. auf Veranlassung 
seiner Anwesenheit in Pienza im Jahre 1462 eine ausführliche 
Schilderung seines dortigen Pallastes und nennt den Baumeister- 
Bcrnardo von Florenz. Vasari erwähnt dieses Pallastes ebenfalls, 
schreibt ihn aber irrig dem Francesco di Giorgio zu. Bernardo, 
welcher sicher mit unserm Russellino Eine Person ist, da auch in 
den Bauten der Engelsburg zu Rom, zu Spoleto und Pienza eine 
liinlüngliche Verwandtschaft nachgewiesen werden kann, begann sei".-
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.